Schule in Erkner
: Startschuss für eine „attraktive“ Gesamtschule — das ist der Plan

Die Morus-Oberschule soll dem benachbarten Gymnasium ebenbürtig werden. Dafür wollen die Stadt Erkner und der Landkreis kooperieren. Was für eine Schule entsteht dort?
Von
Kerstin Ewald
Erkner
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Startschuss für neue Gesamtschule:

Startschuss für neue Schule in Erkner. Was haben Landrat Frank Steffen (l.) und Bürgermeister Henryk Pilz vor?

Daniela Sell/Stadt Erkner
  • Morus-Oberschule in Erkner wird zur Gesamtschule erweitert; kooperative Pläne zwischen Stadt und Landkreis.
  • Schülerzahl steigt auf 750, Abitur wird möglich; moderner Schulbau und Dreifeldturnhalle geplant.
  • Workshop mit Schülern und Lehrern zur Schulgestaltung; Fokus auf Mensa, Bibliothek und Treffpunkte.
  • Bebauungspläne bis 2025 erwartet; Bauantrag und Planung folgen.
  • Zwei Turnhallen für Morus-Schule und Carl-Bechstein Gymnasium.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dass für die Morus-Oberschule Erkner Veränderungen anstehen, davon ist schon lange die Rede. Jetzt werden offenbar weiter Nägel mit Köpfen gemacht. Vergangene Woche besuchten Landrat Frank Steffen und Bürgermeister Henryk Pilz die Schule und unterzeichneten im Beisein von Schulangehörigen eine Absichtserklärung. So heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt Erkner. Die Erklärung von Bürgermeister und Landrat beschreibt die Zusammenarbeit von Stadt und Kreis für den Bau einer neuen Gesamtschule. Der offizielle Akt fand am Donnerstagnachmittag (7.11.2024) in der Aula der Bildungseinrichtung statt. Zuvor hatten sich Schüler, Lehrer und Verwaltungsfachleute zu einem Workshop zum Thema Schulgestaltung zusammengefunden.

Das zukünftige Schulgelände wird sich zwischen Hohenbinder Weg, dem jetzigen Standort der Morus-Schule, und Gerhart-Hauptmann-Straße erstrecken. Es sollen ein moderner Schulbau und eine neue Dreifeldturnhalle entstehen. Der bestehende Plattenbau, der heute die Morus-Oberschule beherbergt, und die alte Turnhalle werden dafür abgerissen.

Bildungslandschaft um Erkner: große Lücke schließen

Aber welche Absichten erklärten nun Landrat Steffen und Bürgermeister Pilz an jenem Donnerstag? Die neue Schule soll eine fünfzügige Oberschule werden, heißt es in der Pressemitteilung. So werden an der neuen Gesamtschule künftig also bis zu fünf Parallelklassen eines Jahrgangs gleichzeitig lernen können. „Die aktuelle Schülerzahl von 300 wird auf etwa 600 Lernende in der Sekundarstufe I und zusätzlich bis zu 150 Lernende in der Sekundarstufe II erhöht“, darüber informiert aktuell die Stadt. Damit könne dann an dem Standort künftig auch das Abitur abgelegt werden.

Dabei beim Unterzeichnungsakt war auch Jana Demmig, die kommissarische Schulleiterin der Morus-Schule. Sie richtete das Wort an die Gäste von Stadt- und Landkreisverwaltung und machte deutlich, „dass einige Schüler und Schülerinnen, die es nicht auf das Gymnasium geschafft haben oder deren Eltern sich nicht den Besuch einer Schule in freier Trägerschaft leisten können, das Gefühl haben, in der Bildungslandschaft übrigzubleiben“, wie es weiter in der Pressemitteilung heißt. Mit einem attraktiven Schulgebäude könne diesem Missstand entgegengewirkt werden.

Landrat Frank Steffen fügte den deutlichen Worten der Schulleiterin hinzu: „Es muss uns gelingen, die Oberschule als Schulform zu etablieren, denn wir benötigen später gute Facharbeiter auf dem Arbeitsmarkt und dazu ist nicht immer ein Bachelor- oder Master-Abschluss nötig.“

Schüler-Workshops mit Fachleuten aus der Verwaltung

Der Unterzeichnung war ein ganztägiger Workshop in der Morus-Oberschule vorangegangen, in dem Jugendliche, Lehrpersonal und Fachleute des Landkreises über das Projekt sprachen, wie die Stadt weiter informiert. Dabei konnten Schülerinnen und Schülern ihre Wünsche und Bedürfnisse hinsichtlich des neuen Schulbaus äußern.

Dabei ging es zum Beispiel darum, welche Eigenschaften Mensa oder Cafeteria aufweisen sollen, ob eine Schulbibliothek benötigt wird oder welche Ansprüche die Jugendlichen an Schülertreffpunkte, wie Foyer oder Aula, haben. Auch über die Gestaltung von Unterrichtsräumen, Fachkabinetten und andere Arbeitsräumen für die Lehrerschaft wurde gesprochen.

Gesamtschule Erkner — ist vorangeschritten

Die Aufgabe der Stadt Erkner ist es, mit Bebauungsplänen die Voraussetzung für die Errichtung des Schulkomplexes zu schaffen. Erst dann kann der Landkreis einen Bauantrag stellen sowie Planer mit der konkreten Gebäudeplanung beauftragen. Im Sommer hatte Clemens Wolter, Bauamtsleiter und zweiter Bürgermeister der Stadt, gegenüber MOZ.de erklärt, ihm sei sehr an einer zügigen Realisierung des Schulneubaus mit der geplanten gymnasialen Oberstufe gelegen.

Entwurf zur Lage des neuen Schulbaus und von zwei Turnhallen in Erkner

Die der Grafik zugrundeliegenden Angaben zur Lage des neuen Schulbaus der Morus-Gesamtschule Erkner und der beiden geplanten Turnhallen stammen aus dem Jahr 2021.

MMH/Jörn Sandner

Beide für Schulneubau und neue Turnhallen nötigen Bebauungspläne sollen voraussichtlich im Jahr 2025 abgeschlossen werden, wie Clemens Wolter im Sommer weiter mitgeteilt hatte. Von Turnhallen in der Mehrzahl ist hier die Rede, weil auf der dem Morus-Schulgelände gegenüberliegenden Seite der Ernst-Thälmann-Straße eine zweite Halle entstehen wird. Beide neuen Hallen sollen dann von Morus-Schule und Carl-Bechstein Gymnasium genutzt werden.