Handball
: Den Meister ordentlich geärgert

Im Vorjahr unterlagen die Gastgeber in letzter Sekunde.
Von
Kai Beißer
Grünheide
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Freude über das Unentschieden: Vorn herzt Grünheides Trainer Frank Morawetz nach dem 24:24 (13:11) gegen den Stralsunder HV Linkshänder Tom Griebsch, im Hintergrund wird Matthias Henow von den jubelnden Kollegen in die Mitte genommen.

Andreas Hoffmann

Auch vor Jahresfrist hatte der Grünheider SV seinen Saisonauftakt in der heimischen Löcknitzhalle gegen den Stralsunder HV bestritten. Damals gewannen die Gäste durch einen Last-Second-Treffer von Florian Zemlin mit 23:22. Auch diesmal hatte der Favorit zwei Sekunden vor dem Ende die Chance zum Siegtor – aber diesmal ging der Wurf von Kay Landwehrs, freistehend am Kreis, am rechten Pfosten vorbei.

„Da hatten wir natürlich etwas Glück, aber das haben wir uns auch erarbeitet. Das war ein extrem emotionaler Auftritt. Wir haben heute all unsere Leidenschaft auf die Platte gebracht“, war Toni Büttner auch Minuten nach der Schlusssirene noch voller Adrenalin. „Jeder hat seinen Job gemacht, und da hat man dann gesehen, welches Potenzial in der Truppe steckt“, schwärmte der Rückraumspieler und Kapitän.

60 strapaziöse Minuten

Auch Matthias Henow waren die Strapazen der vorangegangenen 60 Minuten anzusehen. „Ich habe mir zwischendurch selbst eine Auszeit genommen, um in der Crunchtime wieder da zu sein. Dieses Unentschieden ist für uns wie ein Sieg. Es war eine super Mannschaftsleistung – besser hätte die Saison nicht beginnen können“, freute sich der Kreisspieler.

Auf ungewohnter Position hatte Tom Griebsch fünf Treffer zur Grünheider Glückseligkeit beigesteuert. „Wann ich das letzte Mal im Rückraum gespielt habe?“, überlegte der Linkshänder, der eigentlich auf der Rechtsaußenposition zu Hause ist. „Ich glaube vor vier Jahren. Es hat super funktioniert, auch weil wir von den Trainern hervorragend eingestellt waren.“

Diebische Freude auf der Bank

Der Außenseiter hatte von Beginn an an seine Chance geglaubt. Während die Stralsunder den schnellen Abschluss suchten, ehe sich die Deckung des GSV überhaupt formiert hatte, spielten die Einheimischen ihre Angriffe lange aus, um dann die sich auftuende Lücke zu nutzen. Und eine geradezu diebische Freude herrschte auf der Bank beim Trainer-Duo Frank Morawetz/Dirk Köhler, wenn die Gastgeber wieder mal die SHV-Abwehr genarrt, sie so ausgespielt und einen freien Wurf kreiert hatten wie im Training hundertfach geübt.

Bei den Gästen herrschte ob des verlorenen Punktes schon ein wenig Frust. „Wir haben zu Beginn wohl gedacht, irgendwie gewinnen wir das hier schon“, sagte Geschäftsführer Markus Dau, der den beruflich verhinderten Trainer Steffen Fischer vertrat. „Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir uns zu viele technische Fehler und Fehlwürfe geleistet. Wir sind zu spät aufgewacht, waren nicht wirklich die bessere Mannschaft – und am Ende wollten die Grünheider den Erfolg ein klein bisschen mehr“, kommentierte der gebürtige Stralsunder den ersten kleinen Rückschlag im Rennen um den erneuten Titelgewinn und den damit verbundenen Aufstieg in die 3. Liga.

Statistik

Grünheider SV: Tim Reisener, Denny Alpers – Christoph Genilke 1, Tom Friedrich, MatthiasHenow 3, Konstantin Büttner 4/davon1 Siebenmeter, David Walaszewski, Yannick Meye, Toni Fuchs 2/1, Fabien Grünagel, Marcel Otto 2, Marc RobinHiesener 5, Marc Schmitz 2, TomGriebsch 5Schiedsrichter: Julian Heinrich, Cay Schulze (Berlin)Siebenmeter: GSV 2/beide verwandelt, Stralsunder HV 5/4Zeitstrafen: GSV 5 + eine Disquali-fikation, SHV 6 +2 Disqualifikationen