Hitzewelle
: Zur Erfrischung in Erkner ins Ölfass

Nachdem die Haupt-Urlaubszeit vorbei ist, klettern jetzt die Temperaturen. Die MOZ fragte nach, wie die Arbeit bei dem Wetter schmeckt.
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Von Kerstin Ewald
Erkner/Gosen/Fürstenwalde
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  • Viel trinken und ab und zu ein Eis: Marcel Hartig, 37, (l.) und Marvin Ton, 30, vom Auto-Center Lange in Gosen erzählen, wie sie bei der Hitze ihre Arbeit meistern.

    Viel trinken und ab und zu ein Eis: Marcel Hartig, 37, (l.) und Marvin Ton, 30, vom Auto-Center Lange in Gosen erzählen, wie sie bei der Hitze ihre Arbeit meistern.

    Kerstin Ewald
  • Erkner, 12.08.2020 - Umfrage zu Hitze: Wie halten Sie die Hitze aus? - Pasquale Caringi, 61, aus Erkner, arbeitet am BER Schönefelt

    Erkner, 12.08.2020 - Umfrage zu Hitze: Wie halten Sie die Hitze aus? - Pasquale Caringi, 61, aus Erkner, arbeitet am BER Schönefelt

    Kerstin Ewald
  • Gosen, 12.08.2020 - Umfrage zu Hitze: Wie halten Sie die Hitze aus? - Cornela Bechmann, 65, aus Erkner

    Gosen, 12.08.2020 - Umfrage zu Hitze: Wie halten Sie die Hitze aus? - Cornela Bechmann, 65, aus Erkner

    Kerstin Ewald
  • Gosen, 12.08.2020 - Umfrage zu Hitze: Wie halten Sie die Hitze aus? - Dermir (40) und Mehmet (10) Abdulla, aus Erkner

    Gosen, 12.08.2020 - Umfrage zu Hitze: Wie halten Sie die Hitze aus? - Dermir (40) und Mehmet (10) Abdulla, aus Erkner

    Kerstin Ewald
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Eis zur Abhkühlung

Der 30-jährige Automechaniker nimmt sich trotz der vielen Aufträge wenn möglich die Zeit, um in der Mittagspause kurz in den See zu springen. Manchmal hat er sich auch schon mit den Werkstatt-Kollegen ein Ölfass sauber gemacht und mit Wasser gefüllt. Da konnte, wer wollte, ab und zu eintauchen. Außerdem kommt es ihm jetzt sehr gelegen, dass der Chef neben Kaffee auch kühle Getränke sponsert. „Wenn er gut drauf ist, gibt es noch Eis dazu“, ergänzt Kollege Marcel Hartig augenzwinkernd. Er ist im Verkaufsbereich tätig. Dort geht es allerdings – auch wegen der Hitze – im Moment ruhig zu.

Viel trinken ist wichtig, hier sind sich alle Befragten einig. Auch Jan Wittkopf von der Kunstschmiede- und Metallbaufirma Sponholz in Gosen trinkt viel Wasser, um gut über den Tag zu kommen. Statt aber eine schöne Siesta nach Art der Südeuropäer zu halten, ist seine Devise: zügig durcharbeiten. Er erscheint auch sonst früher zur Arbeit als die Kollegen und geht dafür etwas eher. Das kommt dem 56-Jährigen jetzt bei der Hitze gut zu pass.

Im Fitnesscenter Athletic Park wird auch gearbeitet. Ein junger Mann managt den Empfang, eine Trainerin erklärt einem Kunden die Geräte. Trotz der Hitze trainieren Leute. „Wärme ist fürs Training sogar von Vorteil“, sagt Inhaber Guido Gongoll, "denn Muskeln und Gelenke sind dann viel geschmeidiger, als wenn es kalt ist.“ Der 50-Jährige steigt in der Mittagszeit selbst auf die Geräte. Nur Älter und Menschen mit Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Problemen müssten aufpassen. „Meine 80-jährige Mutter ist sehr fit, sie trainiert allerdings zur Zeit in den Morgen oder Abendstunden“, erzählt Trainer Gongoll.

Dampfwolken steigen auf, wenn Thomas Kunst auf der Baustelle in der Fürstenwalder Lindenstraße einen Schwapp Wasser auf den heißen Asphalt kippt. Mit dem Rüttler in der einen Hand und einer Gießkanne in der anderen Hand zieht der Mitarbeiter der Firma Rubert seine Bahnen. 180 Grad Celsius ist das schwarze Gemisch heiß, das Kunst und seine Kollegen als Tragschicht für die Zollhof-Zufahrt einbauen. Von oben brennt die Sonne. Schweißtropfen rinnen den Männern über das Gesicht. Wie halten sie das aus? „Sonnencreme  50 plus, in der Sonne einen Strohhut und Wasser“, sagt Mathias Kosse.

Frühes und kurzes Lüften

Ganz so heiß ist es im Seniorenheim des Landkreises in Fürstenwalde natürlich nicht – mit ein paar Tricks lässt sich die Hitze dort halbwegs aushalten. „Morgens, wenn’s kühl ist, lüften wir schnell alles durch“, sagt Leiterin Sandra Gosemann. Am Tage verhindern die herabgelassenen Rollos mit Spezialbeschichtung, dass die Sonne die Räume aufheizt. Außerdem werden viele Getränke gereicht, gibt es mal ein Eis. Bislang hätten alle 96 Bewohner die heißen Temperaturen gut verkraftet, sagt Gosemann.

Schatten, Ventilatoren und Wasser sind begehrt in diesen Tagen. Und noch scheinen sogar die in den Vorjahren hin und wieder ausverkauften Ventilatoren noch verfügbar zu sein. „Ein paar haben wir noch“, heißt es beim Toom-Baumarkt an der Autobahn in Fürstenwalde. „Wir haben noch reichlich“, sagt eine Mitarbeiterin des Marktes in der Rebstockstraße. mit mw

Wie halten Sie die Hitze aus?

Pasquale Caringi (61), Erkner: "Ich arbeite beim Flughafen BER auf dem Rollfeld. Im Moment ist es viel zu heiß. Wir können, wenn wir die Flugzeuge abfertigen, der Sonne nicht ausweichen. Die Pausen verbringen wir im kühleren Pausenraum."

Cornelia Bechmann (65), Erkner: "Es ist anstrengend, bei dieser Hitze eine Maske zu tragen. Einkaufen gehe ich trotzdem, immerhin ist es in der Kaufhalle etwas kühler als in meiner Wohnung in der oberen Etage." ⇥Fotos (3): Kerstin EwaldDemir (40) und Mehmet (10) Abdullah, Erkner: "Wir haben im Döner-Imbiss viel Arbeit, denn die Leute essen bei Hitze mehr Salziges. Der Döner ist nur innen warm, außen ist kühler Salat. Wir wechseln bei Hitze am Tag ab und zu die T-Shirts."