Katze in Schulzendorf: Fast vier Jahre vermisst – Kater Peppi fand zurück nach Hause

Katze in Schulzendorf: Etwas abgemagert und sichtlich älter geworden stand Peppi fast vier Jahre nach seinem Verschwinden wieder bei seinen einstigen Besitzern vor der Tür.
Familie RaufKatzen sind eigensinnig und lieben ihre Unabhängigkeit. Manche behaupten, dass ihr Schnurren sogar den Blutdruck senken kann. Sie sind verspielt und machen ihren Menschen Freude. Doch wenn sich so ein kleiner Vierbeiner erst einmal in das menschliche Herz geschlichen hat, ist es schwer ihn wieder loszulassen.
Familie Rauf aus Schulzendorf verbrachte viele gemeinsame Jahre mit ihrem Britisch-Kurzhaar-Kater Peppi. Man muss dazu sagen, dass Peppi ein Einzelkater war. Er herrschte gleichzeitig über drei Grundstücke und besuchte je nach Laune und Tagesform die nebenan wohnenden Schwiegereltern oder den Schwager und die Schwägerin von Rebekka Rauf.
Kater in Schulzendorf scheinbar spurlos verschwunden
Eines Tages aber kam Peppi nicht von einem seiner Streifzüge durch die Nachbarschaft zurück. Ein Schock für die Prophylaxe-Assistentin und ihre Familie. Der sonst so anhängliche Kater war von jetzt auf gleich nicht mehr da.
Was ist passiert, wo ist das Tier geblieben? Unzählige Fragen machten sich in den Köpfen der Familie breit. Vielleicht wurde er überfahren, vielleicht macht er nur einen größeren Ausflug, vielleicht… die Raufs wussten es nicht.

Kater Peppi aus Schulzendorf genoss bis zu seinem Verschwinden immer und überall die schönen Seiten des Lebens.
Familie RaufKatzen sind neugierig und aktiv. Die kleinen Vierbeiner geben ihrer Abenteuerlust nach, die weit über den normalen Bewegungsradius des Zuhauses hinausgeht. Tierärztin Beatrice Blaurock aus Königs Wusterhausen berichtet gegenüber MOZ.de: „Manchmal kommt es auch vor, dass Katzen sich einen für sie bequemeren Ort suchen. Ein Zuhause, wo immer jemand da ist und das Tier tagsüber nicht alleine ist.
So hart es klingt, aber die Beziehung zum Tierhalter ist tatsächlich bei einigen Tieren erst mal nebensächlich, der Komfort ist das, was bei einigen Tieren zählt.“ Bei Peppi kann es nicht um den Komfort gegangen sein. Er soll immer ein Familienmitglied um sich herum und in jedem ‚seiner Häuser‘ einen gut gefüllten Napf gehabt haben.
Verschwundener Kater in Schulzendorf war nicht gechippt
Die Schulzendorfer Familie ließ nichts unversucht, den Kater wiederzufinden. Sie starteten Suchanfragen bei Facebook, riefen sämtliche Tierärzte in der Region und alle Tierheime an. Aushänge in den Arztpraxen sollten eventuelle Zeugen ermutigen, sich zu melden.
„Zu der Zeit damals war das Tier nicht gechipt. Peppi war auch jeden Tag um uns herum und ist eigentlich nie weggerannt. Von daher haben wir es nicht für nötig gehalten, ihn chippen zu lassen“, sagt Rebekka Rauf.
Dabei hätte ein Chip eventuell Aufschluss über den Verbleib bringen können. „Wenn Neupatienten bei uns vorstellig werden, schauen wir zuerst immer nach, ob das Tier einen Chip trägt und eventuell registriert ist. So kann man beispielsweise bei Tasso vermisste Tiere ausfindig machen“, sagt die Königs Wusterhausener Tierärztin Beatrice Blaurock.
Was ist Tasso?
Tasso ist eine deutsche Tierschutzorganisation, die sich auf die Registrierung und Rückvermittlung von entlaufenen Haustieren spezialisiert hat. Sie betreibt eine umfangreiche Datenbank, in der Halter die Mikrochipnummern und Kontaktdaten ihrer Tiere hinterlegen können. Ohne einen durch einen Tierarzt eingesetzten Chip ist es oft schwierig, den Besitzer eines aufgefundenen Tieres ausfindig zu machen, was zu längeren Aufenthalten in Tierheimen oder sogar zu dauerhaften Verlusten führen kann. Die Registrierung des Chips bei Tasso ist kostenfrei.
Wurde der Kater von Fremden einfach mitgenommen?
Die Raufs gehen im Fall von Peppi von etwas sehr viel Schlimmeren aus: „Wir vermuten, dass er geklaut wurde. Peppi ist eine Zuchtkatze. Da wird doch niemand mit zum Tierarzt gehen und sagen, dass man den Chip auslesen solle, außer man hätte ihn irgendwo gefunden.“ Und heute ist klar, dass an dem Fakt etwas dran sein könnte. Kater Peppi hat nach mehr als drei langen Jahren ganz alleine den Weg zurück nach Hause gefunden.
Kater in Schulzendorf: Peppis „Schreimiauen“ ist einmalig
Am Morgen des 24. Mai dieses Jahres, Rebekka Rauf wollte gerade zur Arbeit fahren, fiel ihr ein Kater in ihrem Garten auf. Sie erinnert sich, dass ihre Katze Ambra in den vergangenen Abenden von innen an der Terrassentür fauchte.
Jetzt dämmerte ihr, was passiert ist: „Ich kam raus und sah Peppi vor meinem Auto sitzen. Aber ich war nicht davon ausgegangen, dass es unsere Katze ist. Im Gegenteil, ich dachte noch bei mir ‚Mensch, der sieht ja so aus wie unsere alte Katze.‘“
Während Rebekka versuchte, den Besucher zu fotografieren, begann das Tier zu mauzen. „Er hat so eine ganz spezielle Stimme, so ein ganz hohes, furchtbares Schreien, was kein Miauen ist, sondern eher ein Schreimiauen und dann lief der Kater zur Haustür. Ich dachte, das kann doch jetzt alles nicht wahr sein.“ Auch Monate nach der Wiederkehr des Katers ist die 47-Jährige noch von der Situation ergriffen.
Kater Peppi kehrt nach über dreieinhalb Jahren zurück
Innerhalb weniger Minuten war die Familie im Garten versammelt und traute ihren Augen kaum. Kater Peppi ist nach drei Jahren und acht Monaten wieder da. Der Zustand des Katers war okay. Er hatte weder Zecken noch Flöhe, doch für eine Britisch-Kurzhaar-Katze war er schon etwas abgemagert. „Wir gaben dem kleinen Kerl erstmal etwas Futter. Er hat gefressen wie ein Scheunendrescher, gleich vier Päckchen Katzenfutter hat er verdrückt.“

Mehr als drei Jahre war Kater Peppi aus Schulzendorf verschwunden. So plötzlich wie er verschwunden war, stand er auch wieder bei seinen Besitzern.
Familie RaufDoch was macht Rebekka Rauf und ihre Familie so sicher, dass dieser Kater auch wirklich ihr Kater ist? „Er hat uns erkannt und dann gibt es diese Stimme nur ein einziges Mal. Das ist nach so vielen gemeinsamen Jahren wie beim eigenen Kind, man erkennt die Stimme unter tausenden. Und er kannte sich auch bei uns aus.
Nachdem er satt war, legte er sich auf das Kissen vor den Kamin. Dahin, wo Peppi immer gelegen hat, wenn er satt und zufrieden war.“ Und die letztendlich letzte Bestätigung dafür, dass der Kater wirklich Kater Peppi ist, gab es dann am folgenden Wochenende während des Familienfrühstücks.

Auf diesem Kissen vor dem Kamin lag Kater Peppi schon vor seinem Verschwinden. Er hat seinen Lieblingsplatz nach seiner Rückkehr schnell wieder erkannt.
Familie RaufKater Peppi in Schulzendorf: Butter war der endgültige Beweis
Der Kater nahm ebenfalls am gut gedeckten Tisch Platz und saß einfach nur da. Er beobachtete sowohl Rebekka als auch ihren Mann Thomas. Dem fiel ein, dass der Kater früher gern etwas Butter schleckerte. „Thomas hielt ihm also sein Messer mit etwas Butter an der Spitze hin und der Kater schleckte alles genüsslich weg.“ Nach fast vier Jahren wusste Peppi also noch ganz genau, was er am Frühstückstisch zu erwarten hatte.
Allerdings hat die Rückkehr von Peppi auch seine Schatten vorausgeworfen. Nachdem die Raufs den Kummer um seinen Verlust überwunden hatten, schafften sie sich ein neues Tier an. Katze Ambra lebt seitdem bei der Familie. „Anfangs hat Ambra ihn mehr oder weniger akzeptiert. Solange er noch geschwächt war, war alles okay. Ärger gab es ab dem Moment, als Peppi dann mit ins Bett wollte. Denn so wie Ambra heute, hat auch er neben mir auf dem Kopfkissen geschlafen“, erinnert sich die Mutter von zwei Kindern weiter. Je kräftiger der Kater wurde, umso mehr habe er auch versucht, sein Revier zurückzuerobern.
Doch mit Ambra schien das Zusammenleben für Peppi nicht zu funktionieren. Der Kater mutierte zum Raufbold und stellte die gesamte Familie vor etliche Herausforderungen. „Wir drei Parteien versuchen uns jetzt immer darauf zu einigen, wann er wo ist, wo er schläft und was wir machen, wenn Oma im Urlaub ist. Das Haus meiner Schwiegereltern ist inzwischen sein Lebensmittelpunkt“, erzählt die Prophylaxe-Assistentin.

Rebekka Rauf mit ihrer Schwiegermutter und Kater Peppi. Die Freude über die unerwartete Rückkehr des Katers ist ihnen noch immer anzusehen.
Familie RaufSchön ist die Heimkehr dennoch für alle Beteiligten
Auch wenn sich die Lebensumstände für Peppi nach seinem Verschwinden etwas verändert haben, ist am Ende alles wieder gut geworden – für den Kater und seine Familie. Nach über drei Jahren hat er den Weg zurück nach Hause gefunden und ja, es ist ein bisschen schade, dass niemand die Gabe hat, sein einmaliges ‚Schreimiauen‘ zu verstehen. Sehr wahrscheinlich würde nicht nur Familie Rauf aus Schulzendorf gern erfahren wollen, was Peppi auf seiner Reise alles erlebt hat.
