Infrastruktur: Geduldige Handynutzer in Neu Zittau

Symbolbild
pixabayNetz ist schlechter geworden
Auch Barbara Standhardt aus der Buriger Gartenstraße hat schlechten Empfang. „Früher konnte ich besser telefonieren, und zwar auch ohne LTE“, sagt sie. Ihrem Enkel Martin Vollack, der nebenan wohnt, geht es ähnlich, während die Nachbarn in der nahen Jägerstraße zufrieden sind. Alle Befragten nutzen das Telekom-Netz, denn diesem wird auf dem platten Land die beste Abdeckung nachgesagt. Tatsächlich zeigt die Telekom ihr 4G-Netz in Burig knallig magenta an. Doch warum bricht die Leitung mancherorts trotzdem oft zusammen?
Einige fragen sich, ob der neue Mast bei Steinfurt an der Autobahn vielleicht etwas damit zu tun hat. Zumindest für die Nutzer des alten 3G-Standards liegt die Vermutung nahe. Denn mit Hochdruck bauen Vodafone und Telekom die 5G-Hochleistungsnetze aus. Parallel schalten sie 3G, auch UMTS genannt, ab, um Frequenzen für die neue Technik frei zu machen.
Lässt man sich auf der Firmenwebsite der Telekom die Landkarte fürs 3G-Netz anzeigen, klaffen außerhalb der größeren Orte Lücken. Während Erkner, Fürstenwalde, Schöneiche, aber auch Gosen, noch tief purpur wirken, weisen Woltersdorf und Neu Zittau helle Flecken auf. In Neu Zittau wurde 3G für Teile der Geschwister-Scholl-Straße und die Walther-Rathenau-Straße, Abzweig Spreestraße/Waldstraße abgeschaltet.
Georg von Wagner, Pressesprecher bei der Telekom, hält es für ausgeschlossen, dass die Störungen etwas mit technischen Mängeln seines Unternehmens zu tun haben. „An dem Netz wurde nichts verändert, zwei Masten in der Umgebung versorgen das Gebiet.“ Er rät den Betroffenen, die Handys regelmäßig neu zu starten und die Einstellungen zu überprüfen. Wer nur UMTS/3G statt LTE eingestellt hat, telefoniere schlechter.
Michèle Scherer von der Verbraucherzentrale Brandenburg rät, Handy und Vertrag noch einmal auf die 4G/LTE-Tauglichkeit zu überprüfen. Ist man zwar gut ausgestattet, der Empfang aber trotzdem mies, sei der im Vorteil, so die Rechtsexpertin, der sich den Empfang zu Hause hat garantieren lassen. „Wenn ich zu Hause telefonieren will, sollte ich mir die Versorgung an dieser Adresse vertraglich vom Anbieter absichern lassen“, sagt Michèle Scherer. Nur dann könne man Druck auf den Anbieter machen, sollte das LTE-Netz – entgegen den Firmenangaben – doch zu schwach sein.
