Soldaten für Tesla
: Gigafactory in Grünheide wirbt um Militär-Angehörige der Bundeswehr

Tesla in Grünheide braucht für die erste Ausbaustufe deutlich mehr Angestellte. Nun wirbt die Gigafactory auch um Militär-Angehörige. Ist ein solches Vorgehen für große Unternehmen üblich?
Von
Christoph Hagen
Grünheide
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Tesla in Grünheide sucht derzeit nach ehemaligen Soldaten. Was steckt dahinter? (Symbolbild)

Patrick Pleul

Der US-Automobilhersteller Tesla sucht aktiv nach ehemaligen Soldaten der Bundeswehr für seine sogenannte Gigafactory in Grünheide. Dabei richtet sich die Stellenausschreibung sowohl an Soldaten, die kurz vor dem Ende ihrer Dienstzeit stehen, als auch an ehemalige Mitglieder der Bundeswehr.

Das Unternehmen sucht auch für weitere Standorte in Deutschland nach Angestellten mit militärischem Werdegang. Dabei richtet sich das Unternehmen an Menschen unterschiedlichster Erfahrungen und Ränge.

Spezielle Einarbeitung für Soldaten

Tesla bietet für ehemalige Mitglieder der Bundeswehr ein „Military Transition Program“ an. Dies umfasst den Übergang von der Arbeit beim Militär in ein ziviles Arbeitsumfeld. Mit den Worten: „Es ist Deine Chance!“, beschreibt der Elektroautohersteller die „Mission“ des Übergangs zu nachhaltiger Energie. Für ausreichend Pathos ist also gesorgt und es wird gleichzeitig das besondere „Mindset“ der Soldaten angesprochen.

Die ehemaligen Militärangehörigen stehen nämlich für Teamfähigkeit, Logistikerfahrung und eine strukturierte und selbstständige Arbeitsweise. Weitere Voraussetzungen sind ein Führerschein der Klasse B und nicht weiter definierte Englischkenntnisse.

Infoveranstaltung und „Kumpel“

Tesla veranstaltet „Soldatentage“, an denen Interessenten sich über ihre Möglichkeiten informieren können. Als Teil der Einarbeitung bei Tesla soll den Soldaten ein sogenannter „Buddy“ (dt.: „Kumpel“) zur Seite stehen und sie an die Hand nehmen. Dies ist eine Person mit ähnlichem Werdegang als Unterstützung für die Anfangszeit.

Neben der offiziellen Stellenausschreibung der Gigafactory in Grünheide wirbt auch der Sicherheitsdienstleister Kötter für ehemalige Soldaten. Dieser ist zuständig für die Werksfeuerwehr von Tesla, die aktuell durch das Innenministerium überprüft wird.

Freie Stellen bei Tesla

Nach Informationen der MOZ arbeiten in der Gigafactory Berlin aktuell mehr als 8000 Beschäftigte. 12.000 sollen es in der ersten Ausbaustufe insgesamt werden. Es gibt also neben ehemaligen Angehörigen der Bundeswehr noch viele weitere offene Stellen für interessierte Arbeitssuchende.

Soldaten auf dem Arbeitsmarkt gefragt

In Zeiten des Fachkräftemangels ist die Suche nach ehemaligen Soldaten keine Seltenheit bei Unternehmen. Der Berufsförderdienst (BFD) der Armee hat feste Verbindungen zu etwa 5000 Unternehmen in Deutschland.

Tesla stellt also keine Ausnahme dar. Große Unternehmen wie die Post, Deutsche Bahn, Rewe oder Amazon haben Kooperationen mit der Bundeswehr, um Berufsmöglichkeiten für ausscheidende Soldaten anzubieten.

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