Handball: Verbleib in Liga 4 rückt näher

Zwei Protagonisten des Grünheider Sieges: Kreisläufer Marcel Otto erzielt eines seiner fünf Tore – auf Zuspiel von Kapitän Toni Büttner (im Hintergrund), der mit seinem 100. Saisontreffer für den 28:26-Endstand gesorgt hatte. Die Cottbuser Silvio Fischer (am Boden) und Robert Schulze sind in dieser Szene machtlos.
Andreas HoffmannDie Oberliga-Handballer des Grünheider SV haben einen weiteren eminent wichtigen Sieg gelandet. In der heimischen Löcknitz-Halle rangen sie am Sonnabend denLausitzer HC aus Cottbus mit 28:26 (16:13) nieder und verschafften sich überlebenswichtige Luft im Kampf um den Klassenerhalt.
Eine Woche zuvor hatten die Grünheider 24:23 bei Schlusslicht Fortuna Neubrandenburg gewonnen. Nun also der Heimsieg gegen einen Kontrahenten, der vor der Partie noch zwei Punkte besser dagestanden hatte, nun aber seinerseits auch nur noch fünf Zähler Vorsprung auf einen fixen, drei auf einen möglichen Abstiegsplatz hat.
„In Neubrandenburg war beiden Mannschaften die übergröße Nervosität anzumerken. Heute haben wir besseren Handball gespielt. Auch wenn es am Ende noch mal richtig dramatisch wurde – wir sind natürlich glücklich, dass wir diese beiden so wichtigen Spiele gewonnen haben“, atmete GSV-Trainer Dirk Köhler nach der Schlusssirene, die im lauten Jubel der Grünheider Handballfamilie untergegangen war, erstmal kräftig durch.
Ähnlich der Tenor bei Mannschaftskapitän Konstantin „Toni“ Büttner: „Eine klasse Mannschaftsleistung, ein ganz wichtiger Sieg. Alle haben gekämpft, die Abwehr war gut, die Torhüter haben einen tollen Job gemacht“, betonte der 29-Jährige. Unerwähnt ließ der Rückraumspieler, dass er erneut großen Anteil am Erfolg der Grünheider hatte. Als fünffacher Torschütze, vor allem aber wieder mal als Passgeber, vor allem an den Kreis zu Marcel Otto. Ob die Zuspiele auch im Schlaf klappen würde? „Das vielleicht nicht, aber wir harmonieren tatsächlich sehr gut. Wir kennen uns ja erst seit dieser Saison, aber ich habe irgendwie schon bei den ersten Trainingseinheiten gemerkt, dass das mit uns passt“, erzählte Büttner nach dem Abpfiff.
Der 22 Jahre alte Ex-Cottbuser Otto gab das Lob zurück. „Toni macht das natürlich super. Wir versuchen unser zusammenspiel immer weiter zu verbessern, da legen die Trainer großen Wert drauf“, sagte der Kreisläufer, der sein vielleicht bestes Spiel für die Grünheider absolvierte – „Ich glaube, dass kann man so sagen“ –, bei fünf Treffern ohne Fehlwurf blieb.
Zwei weitere GSV-Akteure trumpften gegen den Lausitzer HC groß auf: die Außen Phillipp Hudewenz und Tom Griebsch. Der Linkshänder narrte Julien Adam im Cottbusser Tor ein ums andere Mal, traf zudem aus dem Rückraum, als die Gastgeber wegen einer Zeitstrafe gegen Sören Klünder in Unterzahl waren (19:15/36. Minute). Rechtshänder und Linksaußen Hudewenz wiederum durch seine Kaltschnäuzigkeit und eine 100-prozentige Siebenmeter-Quote. 47-mal trat der 26-Jährige in dieser Saison bisher zu einem Strafwurf an, 34-mal war er erfolgreich.
Die Partie hatte ausgeglichen begonnen, bis zum 9:9 nach genau einem Viertel der Spielzeit stand es immer wieder unentschieden. Dann aber zogen die Einheimischen mit einem Zwischenspurt auf 16:11 davon (28.), kassierten bis zur Halbzeit aber noch zwei Gegentoren.
Auch nach dem Wechsel blieb es spannend, beim 22:23 waren die Gäste dann erstmals wieder bis auf ein Tor dran. Und es sollte tatsächlich noch richtig dramatisch werden: Mit seinem einzigen Treffer gelang dem Cott-buser Rechtsaußen Alexander Volk das 26:27 aus Sicht der Gäste. 65 Sekunden waren da noch zu spielen. Die Grünheider Bank reagierte im letzten Angriff mit einer Auszeit. Als der Ball wieder im Spiel war, monierten die Lausitzer Zeitspiel. Aber da raffte sich Toni Büttner noch einmal auf, tankte sich mit grenzwertigem Einsatz durch die LHC-Abwehr – und erzielte seinen 100. Saisontreffer. Der Rest war Jubel.
Die Grünheider hatten bereits das Hinspiel in Cottbus mit 31:22 gewonnen und haben so den direkten Vergleich mit den Lausitzern für sich entschieden, der bei Punktgleichheit am Ende der Saison zur Ermittlung der Platzierungen herangezogen würde. Dies gilt auch für den Veegleich mit dem BFC Preußen und die nur einen Zähler schlechtere SpVgg. Blau-Weiß Berlin. Die Chancen, dass der GSV auch in der kommenden Spielzeit der 4. Liga angehört, sind also um ein Etliches gestiegen. Vier Partien stehen noch aus, am Sonnabend geht es zum Tabellenfünften Ludwigsfelder HC.