Stadtbild
: Rathaus sieht keine gute Alternative bei Laub

Variantenvergleich zur Entsorgung vorgelegt / Seltenere Abfuhr in anderen Kommunen
Von
Annette Herold
Schöneiche
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Symbolbild

Gerd Markert

Am 18. März will der Bauhof letztes Vorjahreslaub abfahren, und im Herbst geht es wieder los: Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten der Laubentsorgung hat das Ordnungsamt jetzt diverse Varianten verglichen. Resultat: Was jetzt praktiziert wird, die Bereitstellung von Laubsäcken gegen einen Euro und die Abfuhr des durch die Anlieger in Säcke gefüllten Laubs durch den Bauhof, sei die beste Variante. Sven Majewski, Mitarbeiter des Ordnungsamtes, sprach im Finanzausschuss der Gemeindevertretung vom "Mercedes unter den Möglichkeiten“.

Es handele sich bei der bisher praktizierten Entsorgung in transparenten Laubsäcken um die „umweltverträglichste, wirtschaftlichste und effektivste Variante mit dem wenigsten Problemen.“ Majewski sprach von höherem Personal– und Technikbedarf und höherer Witterungsabhängigkeit, wenn man das Laub auf andere Weise entsorge. Zur Diskussion stellte er aber auch, dass je nach Baumbestand und Straßenfrontlänge des Grundstücks eine gewisse Anzahl oder sämtliche Laubsäcke kostenlos abgegeben werden könnte.

Ein Nachteil an der Schöneicher Variante sei, dass nicht alle Säcke im Herbst abgeholt wurden, wie Majewski einräumte. Allerdings seien diese zum Teil stehen geblieben, weil sich darin anderer Abfall als Laub befinde. „Wir sind so gut wie der einzige Ort, in dem die Bürger Laubsäcke einmal pro Woche abliefern oder abholen lassen können“, berichtete Majewski über den Vergleich mit anderen Kommunen. So hätten Erkner und Fürstenwalde seltenere Laub–Abfuhrtermine.

„Aus unserer Sicht ist eine Vielzahl der angeführten Nachteile konstruiert“, bemängelte Philip Zeschmann (BBS/UBS), dessen Fraktion über Monate in der Gemeindevertretung auf eine alternative Laubentsorgung gedrängt hatte, die Untersuchung des Ordnungsamtes. In der Diskussion wurde auch der Vorschlag laut, die Aufgabe der Gemeinde zu übertragen, die dann die Kosten für die Laubentsorgung auf die Bürger umlegen würde. Frank Fiegler, als sachkundiger Einwohner im Ausschuss, warnte in diesem Zusammenhang vor überzogenen Hoffnungen: „Es wird in jedem Fall das Geld von irgendjemandem kosten.“

Ordnungsamtsmitarbeiter Majewski relativierte allerdings auch die Bedeutung des Themas. Die meisten Beschwerden zum Thema Laub ergingen stets zum Zustand der Schöneicher Grünanlagen, "weil der Bauhof die Entsorgung der Blätter nicht schafft.“ Forderungen, dessen Personal bei Bedarf mit Saisonkräften zu verstärken, erteilte Majewski eine Absage. „Saisonkräfte sind einfach nicht mehr zu kriegen“, sagt Ordnungsamtsmitarbeiter Majewski.