"Diese Niederlage wird uns aber nicht umwerfen", sagte Ronald Rochow. Der Trainer wusste indes, dass seine Mannschaft einen Sieg an diesem Tag wohl auch nicht verdient gehabt hätte. "Wir haben uns einfach zu viele Fehler geleistet. Am Ende hat die Zahl der vergebenen Chancen den Unterschied ausgemacht." Rochow meinte damit auch das halbe Dutzend vergebener Siebenmeter, also die Hälfte der insgesamt zwölf Strafwürfe, denn auch Kristin Rothe und die sonst so treffsichere Christin Boenig waren vom Punkt gescheitert.
Heiß umkämpftes Spitzenspiel
"Wir sind eigentlich ganz gut reingekommen", sagte der GSV-Coach, "aber Falkensee ist immer dran geblieben. Es war auf jeden Fall das erwartet heiß umkämpfte und über weite Strecken ausgeglichene Spitzenspiel." Zur Pause führten die Gastgeberinnen mit 14:12, nach dem Wechsel kamen die jungen Damen von der Löcknitz aber nicht nur wieder heran, sondern lagen beim 16:15 ihrerseits vorn (36.), zum letzten Mal beim 19:18 (51.).
Was folgte, waren neun torlose Minuten mit eben jener doppelten Überzahl als ärgerlichem Schlusspunkt. "Wir haben unsere Leistung nicht abrufen können. Das hat sich vor allem bei den Abschlüssen gezeigt", resümierte Rochow. "Und Siebenmeter-Situationen lassen sich zudem im Training schlecht simulieren." Am Verdienst des Sieges für den Tabellendritten wollte der Grünheider Übungsleiter aber keinen Zweifel aufkommen lassen.
Die Verbandsliga Nord geht in eine dreiwöchige Pause – der Spitzenreiter nutzt dies zu zwei Testspielen: am Freitag gegen den Berliner Verbandsligisten BFC Preussen II und eine Woche später gegen den Brandenburgliga-Dritten Lok Rangsdorf. Aber damit nicht genug, hat Ronald Rochow zwei besondere Trainingseinheiten anberaumt: im Fechtzentrum Marzahn und bei den Boxern von Narva Berlin. "Die Mädels sollen den Kopf ein bisschen frei bekommen, und so etwas ist auch gut für den mannschaftlichen Zusammenhalt. Zudem üben wir mal andere Bewegungsabläufe, variieren Kraft- und Stabilisierungstrainung", betont der Coach.
GSV II zieht ins Pokalfinale ein
Derweil ist der mit einigen Spielerinnen aus der ersten Mannschaft verstärkte GrünheiderSV II am Montag ins Endspiel um den Kreispokal eingezogen. Beim Liga-Rivalen Hennickendorfer SV gelang nach einem 9:16-Halbzeitstand (!) noch die Aufholjagd zum 24:24 nach 60 Minuten und letztlich ein 29:28 nach Verlängerung. Jeweils sechs Sekunden vor dem Ende war es Nele Wedehase, die einen Konter erst zum Ausgleich in der regulären Spielzeit und schließlich zum umjubelten Siegtreffer verwertete.

Statistik

Grünheider SV: Maria Walaszewski, – NeleWedehase, Julia Hülse, Kristin Rothe 1 Tor,Tanita Teske 1, Louisa Barke 1, Christian Boenig 12/davon 6 Sieben-meter, Anne Malzahn 1, Frederike Wunsch 3, Emilia Petereins, Juliane StarkeSchiedsrichter: Paul Redmann, Christoph Roll (Massen) –Siebenmeter: HSVFalkensee 3/2 verwandelt, GSV 12/6 – Zeitstrafen: HSV 4, GSV 5