Tesla stoppt Produktion: Stillstand in Grünheide wegen Lage im Roten Meer

Der Elektroauto-Hersteller Tesla muss die Produktion in Grünheide bei Berlin wegen der Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen im Roten Meer für rund zwei Wochen weitgehend stoppen.
Patrick Pleul/dpaTesla muss offenbar den Großteil der Auto-Produktion in der Gigafactory Grünheide in der Nähe von Berlin ungeplant unterbrechen. Als Zeitraum wird der 29. Januar bis 11. Februar 2024 genannt. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit. Als Grund wird demnach ein Mangel an Komponenten angegeben.
Der Mangel an Teilen habe wiederum seine Ursache in den Angriffen auf Schiffe durch die jemenitischen Huthi-Rebellen im Roten Meer. Deshalb müssten Transportrouten geändert werden. Die Transportzeiten würden sich dadurch verlängern, so Reuters. Auch die Nachrichtenagentur dpa bestätigte am späten Donnerstagabend die Mitteilung von Tesla in einer kurzen Meldung.
Der US-Elektrofahrzeughersteller ist laut Reuters das erste Unternehmen, das eine Fertigung aufgrund der Auseinandersetzungen im Roten Meer stoppen muss. Es habe zuvor etliche Warnungen anderer Unternehmen gegeben, dass es zu Lieferverzögerungen kommen werde, darunter auch Ikea.
„Die bewaffneten Konflikte im Roten Meer und die damit verbundenen Verschiebungen der Transportrouten zwischen Europa und Asien über das Kap der Guten Hoffnung haben auch Auswirkungen auf die Produktion in Grünheide“, so Tesla nach Angaben von Reuters in einer Erklärung. Die erheblich längeren Transportzeiten führten zu einer Lücke in den Lieferketten.
Denn die Angriffe der Huthi-Rebellen im Roten Meer hätten die Reedereien in den vergangenen drei Wochen gezwungen, den Suezkanal, die schnellste Seeroute aus Asien nach Europa, zu meiden. Laut Reuters entfallen auf die Wasserstraße etwa zwölf Prozent des weltweiten Seeverkehrs. Reedereien wie Maersk und Hapag-Lloyd schickten ihre Schiffe nun auf längere und teurere Reisen rund um das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika. Die Reedereien gingen davon aus, dass die Umleitung auf absehbare Zeit andauern werde.
Wie Reuters schreibt, dauere die Fahrt der Schiffe von Asien nach Nordeuropa dadurch etwa zehn Tage länger und es fielen etwa eine Million US-Dollar (etwas mehr als 910.000 Euro) an zusätzlichen Kosten etwa durch Treibstoff an.



