Infrastruktur: In Erkner wurde die neue Nahverkehrsstudie vorgestellt

Auf zur neuen Tour: Auch wenn der Busfahrer-Alltag nicht immer leicht ist, scheint die Stimmung im Depot des BOS-Busverkehr Oder-Spree in der Breitscheid-Straße Erkner ganz gut zu sein.
Kerstin EwaldDie Planer erhielten den Auftrag, „wirkliche Alternativen gegen die zunehmende Pkw–Dichte und Umweltbelastung“ zu schaffen. Dazu kommt: Die Stadt Erkner will nicht noch mehr Park&Ride–Plätze am Bahnhof einrichten. Also müssen auch für die Pendler Alternativen her. Darüber hinaus sollen Umstiegszeiten zwischen Bahn und Bus verkürzt und Verbesserungen auf der Schiene für die Buspassagiere nutzbar gemacht werden.
Welche Linien sind betroffen?
Laut dem vorliegendem Konzept könnte die BOS–Linie 420 (Schöneiche–Erkner) bis zum Bahnhof Neuenhagen verlängert werden. Eine zweite Linienvariante soll in der Hauptverkehrszeit für verkürzte Fahrzeit sorgen.
Die Line 418 des Busverkehr Oder–Spree (BOS) soll zur „attraktiven Stadtlinie“ ausgebaut werden und auch am Wochenende bedient werden. Sie soll dann tags im 30 Minuten–Takt fahren.
Die Linie 950, die vom Verkehrsbetrieb Mobus (Märkisch–Oderland Bus) betrieben wird, fährt über Herzfelde zwischen Strausberg und Erkner. Ihr Takt soll auf 20 Minuten verdichtet, das Angebot auf der Linie am Wochenende zeitlich ausgeweitet werden. Die Stadtplaner wollen die 950 sogar zum „PlusBus“ mit besonderen Vorzügen machen. Ein Vorteil des PlusBus–Konzeptes: Kürzere Umstiegszeiten von Bus auf Bahn. 38 Prozent (in Kilometern) mehr sollen die Busse der Linie 950 auf die Straße bringen.
Für die BOS–Linie 424 zwischen Erkner und Neu–Zittau beziehungsweise Gosen gibt es keine Veränderungsvorschläge. Dafür soll die Linie 369 der Berliner Verkehrsbetriebe, — bisher Müggelheim, Gosen, Neu Zittau — bis zum S–Bahnhof Erkner verlängert werden. Unter der Woche käme, wird der Vorschlag umgesetzt, der 60–, am Wochenende der 120–Minuten–Takt. Die BOS–Linie 428 — bisher Erkner, Neu Zittau, Wernsdorf — soll bis zum Bahnhof Königs Wusterhausen verlängert werden. Unter der Woche winkt auf der Linie ganztags ein 60–Minuten–Takt, am Wochenende ein 120– Minuten–Takt.
Ausbau eines Flughafen–Busses
Die Linienführung der 733 (, betrieben von der Regionalen Verkehrsgesellschaft Dahme–Spreewald (RVS), soll stark verändert werden. Sie wird die Verbindung von Erkner zum neuen Flughafen BER. Die BOS–Linie 429 dagegen soll über Hangelsberg und Spreeau nach Spreenhagen verlängert werden. Auch ein umfangreicheres Angebot der Linie 436 wird angestrebt.
Welche der vielen konkreten Verbesserungsvorschläge nun umgesetzte werden, entscheiden letztendlich die Träger der Verkehrsbetriebe. Aber auch Kommunen können durch ihr Finanzierungsbereitschaft die Umsetzung fördern. Ende August soll ein konzertiertes Finanzkonzept erstellt werden. Für den BOS, den wichtigsten Anbieter für die Region Erkner, ist der Landkreis zuständig und Oder–Spree überarbeitet gerade den Nahverkehrsplan. Eine am Dienstag erhaltene Antwort aus dem Beeskower Landratsamt gibt Anlass zu leichtem Optimismus: „Die vorliegenden Überlegungen werden bei der Fortschreibung des kreislichen Nahverkehrsplans natürlich mit betrachtet“, heißt es darin.
