Etwa 30 Menschen haben Montagnachmittag am Gedenkstein im Hohenbinder Weg der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus’ gedacht. Anlass waren die antisemitschen Pogrome in Nazi-Deutschland am 9. November 1938. Es sei gut, dass es feste Tage des Gedenkens gebe, sagte Erkners Vize-Bürgermeister Clemens Wolter. Er sprach von einer „Pflicht zur Erinnerung an Leid und Schuld“. Das Menschsein dürfe nie wieder von Glaube oder Herkunft abhängig sein.

Fremdenfeindlichkeit weiterhin Thema

Das Wort ergriffen auch  der katholische Pfarrer Hansjörg Blattner, sein evangelischer Kollege Carsten Schwarz und der Vikar Sven Schmidt. Die heute Lebenden trügen „keine Schuld an den Verbrechen von gestern, aber Verantwortung dafür, dass sich das Geschehene nicht wiederholt“, sagte der Vikar. Pfarrer Blattner erinnerte an Angriffe auf die Menschlichkeit neueren Datums wie das Attentat von Halle. Pfarrer Schwarz sagte, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus seien nicht überwunden, um so wichtiger sei das Engagement vieler gegen rechte Umtriebe.
Auch in Woltersdorf und Fürstenwalde fanden am Abend Gedenkveranstaltungen statt.