Tesla Grünheide: Trendwende bei der Gigafactory? Experte sieht nur Einmaleffekt

Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer beurteilt die Situation von US-Elektroautobauer Tesla trotz gestiegener Nachfrage skeptisch. (Archivbild)
Johannes Neudecker/dpa- Tesla meldet in Grünheide steigende Nachfrage und plant rund 1.000 Neueinstellungen.
- Produktion soll um ein Fünftel steigen – Werksleiter nennt 5.000 bis 6.000 Einheiten pro Woche.
- Dudenhöffer sieht nur einen Einmaleffekt durch Rabatte, Lieferfähigkeit und Iran-Krieg.
- Rabatt für Model Y ist befristet, E-Auto-Förderung läuft in Deutschland bis 2029.
- Neuzulassungen stiegen deutlich, doch ein langfristiger Ausbau bleibt aus Sicht des Experten unsicher.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der US-Elektroautobauer Tesla sieht für die Fabrik in Grünheide bei Berlin angesichts steigender Nachfrage eine Trendwende. Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer spricht dagegen mit Blick auf Rabatte und den Iran-Krieg von einem „Einmaleffekt“ und zeigt sich skeptisch. Das gilt auch für den Ausbau des einzigen Autowerks von Tesla-Chef Elon Musk in Europa. Tesla hatte am Donnerstag angekündigt, wegen gestiegener Nachfrage in Grünheide rund 1.000 neue Mitarbeiter einzustellen und die Produktion um ein Fünftel hochzufahren.
„Tesla ist aufgrund eines Rabatt-Programms mit 3.000 Euro Rabatt in den letzten Monaten gut gefahren“, sagte Dudenhöffer der Deutschen Presse-Agentur. Der Bonus für Model Y sei aber zeitlich beschränkt. Tesla hat nach seiner Ansicht die Modelle 3 und Y nur aufgefrischt, was das Unternehmen anders sieht.
„Die haben derzeit wegen guter Tesla-Lieferfähigkeit, guten Rabatten und dadurch, dass viele Menschen aufgrund des Iran-Kriegs mehr Interesse am Elektroauto haben, eine gute Entwicklung“, sagte Dudenhöffer. „Nach meiner Einschätzung ist dies eher ein Einmaleffekt, der sich wieder „abkühlen“ wird. Von daher würde ich davon ausgehen, dass man mit Leiharbeitern versucht, die gute Lage derzeit zu überbrücken. Ich bin nicht vom langfristigen Ausbau überzeugt.“
Dennoch sieht Dudenhöffer gute Aussichten für Elektroautos, vor allem auch wegen der aktuell hohen Preise für Benzin und Diesel. Teslas hauseigener Rabatt gilt noch bis Ende April, die E-Auto-Förderung in Deutschland ist bis 2029 geplant.
Tesla stockt wegen eines Schubs bei der Nachfrage die Zahl der Beschäftigten deutlich auf. „Die Zulassungszahlen in den Märkten, die wir beliefern, sind im ersten Quartal deutlich angestiegen“, sagte Werksleiter André Thierig am Donnerstag zur Begründung. Bis Ende Juni sollen 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzukommen, zudem sollen 500 Leiharbeitnehmer bis Jahresende unbefristet übernommen werden.
Tesla sieht Kapazitätsgrenze noch nicht erreicht
In Deutschland zeigt ein Vergleich der Neuzulassungen die gestiegene Nachfrage: Wurden von Januar bis März 2025 laut Kraftfahrt-Bundesamt 4.935 neue Teslas registriert, waren es von Januar bis März 2026 genau 12.829, mehr als das Zweieinhalbfache.

Der Elektroautobauer Tesla will in seiner Fabrik in Grünheide 1.000 Beschäftigte innerhalb weniger Monate neu einstellen. (Archivbild)
Patrick Pleul/dpaDer Werksleiter in Grünheide schätzt als Gründe des Schubs die Förderung der Elektrofahrzeuge, die gestiegenen Spritpreise, aber auch das Produkt ein. Deshalb soll die Produktion gesteigert werden. „Mit 5.000 Einheiten pro Woche sind wir noch lange nicht an der Auslastungsgrenze der Fabrik“, sagte Thierig. „Das sind wir auch mit 6.000 Einheiten noch nicht.“
Die Zahlen entsprechen einer Steigerung der Jahresproduktion von 250.000 auf 300.000 Autos. Tesla-Chef Musk will die Fabrik massiv ausbauen. Für Grünheide peilte das Unternehmen in einer ersten Phase 500.000 Autos im Jahr an, bei einem massiven Ausbau eine Verdopplung auf eine Million im Jahr. Thierig macht deutlich, was zunächst ansteht: „Erst mal werden wir natürlich die Kapazitäten, die wir haben, so bestmöglich ausnutzen.“ Umweltschützer sehen die Fabrik skeptisch, weil sie teils in einem Wasserschutzgebiet liegt.
