Sperrung am Flughafen BER: Autobahn-Tunnel der A113 über Nacht dicht – alle Infos

Der Tunnel Rudower Höhe in der Nähe des Flughafens BER auf der Autobahn A113 wird eine ganze Nacht lang gesperrt. Das steckt dahinter. (Symbolbild)
Britta Pedersen/dpaDie Pendler-Strecke der Autobahn A113 wird Montagabend (30.9) ab 21 Uhr bis zum frühen Dienstagmorgen (1.10) um 5 Uhr voll gesperrt sein. Grund dafür ist eine groß angelegte Notfallübung der Feuerwehr, heißt es in einer Mitteilung der Autobahn GmbH.
Für Autofahrer, die aus der Stadt kommend Richtung Flughafen BER fahren und auch für Fahrzeugfahrer in die Gegenrichtung, also Richtung Berlin-Mitte, bedeutet das, dass es hier zu Verzögerungen kommen kann.
Sperrung der A113: So verläuft die Umleitung am Flughafen BER
Der Verkehr, der aus Berlin kommend Richtung Flughafen Schönefeld unterwegs ist, wird an der Anschlussstelle Adlershof abgeleitet. Von dort aus ist der Weg zur nächsten Autobahnauffahrt mittels Umleitung ausgeschildert. In der Gegenrichtung wird der Verkehr bereits am Anschluss Schönefeld Süd von der beliebten Pendler-Trasse abgeleitet und ebenfalls mit Umfahrungen beschildert sein.
Sperrung der A113: Wozu ist eine Feuerwehr-Übung nötig?
Die Übung ist notwendig, da ein eventuell ausbrechendes Feuer im Tunnel schnell zu einer massiven Hitze- und extremen Rauchentwicklung führen kann. Begleiterscheinungen wie eine starke Einschränkung der Sicht bis letztlich schwerwiegenden Rauchgasvergiftungen inklusive. Zudem proben die Feuerwehren nicht allein für den Ernstfall, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen der Tunnelleitzentrale Berlin und den Rettungskräften, die in diesem Szenario schnell, koordiniert und effektiv handeln müssen.
Erst im August wurde die Sicherheitsüberwachung aller Berliner Autobahn-Tunnel auf den neuesten Stand gebracht. Wie die Autobahn GmbH in einer Mitteilung schreibt, wäre dabei nicht nur die Hard-, sondern auch die Software unter einer kontrollierten Abschaltung ausgetauscht worden. Seitdem sei die Tunnelleitzentrale wieder an 365 Tagen im Jahr und davon 24 Stunden täglich von einem Dutzend Monitoren und mit Hunderten Bildern aus den Tunneln hell erleuchtet. Allerdings muss dennoch der Ernstfall geprobt werden.
Das ist die Tunnelleitzentrale Berlin
Die Tunnelleitzentrale Berlin (TLZB) befindet sich zwischen der Auf- und Ausfahrt Nr. 8 Eichborndamm (BAB A 111) des Tunnels Flughafen Tegel in Berlin. Sie wurde 1979 in Betrieb genommen. Die dort gesammelten Daten werden unter anderem an die Verkehrsregelungszentrale (VKRZ) in Berlin-Tempelhof übertragen. Dort sitzt ausreichend Personal, um rund um die Uhr die Verkehrslage auf über 1.600 km Straße zu beobachten, Lichtsignalanlagen (Ampeln) an über 2.100 Kreuzungen und drei Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA) in Tunnelanlagen und Hauptverkehrsstraßen zu überwachen. Die Verkehrsregelungszentrale ist ebenso für das Versenden der Verkehrsmeldungen für den Verkehrswarndienst (TMC-Verfahren) zuständig.
Sperrung der A113: Unglücksszenario ist nur gespielt
Dafür wird am Abend (30.9) dann auf den Bildschirmen ein wahrer Albtraum im Tunnel Rudower Höhe zu sehen sein – jedoch ganz ohne echte Opfer, sondern mit Komparsen, die den Ernstfall nachstellen. Da es im Tunnel keinen Raum für Fehler gibt, wissen sowohl die Berliner Feuerwehr also auch die Autobahn GmbH, worauf es ankommt.
Großübungen, wie diese sind unabdingbar, um für den Notfall Abläufe zu perfektionieren, sicherzustellen, dass jeder Handgriff sitzt und das Wissen aller Beteiligten auf dem neusten Stand zu halten. „Wir müssen vorbereitet sein – egal, ob es ein Brand oder ein Unfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen ist“, erklärt Ronald Normann, Direktor der Autobahn GmbH der Niederlassung Nordost. „Diese Übung rettet im Ernstfall Leben.“
