Soziales: Zeltlager am Erkneraner Jugendclub

Bereiten mit Mitstreitern das Jugendcamp Splos vor: Martin Wiegold (Grünheide) und Veronika Schulz (Erkner) vor dem Erkneraner Jugendclub "Haus am See", auf dessen Gelände das Ganze wieder stattfinden soll.
Annette Herold/MOZBis zu 75 Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren werden ab Freitagnachmittag dazu erwartet. Das Camp soll ein bisschen Festival-Atmosphäre vermitteln, zum Sporttreiben anregen, über Themen wie Sucht, Mobbing, Sexualität und Berufswahl informieren sowie nicht zuletzt die Möglichkeit zum Kennenlernen bieten.
Herausforderung Zeltaufbau
Und jede Menge Herausforderungen. Die erste könnte am Freitagnachmittag schon ein Zelt sein – darin wird bis Sonntag nämlich wie in den Vorjahren geschlafen. Mancher habe noch nie zuvor ein Zelt aufgebaut, weiß Martin Wiegold aus der Erfahrung. „Wir lassen sie dann erstmal probieren und können eine halbe Stunde später immer noch helfen, wenn es nötig ist.“ Selbstständigkeit ist auch so ein Thema im Camp, Zeit zur freien Gestaltung ebenfalls, zugleich aber gibt es Struktur. Wer das Gelände verlassen will, müsse sich bei den Betreuern abmelden, sagt Veronika Schulz. Baden im Dämeritzsee steht auch im Programm, aber nur mit Erlaubnis der Eltern, zu festen Zeiten und unter den Augen von Ehrenamtlern der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG).
Viele Menschen engagieren sich für das Splos, viele ehrenamtlich. Für Sonnabend wird ab 13 Uhr zum Aktionstag eingeladen, und der steht allen Interessierten offen. Verkehrswacht und Feuerwehr sind unter anderem dabei und das Jobcenter. Und nicht nur Informations-, sondern auch Spaßstände wie der Überschlagsimulator, Sumowrestling, Bullriding oder das Bungee-Trampolin. All das ist kostenlos auszuprobieren, für Besucher wie für die Teilnehmer, die für den Aufenthalt im Camp von Freitagnachmittag und Sonntagmittag einmalig zehn Euro zahlen. Denn das ist auch wichtig für die Organisatoren: Wer mitmachen will, soll unabhängig von finanziellen Möglichkeiten die Chance dazu haben. Bezahlt werden muss das Ganze natürlich dennoch, und dafür sind Unterstützer gefunden worden. Der Landkreis fördert das Treffen, es gibt Geld von der Wohnungsgesellschaft Erkner (WGE), Edeka liefert Verpflegung und von Bäcker Vetter kommen die Brötchen. Auch die Erkneraner Firmen Tischlerei Busse und Elektro Naumann engagieren sich. Die Organisatoren sind froh über diese Unterstützung, ohne die das Sommercamp wohl weniger vielfältig ausfiele.
Auch Sozialarbeiter profitieren
Obwohl es für sie zusätzlichen Aufwand bedeutet, sind die Sozialarbeiter froh, dass es das Camp nun zum dritten Mal gibt, und sie gehen fest davon aus, dass es auch 2020 stattfinden wird. Und ganz abgesehen davon, dass Jugendliche dort Spaß haben und dazulernen, hat es ebenfalls für ihre Betreuer positive Effekte. „Wir sind enger zusammengerückt“, sagt Veronika Schulz. Das erleichtere manchmal die Arbeit im Alltag, vor allem aber sei jetzt fachlicher Austausch einfacher möglich. Zuletzt war das der Fall, als es in diesem Sommer um wild feiernde Jugendliche am Dämeritzsee und in Woltersdorf ging. „Da sind wir alle an einen Tisch gekommen.“