Renate Bergmann: Dieser Mann steht hinter dem Phänomen Online-Omi

Schöpfer der Online-Oma Renate Bergmann. Seit zwölf Jahren unterhält er unter dem Pseudonym viele tausend Leser mit Geschichten von seiner Hauptdarstellerin.
Jana Scholz- Torsten Rohde aus Wildau ist der Schöpfer der Online-Oma Renate Bergmann.
- Bergmann hat über 85.000 Follower und veröffentlicht humorvolle Familiengeschichten.
- Rohde begann 2011 auf Twitter und wechselte von der Buchhaltung zum Schreiben.
- Sein erstes Buch war ein Bestseller; aktuell erschien "Aber nach drei Strophen ist Schluss".
- Am 25. Oktober liest Urte Blankenstein in der Wildauer Stadtbibliothek.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
„Hier schreibt Renate Bergmann, guten Morgen.“ Mit diesem Satz beginnen die meisten ihrer täglichen Posts auf Facebook. Die Online-Omi Renate Bergmann hat aktuell mehr als 85.000 Follower und gerade ihr nächstes Buch veröffentlicht. Mit einer großen Portion Humor und den Geschichten, die das Leben wahrscheinlich in jeder Familie schreibt, avancierte die rüstige Rentnerin zu einem Internetphänomen.
Kürzlich gab es in der Stadtbibliothek Wildau eine Lesung aus dem jüngsten Werk der Oma mit dem Titel „Aber nach drei Strophen ist Schluss“, das am 17. September dieses Jahres erschienen ist. Eingefleischte Renate Bergmann Fans wissen, dass sich hinter der Online-Omi in Wirklichkeit der Berliner Autor Torsten Rohde versteckt.
Geschichten der Online-Oma stammen aus dem Leben
Der gebürtige Brandenburger lebt mittlerweile in Berlin und startete seine Erfolgsgeschichte rund um Renate Bergmann vor zwölf Jahren bei Twitter (damals X). Zu der Zeit arbeitete er noch als Buchhalter in Genthin, wechselte aber nach zwei Jahren vom Buchhalter in den Beruf des Buchschreibers. Unter dem Pseudonym ‚Renate Bergmann‘ veröffentlicht Rohde seit dem Jahr 2014 viele verschiedene, vor allem aber kurzweilige Romane aus dem Leben der rüstigen Rentnerin. Sein erstes Buch trug den Titel „Ich bin nicht süß, ich hab bloß Zucker“ und landete sofort auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Seit dem ging es für sowohl für Renate als auch ihren Erfinder steil nach oben.
Die Geschichten für seine Werke hat Rohde alle selbst erlebt: „Ich sage immer, die besten Geschichten schreibt das Leben. Da kann man sich ganz viel ausdenken, aber die allerbesten Geschichten, die passieren einfach. Wenn man die dann ein bisschen mit Humor ausschmückt und auf Oma, also auf Seniorenhumor umdichtet, dann passt das.“ Rohde schreibt am liebsten in Cafés oder an belebten Plätzen. Da hätte er Zeit, Menschen und das Leben zu beobachten und Geschichten für seine Protagonistin zu sammeln.
Veranstaltungsreihe in Stadtbibliothek in Wildau
Eine Geschichte aus dem Leben lieferte beispielsweise eine Fahrt mit der S-Bahn, die er selbst erlebte und auf seine Heldin Renate bei Facebook umschrieb. Menschen aus der Region kommentierten und likten bei Facebook, was das Zeug hielt. Aber eben nicht nur in den sozialen Medien. Rohde ist mit seiner Online-Omi inzwischen auch offline und live in der Welt angekommen. Bei einer Lesung, die als Auftakt für eine ganze Veranstaltungsreihe in der Wildauer Stadtbibliothek stattfand, feierte der ausverkaufte Saal mit ordentlich Beifall die witzige Rentnerin und ihren Schöpfer.
Dabei musste sich Rohde an öffentliche Auftritte erst einmal gewöhnen. „Ich bin nicht die Rampensau, ganz ehrlich. Ich saß früher in meinem Büro und buchte meine Benzinkosten von links nach rechts, da konnte ich mir Auftritte und sowas überhaupt nicht vorstellen. Das mochte ich nicht“, sagt er. Inzwischen hat sich Torsten Rohde an die intimen Auftritte vor Publikum gewöhnt und sagt: „Ich schäme mich ja dafür auch nicht. Ich bin ja stolz auf das, was ich da mache. Und dann kann ich den Leuten das auch so erzählen.“

Autor Torsten Rohde las vor vollem Haus in der Stadtbibliothek Wildau aus seinem neusten Buch von Renate Bergmann: „Aber nach drei Strophen ist Schluss.“
Jana ScholzTorsten Rohde schreibt seine eigenen Familiengeschichten auf
Und auch seine Familie freut sich mit ihm: „Die Familie findet es großartig. Die wissen mittlerweile, dass Familienfeiern alle in den Büchern verwurzelt werden. Und ja, ab und zu kommt dann mal der Spruch, ‚Aber das schreibst du nicht!‘, und dann wissen wir genau, das ist aber ganz, ganz, ganz sicher jetzt im nächsten Buch mit dabei.“ Ob Renate Bergmann vielleicht auch seine Oma ist? „Anfangs, als meine Omi noch ein bisschen mobiler war, ist sie tatsächlich auch immer mit dem Rollator durchs Dorf gedackelt und hat meine Bücher vertickt“, erzählt er mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht.
Frau Puppendoktor Pille kommt am 25. Oktober
Die Autorenlesung von Torsten Rohde war nur der Anfang einer neuen Veranstaltungsreihe in Wildau. Am 25. Oktober folgt auf den humorvollen Abend rund um die prominente Online-Omi Renate Bergmann der Besuch von Urte Blankenstein. Sie dürfte vielen noch als „Frau Puppendoktor Pille mit der großen klugen Brille“ in Erinnerung sein. Tickets gibt es zum Preis von 15 Euro ab sofort in der Stadtbibliothek, Friedrich-Engels-Straße 78, in Wildau. Veranstaltet werden die Lesungen durch das Bürgerbündnis Wildau. Die erste Vorsitzende, Ronni Krzyzan, freut sich, unter dem Motto Leseherbst mit den bekannten Autoren und ihren Geschichten Wildau kulturell wieder zum Leben zu erwecken.

