Strandbad Müggelsee
: Bad in Berlin-Köpenick muss für Tage schließen

Im Strandbad Müggelsee in Berlin drohen rote Haut und dicke Augen. Jetzt muss das Bad kurzzeitig schließen. So wird der Eichenprozessionsspinner bekämpft.
Von
Kerstin Ewald
Berlin-Köpenick
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Menschen baden und sonnen sich im Strandbad am Müggelsee. (Luftaufnahme). +++ dpa-Bildfunk +++

Strandbad am Müggelsee (Luftaufnahme): Eichenprozessionsspinner befallen seit Jahren heimische Eichen. Die Haare der Tiere können bei Menschen unangenehme Reaktionen wie rote Haut und Allergien auslösen. Das hat nun auch Konsequenzen für das Bad in Berlin-Köpenick.

Gregor Fischer/dpa

Das Weibchen des Eichenprozessionsspinners legt seine Eier an Baumstämmen, meist Eichen ab. Danach spinnt sie den Nachwuchs mit Härchen ein, um ihn vor Kälte und Fressfeinden zu schützen. Später bilden die Raupen zusätzlich feine Brennhärchen. Diese sind innen hohl und enthalten ein Gift. Das erklärt der Nabu ausführlich auf seiner Internetseite.

Im Strandbad Rahnsdorf in Berlin-Köpenick vermehren sich die Parasiten dieses Jahr übermäßig. Um die Schädlinge zu bekämpfen, schließt der Bezirk vom 24. bis 26. Juni das komplette Bad —jeweils von morgens bis abends.

Im Strandbad Müggelsee werden die Tiere mit "Kleber" bekämpft

„Diese außerordentliche Schließung ist nötig, um den Besucherinnen und Besuchern auch in Zukunft einen unbeschwerten Aufenthalt an unserer Badestelle zu ermöglichen", erklärt die zuständige Stelle des Bezirks Treptow-Köpenick. Nachweislich können die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners gefährliche, allergische Reaktionen auf der Haut und in den Atemwegen auslösen, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Während der Schließzeit Ende Juni würden nun die befallenen Eichen von den gesichteten Nestern befreit. Hierfür werden mittels Sprühkleber die Gespinste verkapselt. Diese „Verglasung“ erlaube der beauftragten Firma dann schließlich das Absammeln der Raupenkolonien. „Eine Garantie auf Vollständigkeit kann wegen der Höhe der Bäume, deren Hanglage und der schlechten Erkennbarkeit von alten Nestern nicht gegeben werden", erklärt der Bezirk weiter.

Ab sofort wird im Strandbad Müggelsee allen Besucherinnen und Besuchern von einem Aufenthalt unter den Eichen abgeraten. Vor Ort habe man entsprechende Hinweisschilder aufgestellt, die über die aktuelle Aktivität des Eichenprozessionsspinners informieren.

Eichenprozessionsspinner in Erkner und Schöneiche

Auch in den Nachbarorten ist der Eichenprozessionsspinner ein Thema. Im Goethepark in Schöneiche hatte man laut Bürgermeister Ralf Steinbrück schon im Mai vorbeugend gesprüht. Zur Zeit sei der Verwaltung nur noch ein Fall im Schlosspark bekannt, allerdings an einer abgelegenen Stelle. In Erkner ist derzeit der Friedhof vom Eichenprozessionsspinner betroffen, wie Stadtsprecherin Daniela Sell auf Nachfrage mitteilt. In den nächsten Tagen würden dort die Parasiten bekämpft. Dabei verwende man allerdings keinen Sprühkleber, vielmehr würden die Gespinste von den Bäumen gesaugt.

Auch wenn die Raupen der Eichenprozessionsspinner gerne Eichenblätter fressen, sei der Schaden für die Forstwirtschaft laut Nabu relativ gering. Bekämpft werde der Parasit eher, um Mensch und Tier zu schützen.

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