Tesla in Grünheide
: Entsorgung von Abwasser ‒ Autobauer sieht Verhandlungsgrundlage

Die Kommunen des Wasserverbandes Strausberg Erkner (WSE) haben vorerst für eine weitere Abwasserentsorgung von Tesla in Grünheide gestimmt. Die Entscheidung könnte auch für mehr Wasser in der Region um die Gigafactory sorgen.
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dpa/MOZ
Strausberg
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Klärwerk Münchehofe: 16.04.2024, Brandenburg, Münchehofe: Blick von einem Turm auf die Filterbecker vom Klärwerk Münchehofe der Berliner Wasserbetriebe. Das Klärwerk Münchehofe liegt im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland nahe der Landesgrenze zu Berlin. Hier im Klärwerk, werden im Auftrag des Wasserverbandes Strausberg-Erkner (WSE), auch die Abwässer vom Unternehmen Tesla gereinigt. Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Im Klärwerk Münchehofe (Märkisch-Oderland) wird im Auftrag des Wasserverbandes Strausberg-Erkner (WSE) auch das Abwasser der Gigafactory von Tesla in Grünheide gereinigt.

Patrick Pleul/dpa
  • WSE stimmt vorerst weiterer Abwasserentsorgung von Tesla zu.
  • Tesla überschreitet Abwassergrenzwerte erheblich.
  • Lösung bis Mitte des Jahres angestrebt, sonst erneute Prüfung im Juli.
  • Tesla will trotz Werkserweiterung kein zusätzliches Wasser verbrauchen.
  • WSE versorgt 170.000 Menschen und beliefert Tesla seit 2020.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Tesla sieht die Entscheidung des Wasserverbands Strausberg–Erkner (WSE) für eine weitere Abwasserentsorgung aus dem Werk in Grünheide als Grundlage für Verhandlungen mit dem Versorger. Man begrüße das Votum der Verbandsversammlung, teilte der US–Elektroautobauer am Mittwoch (17. April) mit. „Nur durch notwendige vertragliche Anpassungen wird es uns ermöglicht, dass wir unsere Abwasserbehandlung der Prozessabwässer in der jetzigen Form weiterbetreiben können.“

Die 16 Verbandskommunen des WSE hatten am Dienstagabend mehrheitlich beschlossen, eine Entscheidung, die Abnahme von Abwasser der Tesla–Fabrik wegen überschrittener Grenzwerte vorläufig zu stoppen, zu verschieben. Auf der Verbandsversammlung wurde vereinbart, dass der WSE mit Tesla bis Jahresmitte eine Lösung des Problems findet. „Sollte dies nicht gelingen, wird sich die Verbandsversammlung im Juli erneut mit der Thematik befassen“, sagte Thomas Krieger, der neu gewählte Vorsitzende der Verbandsversammlung.

WSE: Tesla überschreitet Grenzwerte

Dem Wasserverband zufolge überschreitet Tesla  „ständig und in erheblicher Weise“ Abwassergrenzwerte. Das betreffe die Werte für refraktären Phosphor sowie für Gesamtstickstoff. Es geht dabei um Abwässer etwa aus den Sanitäranlagen der Fabrik und nicht aus der Produktion.

Trotz Erweiterung von Tesla in Grünheide nicht mehr Wasser?

Das Unternehmen von Elon Musk will nach eigenen Angaben für seine Erweiterung der Fabrik in Grünheide bei Berlin nicht mehr Wasser verbrauchen. Zudem ist es bereit, auf Wassermengen der ersten Ausbaustufe zu verzichten — darüber verhandelt Tesla mit den Wasserverband WSE. Überdies werden dem Unternehmen zufolge bis zu 100 Prozent des gesamten Prozessabwassers in der Fabrik selbst recycelt. „Dies wiederum ist die Grundlage dafür, dass Tesla wie geplant und angeboten auf einen größeren Teil der mit dem WSE vereinbarten maximalen Frischwasserlieferungen verzichten kann — zugunsten verschiedenster, zukünftiger Projekte in der Region“, hieß es vom US–Elektroautobauer. Durch eine „innerbetriebliche Rezirkulation“ werde erheblich weniger Frischwasser gebraucht.

Der WSE versorgt 170 000 Menschen in seinem Verbandsgebiet. Seit September 2020 beliefert er auch die Gigafactory von Tesla mit Trinkwasser und entsorgt zudem deren anfallende Abwässer. Mit Tesla hat der WSE einen Versorgungsvertrag, der bislang eine Lieferung von jährlich bis zu 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser vorsieht. Das entspricht rund einem Fünftel der aktuellen Trinkwasserförderung des Wasserverbands.

Der WSE warnt schon länger vor einem stufenweisen Ausbau des Werkes, denn er kommt nach eigenen Angaben bei der Versorgung an seine Grenzen. Anstehende kommunale Projekte könnten derzeit nicht mit Trinkwasser versorgt werden.