Oldtimer-Treffen in Finowfurt
: Roadrunners - Vorkriegsautos im Beschleunigungsrausch

„Roadrunner‘s Paradise Race 61“: In Finowfurt treffen und messen sich Oldtimer beim 1/8-Meilen-Rennen – ein Spektakel mit Tradition seit 1997.
Von
Antje Schroeder
Finowfurt
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Nostalgie auf der Piste: 1/8 Meile sind 200 Meter. Die restlichen 300 Meter der 500 Meter langen Rennstrecke veim Roadrunners Paradise in Finowfurt brauchen die Wagen zum Abbremsen, erläutern  die Veranstalter

1/8 Meile seien 200 Meter. Die restlichen 300 Meter der 500 Meter langen Rennstrecke bräuchten die Wagen zum abbremsen, erläuterten die Veranstalter

Nostalgie auf der Piste: Zum „Roadrunner‘s Paradise Race 61“ in Finowfurt werden wieder 150 bis 160 aufgemotzte Renn-Oldtimer erwartet. (Archivfoto)

Jan Lieske

Amerikanische Straßenkreuzer und aufgetunte Autos aus den 30ern bis 50er-Jahren werden am kommenden Wochenende wieder in Finowfurt einfahren. Das „Roadrunner‘s Paradise Race 61“-Festival steht kurz bevor. Das Festival ist bereits seit 1997 ein Treffpunkt von Liebhabern US-amerikanischer und anderer Oldtimer.

Aufkreuzen werden in Finowfurt die so genannten „Hot Rods“ – umgebaute, meist Vorkriegsautos wie das Ford Modell T, deren Originalmotoren durch leistungsstarke Aggregate ersetzt wurden. Oder die „Muscle Cars“, aufgemotzte 60er- und 70er-Jahre-Schlitten. Außerdem Motorräder, Custom und Classic Cars. Insgesamt also alles, was schön und alt ist und nicht nach 1976 gebaut wurde.

Von Null auf 100 auf 202 Meter Strecke

Auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums Finowfurt werden am Freitag und Sonnabend (28. und 29. Juni 2024) 150 bis 160 Fahrzeuge und 5000 Besucher erwartet, sagt Andreas Butzke, der die Veranstaltung gemeinsam mit Jirí Werner Richter organisiert. Die beiden haben die „Roadrunner Paradise Event U.G.“ im Jahr 2018 von den Vorbesitzern übernommen.

Höhepunkt sind wieder die 1/8-Meilen-Rennen. Die Rennstrecke ist mit 202 Metern so kurz, dass die extreme Beschleunigung für die Zuschauer immer wieder faszinierend ist. Natürlich mit entsprechendem Motorgedröhne. Weitere 200 Meter brauchen die Fahrzeuge für den Auslauf.

Andreas Butzke (Mitte) mit den "Startergirls" Sammy, Jenn Teding und Cati Henschel (v.l.)

Andreas Butzke (Mitte) mit den „Startergirls“ Sammy, Jenn Teding und Cati Henschel (v.l.) beim Rennen 2023.

Stefan Henschel

Der Dragster ist zu stark, um beim Rennen mitzufahren

Am Freitag (28. Juni) finden Trainingsrennen statt, am Samstag (29. Juni) geht es zur Sache. Die Rennen beginnen offiziell um 13 Uhr, tatsächlich starten die Fahrzeuge in der Regel nicht vor 14 Uhr, wie Butzke sagt. Die Oldtimer-Boliden treten in sieben Klassen gegeneinander an.

Ein Muskelpaket, der „Dragster“ aus einem niedersächsischen Rennstall, kann gleich gar nicht auf die Rennstrecke. Er hat so viel Kraft, dass er am Ende der Bahn nicht mehr bremsen könnte. Er fährt also außer Konkurrenz und nur aus Schau auf dem Gelände herum.

Hochgetunter VW Käfer aus Hennigsdorf

Das seltenste Fahrzeug werde sicherlich ein VW-Käfer sein, sagt Butzke. Dieses von einer Arbeitsgruppe der Fachhochschule Hennigsdorf hochgetunte Auto aus den 60er-Jahren kann bei den Rennen durchaus mithalten. Vielleicht nicht zu Unrecht wird der Käfer umgangssprachlich auch „Kugelporsche“ genannt. „Er ist nicht schlecht und hat schon mal den ersten Platz gemacht“, sagt Butzke.

In Windeseile vorbei: Das Rennen auf der 1/8-Meile ist auch diesmal wieder der Höhepunkt des Roadrunners Paradise & Race 61 Festival auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums Finowfurt.Das Publikum steht dicht gedrängt hinter der Absperrung.

Roadrunners Paradise & Race 61 Festival 2023 am 01.Juli 2023 auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums Finowfurt

In Windeseile vorbei: Das Rennen auf der 1/8-Meile ist auch diesmal wieder der Höhepunkt des „Roadrunner‘s Paradise Race 61“ Festival auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums Finowfurt. (Archivfoto)

Thomas Burckhardt

Die Roadrunners-Rennen veranstaltet Butzke – der privat einen Ford F100 fährt – zusammen mit seinem Partner Richter als Hobby. Reich werden die beiden nach Butzkes Darstellung nicht davon. Wenn etwas übrigbleibe, würden sie es in die Veranstaltung der nächsten Jahre investieren, sagt Butzke, hauptberuflich Inhaber einer Firma für die Beseitigung von Kampfmitteln.

Die Meisten haben ihre Oldtimer-Boliden selbst umgebaut

90 bis 95 Prozent der Oldtimer-Besitzer, die hier ihr selbst umgebautes Fahrzeug zur Schau stellen, seien Privatleute, sagt Butzke. Darunter viele aus dem Barnim.

Roadrunner’s Paradise & Race 61 Festival 2023 auf dem Gelände des Luftfahrtmuseums Finowfurt: Chris Schuricht streichelt den Lack seines Opels Imperial, Baujahr 1972.

Roadrunners Paradise Festival in Finowfurt: Chris Schuricht an seinem Opel Imperial, Baujahr 1972

Chris Schuricht streichelt den Lack seines Opels Imperial, Baujahr 1972. Viele Oldtimer-Besitzer sind Bastler und Liebhaber (Archivfoto).

Sven Klamann

Das Rahmenprogramm wird abgerundet mit Konzerten von Bands der internationalen Rockabilly-, Punk-, Stoner- und Rock ‘n‘ Roll-Szene aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Etwa Doc Horn & The Hornbabes oder den Kilaueas, die auf Trucks, der Open-Air-Bühne oder im Party-Hangar spielen.

Eintritt, Parken und Zeiten zum Oldtimer-Treffen in Finowfurt

  • Schon zum 27. Mal findet das „Roadrunners Paradise Race 61“-Rennen am 28. und 29. Juni 2024 auf dem Flugplatz in Finowfurt statt.
  • Schauplatz der Rennen ist das Luftfahrtmuseum in Finowfurt, Museumsstraße 1, 16244 Schorfheide.
  • Wer mit einem nach 1976 gebauten Auto anreist, muss draußen auf der Wiese hinter der Hubertusmühle parken. Die Autofahrer werden ab der Ecke Biesenthaler Straße/Hubertusweg eingewiesen und gehen die restlichen 300 bis 400 Meter zu Fuß durch die ehemalige „Heeresbäckerei“ zum Gelände.
  • Die Veranstaltung startet am Samstag um 10 Uhr (Beginn der Rennanmeldungen) und geht bis nach Mitternacht (Spielbeginn der letzten Band), am Samstag geht es ab 9:30 Uhr bis in die Nacht. Die Rennen beginnen gegen 14 Uhr.
  • Eintrittskarten können an der Tageskasse oder noch bis Freitagmittag im Vorverkauf erstanden werden.