Kletterwälder: In 15 Metern Höhe von Baum zu Baum
Der 17-Jährige gehört zum Team und ist deshalb allein schon wegen der Sicherheitskontrollen regelmäßig in luftiger Höhe auf den teils äußerst kippeligen Elementen unterwegs. Und obwohl der Köpenicker weiß, dass aufgrund des Sicherungssystems mit zwei Karabinern, die sich nur über einen magnetischen Stopper lösen und umkoppeln lassen, ein Sturz auf den Boden unmöglich ist, „der Respekt beim Blancieren in bis zu 16 Metern Höhe bleibt“.
Im März 2010 wurde der Kletterwald eröffnet und seither haben sich die Inhaber, Dirk und Sabine Hertam, für jede Saison neue Herausforderungen ausgedacht und sie in das vorhandene Labyrinth integriert. So wird es auch für Wiederholungsgäste nie langweilig. Mittlerweile zählen die fünf Erwachsenen-Parcours mehr als 100 Elemente und ergeben aneinander gereiht gut 1000 Meter Strecke. Hinzu kommt das Angebot für Kinder ab vier Jahren mit 40 Herausforderungen in maximal 1,80 Meter Höhe.
Ob Wackelbrücken, Schaukelschlaufen, Paddel-Knüppel-Gang, Surfbrett, Angelkahn oder Bobby-Car, die Möglichkeiten, Geschicklichkeit zu beweisen, sind sehr vielfältig. Moritz Wolf, der ebenfalls zum Team gehört, nennt die Seilbahnen seine absoluten Favoriten. Die warten vor allem in Runde vier auf ihre Bezwinger. „Wer neu ist im Kletterwald, der sollte aber einfach anfangen, erst mal das System kennen lernen“, rät der 17-jährige Hartmannsdorfer. Für jede der fünf Strecken werden etwa 30 bis 45 Minuten benötigt. „Drei Stunden gilt das Ticket“, sagt er. Danach seien die Kräfte meist auch aufgebraucht. Ein Sprung in den Werlsee, den die Kletterer zuvor ja ständig vor Augen hatten, kann dann sehr erfrischend wirken.
Was die Neuigkeiten in diesem Jahr anbelangt, so verweist Sabine Hertam auf den „Hinterstoißer Quergang“ – eine Anspielung an die äußerst anspruchsvolle Passage in der Eiger-Nordwand. „Das ist wie Klettern an einer Felswand, nur ohne Felswand“, macht sie es spannend.
In ähnlichen Dimensionen bewegt sich der in Luftlinie nicht einmal 30 Kilometer entfernte Teamimpuls-Kletterwald in Bad Saarow. Auch dort gibt es mehr als 100 Kletterelemente, die sich auf acht verschiedene Strecken verteilen und in bis zu 15 Metern Höhe liegen. Von der Anlage in der Seestraße aus ist es nur ein Katzensprung zum Scharmützelsee, der nächstgelegene Strand ist das Seebad Mitte.
Monkey Climbing als Neuheit
Neu in diesem Jahr ist eine Kletterstrecke anderer Art: Beim sogenannten Monkey Climbing geht es den Stamm einer Kiefer hinauf, vom Boden bis in zwölf Meter Höhe. Es gibt verschiedenfarbige Griffe in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. „Wir haben das auf einer Messe gesehen. Es ist wie in einer Kletterhalle, nur eben in der Natur“, sagt Teamimpuls-Geschäftsführerin Madeleine Meinlschmidt. Geeignet sei das Monkey Climbing ab sechs Jahren. Weil an der Kletterkiefer eine Sicherung nicht nur per Gurt, sondern auch durch das Teamimpuls-Personal nötig ist, muss vorher gebucht und extra bezahlt werden. „Es eignet sich zum Beispiel für Kindergeburtstage“, sagt Madeleine Meinlschmidt.
Die anspruchsvollste der „normalen“ Strecken ist der Ara-Parcours, für den man mindestens 16 Jahre alt sein sollte. Auf allen anderen Routen können Kinder bereits ab zehn Jahren alleine klettern, zusätzlich gibt es einen Kleinkindparcours ab drei Jahren. „Bei Familien, die zu uns kommen, bleiben die Eltern oder Großeltern dann oft am Boden“, beobachtet die Geschäftsführerin. Es gibt Verpflegung von einem Bistro und Sitzplätze im Wald. Dort hat es sich auch Gerit Wagner bei einem Kaffee gemütlich gemacht. Sie ist mit einer Familie etwas anderer Art in den Kletterwald gefahren. „Wir kommen aus der Nähe von Dresden und sind mit einer Wohngruppe für Jugendliche für sechs Tage in Bad Saarow“, erzählt sie.
Madeleine Meinlschmidt will unterdessen weg vom bekannten Image. In diesem Zusammenhang erfolgte vor einigen Jahren auch die Umbenennung von „Arbora“ in „Teamimpuls“. Das Unternehmen bietet auch Teambuilding-Programme an, die von Firmen aus ganz Deutschland gebucht werden. Auch im Kletterwald gibt es eine Strecke, auf der vier Höhen-Elemente nur als Mannschaft bewältigt werden können.
Öffnungszeiten und Preise
Der Kletterwald Disati in Grünheide ist in den Ferien täglich, sonst am Wochenende sowie an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 22 Euro, 12- bis 17-Jährige zahlen 18, Kinder 16 und die Minis 14 Euro. Dann kann drei Stunden geklettert werden.
Der Teamimpuls-Kletterwald in Bad Saarow öffnet bis 8. September täglich von 10 bis 19 Uhr. Danach mittwochs bis freitags von 14 bis 19 Uhr, an Wochenenden ab 10 Uhr. Eintritt für zweieinhalb Stunden: Erwachsene 22 Euro, es gibt Ermäßigungen. ⇥red

