S-Bahn Berlin: SEV für S8, S45 und S46 — Pendler im Dauerstress

Schon morgens um kurz nach 6 Uhr bilden sich lange Schlangen an der SEV-Haltestelle am Bahnhof Berlin Grünau. Pendler müssen in den kommenden sechs Wochen mehr Zeit für die Wege zur Arbeit einplanen.
Ute Schwuchow- Bauarbeiten auf den S-Bahn-Linien S8, S45 und S46 verursachen lange Pendelzeiten.
- Pendler aus Königs Wusterhausen, Zeuthen und Wildau sind stark betroffen.
- Schienenersatzverkehr (SEV) per Bus zwischen Grünau und Schöneweide stockt.
- Pendler benötigen durch den SEV bis zu eine Stunde mehr Fahrzeit.
- Arbeiten dauern bis 14. Oktober, weitere Linien betroffen bis 8. November.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vom BER in Schönefeld aus geht es in die weite Welt. Zumindest mit dem Flugzeug klappt das ganz gut, doch die Anreise mit der S-Bahn ist beschwerlich. Berufspendler, die täglich die sogenannte Hauptstadtader nutzen, stehen die nächsten Wochen vor einer Herausforderung.
Bis zum 8. November gibt es Bauarbeiten auf der Linien S9 und S45 zwischen den Stationen BER und Berlin Adlershof. Ein Bahn-Sprecher erklärt gegenüber MOZ.de: Um den S-Bahnverkehr stabiler zu machen und weitere Fahrgäste für die klimafreundliche Schiene zu gewinnen, modernisieren und sanieren wir die Streckenabschnitte mit Hochdruck. Das bedeutet, dass die Linien S9 und S45 im gesamten Zeitraum auf diesem Streckenabschnitt stillstehen.
Von den Modernisierungsarbeiten sind jedoch auch die Linien S8 und S46 betroffen, wenn auch nicht ganz so lange. Die Arbeiten zwischen den S-Bahnhöfen Grünau und Schöneweide sollen laut Bahn-Mitteilung am 14. Oktober beendet sein. Diese Wegstrecke wird ebenfalls mit Bussen über den Schienenersatzverkehr geregelt. Dennoch heißt es für viele Tausend Menschen in der Region Umwege mit der Regionalbahn oder dem Bus in Kauf zu nehmen. Gefragt sind Geduld und Nerven.
Denn durch die Bauarbeiten auf der S45 (fährt zwischen dem Flughafen BER und Südkreuz) sind zusätzlich auch noch die Linien der S8 (fährt zwischen Wildau und Birkenwerder), S9 (fährt zwischen dem Flughafen BER und Spandau) sowie die S46 (fährt zwischen Königs Wusterhausen und Westend) zwischen Grünau und Berlin Schöneweide unterbrochen. Allerdings hat der von der Bahn eingerichtete Schienenersatzverkehr hat so seine Tücken.
So fahren die S-Bahnen in der Zeit vom 16. September bis 14. Oktober:
S45 fährt Baumschulenweg – Südkreuz
S46 fährt Königs Wusterhausen – Grünau und Schöneweide – Westend
S47 fährt Spindlersfeld – Schöneweide (– weiter als S9 nach/von Spandau)
S8 fährt Wildau – Grünau (nur Mo.–Fr. während der Hauptverkehrszeiten)
und Schöneweide – Birkenwerder, vom 20.09. (Fr.) 22 Uhr bis 23.09. (Mo.) 1:30 Uhr
sowie vom 27.09. (Fr.) 22 Uhr bis 30.09. (Mo.) 1:30 Uhr Schöneweide – Blankenburg,
zwischen Blankenburg – Birkenwerder verkehrt die umgeleitete S1.
S85 fährt Mo.–Fr. Schöneweide – Frohnau und Sa.+ So. Schöneweide – Pankow
S9 fährt (als S47 von/nach Spindlersfeld –) Schöneweide – Spandau.
SEV zwischen Grünau und Berlin Schöneweide läuft stockend
„Nächster Halt Berlin Grünau, Ausstieg links. Bitte alle aussteigen, dieser Zug endet dort“, heißt es für Pendler aus Königs Wusterhausen und Umgebung seit Montag (16. September) auf gleich mehreren S-Bahn-Linien. Der Schienenersatzverkehr ist durch Busse geregelt, soweit so gut.
Im Gegensatz zur S-Bahn fahren die Busse zunächst über das Berliner Adlergestell. Die 11,9 Kilometer lange Strecke verbindet den Ortsteil Schmöckwitz am südöstlichen Stadtrand und Berlin Niederschöneweide. Berlins längste Straße ist aber auch genau die Strecke, auf der es in der Rushhour immer wieder stockt. Zu viele Autos, rote Ampeln und dann auch noch die Busse, die für die S-Bahn über die lange Berlin-Piste sausen sollen.
So fährt der SEV von Grünau nach Schöneweide in die City
Pendlerin benötigt nun täglich eine Stunde mehr Fahrzeit
Ute Schwuchow pendelt seit knapp 20 Jahren täglich von Zeuthen zum Berliner Alexanderplatz. Normalerweise benötigt sie 38 Minuten Fahrzeit von Bahnsteig zu Bahnsteig, inklusive Umsteigezeit. Am 16. September musste sie mehr Zeit einplanen, denn mit dem Schienenersatzverkehr herrscht Chaos. Die Senatsmitarbeiterin erzählt gegenüber MOZ.de: „Auf dem Hinweg lief alles einigermaßen gut. Am Bahnhof Grünau ging man die Treppe runter, um auf der gegenüberliegenden Straßenseite in den Bus zu steigen.“
Zu ihrer Überraschung nutzte der Bus nur bis zum Bahnhof Adlershof das Adlergestell und fuhr anschließend über den Sterndamm, parallel zur Innenstadtstraße, zum Bahnhof Schöneweide in der Michael-Brückner-Straße. „Da ich seit Jahren schon morgens gegen 6 Uhr das Haus verlasse, waren die Straßen und auch die Busse entsprechend leer. Aber auf dem Heimweg kam dann das dicke Ende.“

In Schöneweide können die Busse des SEV nicht direkt vor dem Bahnhof halten, sodass die Pendler noch einige Hundert Meter zu Fuß bis zum Bahnhof zurücklegen müssen, um dann mit der S-Bahn weiter in Richtung Stadtmitte zu fahren.
Ute SchwuchowDie 60-Jährige erzählt, dass sie für den Weg nach Hause fast eine Stunde mehr benötigte als normalerweise üblich. „Morgens waren es 20 Minuten, damit kann ich leben. Aber wenn man nach einem langen Arbeitstag nur noch nach Hause möchte, ist das eine Zumutung.“
In Schöneweide sei der Weg zwischen dem Bahnhof und dem Einstieg zum Schienenersatzverkehr schlecht bis gar nicht ausgeschildert. Am Schlimmsten sei dieser Zustand für die Alten: „Die müssen nun einige Hundert Meter zu Fuß vom Bahnhof zum Bus und umgekehrt zurücklegen. Dadurch verpassen sie wahrscheinlich auch noch den Anschluss und müssen wieder warten.“
Laut Ute Schwuchow sei auch kein Bahnpersonal vor Ort gewesen, das man nach dem richtigen Weg hätte fragen können, wenn man beispielsweise als Ortsfremder vom BER in die Hauptstadt käme und auf den ÖPNV angewiesen sei.
So pendeln Sie zwischen Schöneweide und Grünau ins Umland
Mit der Regionalbahn ist man auch nicht schneller am Ziel
Um den leidigen Schienenersatzverkehr zu umfahren, hat sich Claudia aus Eichwalde einen Plan gemacht. Die Buchhalterin arbeitet in einer Künstler- und Eventagentur in Berlin-Mitte. Statt auf die Busse im Schienenersatzverkehr angewiesen zu sein, steigt sie in Eichwalde in die S-Bahn, fährt drei Stationen zurück bis nach Königs Wusterhausen. Von dort aus geht es mit dem Regio bis Berlin Friedrichstraße und anschließend für die letzten zwei Stationen in die U-Bahn. Aber auch hier muss sie längere Fahrzeiten in Kauf nehmen.
„Wenn die Züge alle so fahren würden, wie sie fahren sollten, müsste ich in KW etwa 20 Minuten stehen. Aber es ist die Bahn, und die bekommt das mit der Pünktlichkeit einfach nicht in den Griff. Heute hatte ich Glück, der RE 7 hatte Verspätung und ich bekam direkt Anschluss“, erzählt die Mutter zweier Kinder. Statt den üblichen 55 Minuten von Haus zu Haus verlängert sich der tägliche Arbeitsweg für sie auf über eineinhalb Stunden.
Aufgrund der vielen Baustellen, ob nun auf der Straße oder der Schiene, fragt die junge Frau nach der Lebensqualität hier im Speckgürtel. Die nächsten Wochen wird die sowieso schon knappe Freizeit durch den Schienenersatzverkehr jedenfalls noch weniger.
Umfahrung mit den Linien des Regionalverkehrs:
Flughafen BER – Ostkreuz FEX (mit Zusatzhalt Schöneweide), RE8 oder RB23
Schönefeld – Schöneweide – Ostkreuz RB24 oder RB32
Königs Wusterhausen – Ostkreuz RE2 oder RE7


