Handwerk: 16 Friseursalons in Erkner

Blitzschnell: Mohannad Abdallah modelliert mit Fäden die Augenbrauen von Ivo Richter.
Annette Herold/MOZIvo Richter aus Gosen–Neu Zittau lässt die Prozedur über sich ergehen, und auch, dass andere Haare unter eine Heißwachsschicht kommen, um mit einem Ruck aus seinem Gesicht entfernt zu werden. Ganz ohne Schmerzen geht das nicht ab, aber das Resultat ist es Ivo Richter wert. Sein Bart wird künftig im von Mohannad Abdallah eröffneten ersten Erkneraner Barbershop gepflegt. Seine Haare lässt er dort auch schneiden und ist zufrieden. Was den Bart angeht, sei der noch nirgends so gut frisiert worden.
Der Palästinenser Mohannad Abdallah, der sein Handwerk in Dubai lernte, wollte lange schon einen Salon eröffnen, nachdem er 2011 aus politischen Gründen nach Deutschland kam. Der Meisterbrief fehlte aber. Mit dem in der Tasche machte er sich selbstständig und wurde auf der Suche nach einem Laden in der Friedrichstraße fündig. Männer wie Frauen werden dort bedient, Abdallah wundert sich sogar ein bisschen, wie viele Frauen das Geschäft aufsuchen.
Das mag auch an seinen Preisen liegen, für Ivo Richters Frau Denise Mikolayczyk ist das aber nicht das Hauptargument. Sie sei einfach zufrieden, erzählt sie. Qualität, Hygiene und Atmosphäre stimmten. Bedenken bereitet der neue Betrieb jedoch manchem Erkneraner Friseur. Eine Meisterin, die namentlich nicht genannt sein will, verweist auch auf die Neueröffnung, die wohl als nächstes bevorsteht. Orient–Cut steht an der Tür eines Ladens, ebenfalls in der Friedrichstraße. Ein Aushang kündigt Preise an, die unter denen vieler Erkneraner Salons liegen.
Das sind mittlerweile 16, wie es aus dem Rathaus heißt. Hinzu kommen die mobilen Friseure. Im gesamten Landkreis Oder–Spree werden Kunden in 155 Friseurbetrieben bedient, ist von der Handwerkskammer zu erfahren.
Für Christiane Warzecha belebt Konkurrenz das Geschäft. Sorgen bereitet ihr die Friseurdichte nicht weiter. „Wir haben unsere Stammkunden“, sagt die Inhaberin des Salons „Art of Hair“ in der Friedrichstraße. Die Kunden schätzten ihr gutes Team. Gearbeitet werde mit– und nicht gegeneinander. Und wenn Männer die Bartpflege woanders erledigen lassen, ist sie nicht böse. „Die haben sich ihre Nische gesucht“, sagt die Friseurmeisterin über den Barbershop. „Jeder muss gucken, wie er klarkommt.“