Pandemie: Erkneraner Gymnasiasten büffeln fürs Abi via Internet

Emil Brandt (17, aus Müncheberg), Abiturient des Bernhardinums in Fürstenwalde, muss sich per Homeschooling auf sein Abitur vorbereiten.
privatKontakt per E–Mail oder Skype
Mit der Prüfungsvorbereitung an seiner Schule zeigt sich Leo Haase durchaus zufrieden: "Das Gute ist, unsere Lehrer kümmern sich um uns, und man fühlt sich nicht alleine gelassen“, erklärt der Schüler mit den Lieblingsfächern Mathe und Biologie. Von 8.30 Uhr bis 16 Uhr sind die Lehrer zu erreichen, in der Regel schreibt man E–Mails. Wer skypen, also per Videotelefonie in Kontakt treten will, muss sich einen Termin holen. Praktisch findet Leo auch, dass an seiner Schule mit elektronischen Tafeln (Smartboards) gearbeitet wird. Das ermöglicht den Lehrern, die im Unterricht erarbeiten Inhalte ins Internet zu laden. Viele Lehrer in seiner Schule praktizierten dies auch, erzählt Leo.
Das Carl–Bechstein–Gymnasium in Erkner wiederum hält an den ursprünglichen Prüfungsterminen Ende April bis Anfang Mai fest, wie Oberstufenkoordinator Alexander Butscher erklärt. Jeder Schule war es vom Ministerium freigestellt, ob sie bei den Terminen bleibt oder die Tage nutzt, die eigentlich für die Nachprüfungen vorgesehen waren. Nun gibt es für die Nachprüfungen noch einmal Ausweichtermine im Juni. „Wir haben uns für die Beibehaltung der ursprünglichen Termine entschieden, weil wir glauben, dass es durch den Unterrichtsausfall den Schülern nicht an Vorbereitungszeit mangelt“, sagt Alexander Butscher. Die extra Nachschreibetermine könnten sich dagegen als Vorteil erweisen, falls Schüler wegen einer möglichen Quarantäne–Maßnahme zeitweise verhindert sind.
Lehrer sind gut beschäftigt
Auch am Bechstein–Gymnasium seien die Lehrer mit Abiturvorbereitungen, der Entwicklung digitaler Lernformen, der Kommunikation mit Schülern sowie der Korrektur von Aufgaben gut beschäftigt, auch wenn die Außenwahrnehmung bisweilen eine andere sei, betont Butscher.
Die 17–jährige Ophelia Dauber aus Schöneiche, Schülerin am Bechstein–Gymnasium, steckt auch mitten in den Abiturvorbereitungen. Auch sie fühlt sich von ihrer Deutschlehrerin, die gleichzeitig ihre Tutorin in der Abizeit ist, zu Hause gut begleitet. „Dass wir nun durch den Unterrichtsausfall mehr Zeit hätten, uns vorzubereiten, sehe ich aber nicht so“, sagt Ophelia, „wir haben noch Aufgaben über Aufgaben zu erledigen, auch in Fächern, in denen wir gar kein Abitur schreiben.“
Auch Emil Brandt vom Fürstenwalder Bernhardinum findet es nicht schlimm, dass er jetzt alleine fürs Abitur lernen muss, wie er sagt. Viel mehr sei es das Emotionale, was ihm fehle. „Dass wir quasi ohne offizielle Verabschiedung, ohne Abiball oder Mottowoche die Schule verlassen werden, ist schon schade“, sagt der 17–jährige Abiturient.
