Handball
: Knapp vorbei geschrammt

Die Männer des Grünheider SV verpassen in Cottbus die nächste Überraschung in der Oberliga Ostsee-Spree.
Von
Kai Beißer
Grünheide
Jetzt in der App anhören

Szene aus dem Hinspiel: Der Grünheider Linksaußen Moritz Kraft fliegt in den Kreis, Robert Takev kann nur zuschauen. Der Cottbuser war beim Heimsieg des LHC mit sieben Treffern erfolgreichster Werfer.

Andreas Hoffmann

„Wir haben gegen eine derbesten Angriffsmannschaften der Liga eine super Abwehrleistung gezeigt. Leider ist es uns nicht gelungen, vorn mit derselben Effi-zienz zu agieren“, sagte Trainer Frank Morawetz. „Aber die Mannschaft ist intakt, hat sich beimklaren Favoriten super verkauft – und dann darf man sich auchärgern über einen verpassten möglichen Punktgewinn.“

Dabei hatten sich die Gäste auch von dem frühen verletzungsbedingten Aus ihres Kapitäns Toni Büttner, der nach gut zehn Minuten mit Wadenproblemen passen musste, nicht wirklich aus dem Konzept bringenlassen. Für ihn rückte Marcus Schwiderski auf die Spielmacherposition. „Wir waren dicht dran, müsssen uns aber ankreiden lassen, über die komplette Distanz nicht konstant genug angegriffen zu haben“, analysierte Morawetz. „Über weite Strecken war nicht zu erkennen, wer hier der Tabellendritte und wer der -zehnte ist. Fairerweise muss man aber anerkennen, dass der Sieg der Cottbuser am Ende nicht unverdient ist, weil sie einfach den einen Fehler weniger gemacht haben.“

Beim 21:22 wieder dran

Ihre stärkste Phase hatten die Männer von der Löcknitz in der ersten Halbzeit, als sie durch vier Treffer in Folge binnen 130 Sekunden aus einem 3:5 ein 7:5 machten. Nach dem Wechsel kamen sie zudem nach einem 14:19 (40.)wieder zurück (21:22/52.). „Da hatten wir auch Nick Widera wieder besser im Griff, der kurz nach der Halbzeit viermal getroffen hatte“, merkte der GSV-Trainer an. Ausgleichen konnten dieGäste aber nicht mehr.

Tor in doppelter Unterzahl

In der Schlussphase hatten sie zudem das Schiedsrichter-Duo gegen sich. Die Unparteiischen verhängten Zeitstrafen gegen Schwiderski und Christopher Genilke, verweigerten den Gästen auf der anderen Seite gleich zweimal einen möglichen Siebenmeter. Dennoch traf der wieder genesene Marc Hiesener in doppelter Unterzahl zum 24:25. Der überragende Robert Takev erzielte dann aber den 26. Treffer für die Lausitzer, das letzte Tor von Marc Schmitz reichte nur noch zum erneuten Anschluss, aber eben nicht mehr zum Remis.

Auf der Heimfahrt war der Blick dann schon wieder nach vorn gerichtet. Am Sonnabend geht es zum Spitzenreiter auf die Insel Usedom. „Wir können da nach den beiden jüngsten Spielen mit Selbstbewusstsein reingehen, wissen aber, dass danach die vielleicht entscheidende Saison-phase folgt“, betont Frank Morawetz. Im Kampf gegen den Abstieg aus der 4. Liga treffen die Grünheider dann auf den SV Brandenburg-West und den VfL Lichtenrade, Blau-Weiß Berlin und den VfL Tegel.

Grünheider SV: Hendryk Büttner, Tim Reisener– Christoph Genlike 5 Tore, Konstantin Büttner 1, David Walaszewski, Marc Schmitz 3, Marcus Schwiderski 3, Moritz Kraft 2, Marc RobinHiesener 2, Clemens Wetzel 2, Tom Griebsch 7/davon 3 Siebenmeter

Schiedsrichter: Daniel Beyer, Mike Höhne(Finowfurt) – Siebenmeter: Cottbus 2/beide verwandelt, Grünheide 3/3 – Zeitstrafen:Cottbus 3, Grünheide 4 (1 Disqualifikation)