Infrastruktur: Neue Hoffnung auf Umgehung für Erkner

Nadelöhr Autobahn: Über die Mühlenfließbrücke geht es derzeit nur mit Einschränkungen. Viele Autofahrer umfahren den Abschnitt über Erkner.
Gerd MarkertNadelöhr Friedrichstraße
Im Rathaus, direkt an der Friedrichstraße gelegen, sind die Stau-Probleme nur allzu bekannt. Und weil sie sich mit der geplanten Ansiedlung des Elektroauto-Herstellers Tesla am benachbarten Güterverkehrszentrum (GVZ) Freienbrink verschärfen dürften, kommt der Verwaltungsspitze eine gemeinsam mit den Umland-Kommunen auf den Weg gebrachte Studie zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gerade recht. Übernächste Woche sollen intern erste Ergebnisse vorgestellt werden, sagt Vize-Bürgermeister Clemens Wolter und kündigt an, dass die Initiatoren Nacharbeiten auf den Weg bringen wollen, in denen die Auswirkungen der geplanten Fabrik berücksichtigt werden. Es gehe darum, dass Pendler besser zum und vom Bahnhof gelangen. "Freienbrink wird dann öfter anzufahren sein“, blickt Wolter in die Zukunft. Er macht aber auch deutlich, dass alles noch am Anfang steht und dass für konkrete Planungen noch zu wenig Informationen vorliegen.
Dennoch: So viele Pendler wie möglich zur Nutzung von Bus und Bahn zu bewegen, ist vor allem wegen des Nadelöhrs vor dem Rathaus das große Anliegen. "Am meisten Kopfschmerzen macht uns der Verkehr in der Friedrichstraße.“ Der wird gerade dadurch noch dichter, dass Kraftfahrer die A10-Brücke über das Mühlenfließ bei Rüdersdorf meiden, die aufgrund von Brandschäden derzeit nur eingeschränkt befahren werden darf. Wenn Tesla da ist, rechnet Wolter mit viel Pendlerverkehr aus Richtung Berlin-Rahnsdorf über die Friedrichstraße Richtung Freienbrink. Kurzfristig werde es keine Entlastung geben, befürchtet er, langfristig aber schließt er den immer wieder vorgeschlagenen und immer wieder verworfenen Bau einer Umgehungsstraße nicht aus, die vom Autobahnanschluss Freienbrink südlich von Erkner durch die Wiesen der Wohnstätten Gottesschutz zur Neu Zittauer Chaussee führen könnte.
Darauf hofft auch der Gosen-Neu Zittauer Gemeindevertreter André Organiska. „Es kann doch nicht sein, dass sich hier alles über eine Dorfkreuzung quält“, sagt er und meint damit den stauträchtigen Knotenpunkt in Neu Zittau. Er wisse von Leuten, die den Ort der Verkehrsprobleme wegen meiden. Organiska setzt darauf, dass Erkners Bürgermeister Henry Pilz bei der Tesla-Arbeitsgruppe der Staatskanzlei diese Interessen seiner Gemeinde mit vertritt.
S-Bahn bis Fangschleuse
Grünheides Bürgermeister Arne Christiani arbeitet in dieser Task Force ebenfalls mit. Um den Schwerlastverkehr macht er sich nicht so große Sorgen. Der Bürgermeister geht davon aus, dass viel davon über die Bahn und einen Verladebahnhof im GVZ abgewickelt wird. Mehr Kopfzerbrechen bereiten auch ihm die Pendler, die im anfangs auf 3000 bis 4000 Arbeitsplätze ausgelegten Werk arbeiten. Er kann sich eine Verlängerung der S-Bahn bis Fangschleuse vorstellen und hofft wie die Erkneraner Verwaltungsspitze auf mehr Busverbindungen. Für die, die doch mit dem Auto kommen, setzt er auf einen Ausbau der Autobahnzubringer zum Berliner Ring und der A12. Damit werde auch Erkner entlastet, ist er überzeugt. Mit der Tesla-Ansiedlung erhalte nicht nur die Region, sondern ganz Brandenburg „eine einmalige Chance“.
Die Infrastrukturplanung für die Fabrik, die auch er begrüßt, dürfe nicht nur aus Richtung Berlin betrieben werden, mahnt der Fürstenwalder Bürgermeister Matthias Rudolph. Er spricht die aus seiner Sicht außerorts gut ausgebaute Landesstraße 36 an, über die man via Markgrafpieske zur Tesla-Fabrik gelangen könne. Innerhalb von Fürstenwalde sei die Trasse aber teils in jämmerlichem Zustand. Dabei, so wirbt er, sei an dieser Straße auch Platz für Wohnbebauung, wie sie mit Tesla gebraucht werden könne.