Tierheim Märkisch Buchholz
: Hund Mila vor Kita in Storkow ausgesetzt

Vor einer Kita in Storkow ist ein Hund ausgesetzt worden, der wegen seines Aussehens Angst erregt. Zum Glück ist Mila alles andere als gefährlich. Wer kann der Hündin ein neues Zuhause geben?
Von
Jens Olbrich
Märkisch Buchholz
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Ausgesetzt und ausgerechnet nahe einer Kita angebunden - American Staffordshire Terrier Hündin Mila. Wer die ehemaligen Besitzer sind, interessiert nicht nur das Tierheim Märkisch Buchholz.

Ausgesetzt und ausgerechnet nahe einer Kita angebunden – American Staffordshire Terrier Mila. Wer die ehemaligen Besitzer vom Hund sind, interessiert nicht nur das Tierheim Märkisch Buchholz.

Jens Olbrich
  • Hund Mila vor Kita in Storkow ausgesetzt; American Staffordshire Terrier.
  • Tierheim Märkisch Buchholz sucht neues Zuhause für die freundliche Hündin.
  • Mila war ängstlich, konnte nach Stunden gesichert werden.
  • Hund nicht gechippt; Herkunft unklar.
  • Vermittlung ab dem 2. Januar möglich, nicht als Weihnachtsgeschenk.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Man stelle sich vor, man bringt morgens sein Kind in die Kita. Ein Start in den Tag, wie gewohnt. Bis man plötzlich putzmunter ist, weil man realisiert, dass da am Zaun der Kita ein Hund sitzt. Angebunden da, wo die Kinder vorbeigehen. Und nicht irgendein Hund, sondern ein American Staffordshire Terrier, unter Hundekennern auch gern kurz Amstaff genannt. Ereignet hat sich das Ganze in Storkow.

„Einen Hund als Lebendfalle am Zaun einer Kita anzubinden, das ist ja schon mal eine seltsame Idee, ihn loszuwerden“, meint Tierpflegerin Manuela Budich vom Tierheim Märkisch Buchholz kopfschüttelnd.

Was die Besitzer sich dabei gedacht haben mögen, sei unbegreiflich. Der Hund wirkte so bedrohlich, dass sich selbst die zu Hilfe gerufenen Mitarbeiter des Ordnungsamtes Storkow nicht an das Tier heranwagten. Ein Gefühl, welches sich die Ordnungskräfte Budichs Meinung nach mit dem Amstaff teilten. Gewiss, ohne es zu ahnen.

Hund in Storkow nahe einer Kita ausgesetzt

Aber ja, auch Mila hatte Angst, bestätigt die Tierpflegerin im Tierheim Märkisch Buchholz. Ausgesetzt, sozusagen „entsorgt“, wusste die Hündin mit der Situation nichts anzufangen. Auch ihr selbst sei es ähnlich ergangen, als Tierheimleiterin Maria Schwarz ihr verkündete, um welche Hunderasse es sich bei ihrem Auftrag in Storkow handeln würde.

„Wir pflücken da mal einen Hund vom Zaun“, lautete die Ankündigung von Maria Schwarz. Beim American Staffordshire Terrier handelt es sich um eine Hunderasse, der Manuela Budich mit großem Respekt begegnet. „Mir hing mal einer richtig kräftig im Arm“, erklärt sie. Letztendlich sei Mila jedoch zur Therapie für sie geworden. Sie sei die erste Amstaff seit ihrer schmerzhaften Begegnung, bei der sie sich dachte: „Okay, los komm, Mila.“

Wuchtbrumme Mila kann lächeln. Die Amstaff-Hündin ist eine Nette meint Tierpflegerin Manuela Budich, die bereits eine schmerzhafte Begegnung mit einem American Stafford hinter sich hat.

„Wuchtbrumme“ Mila kann lächeln. Die Amstaff-Hündin ist eine „Nette“ meint Tierpflegerin Manuela Budich, die bereits eine schmerzhafte Begegnung mit einem American Stafford hinter sich hat.

Jens Olbrich

Warum? Weil „Wuchtbrumme“ Mila eine Nette ist. „Sie zieht sogar die Nase so kraus, dass sie lächelt“, erklärt die Tierpflegerin. Natürlich erst, seit sie es schafften, das Vertrauen der Hündin zurückzugewinnen, welches das herzlose Aussetzen kaputt gemacht hatte.

„Sie jault nicht, sie bellt nicht“, beschreibt Manuela Budich das Tier. Mila schlage an, wenn sich etwas nähert. Und kaputt machen könne sie gut, wenn die Langeweile sie plagt. „Also, man kann sich nicht vorstellen, wie viel Füllwatte in so ein kleines Hundekissen hineinpasst.“

Unklare Herkunft der Amstaff-Hündin Mila sorgt für Rätsel

Davon sei aber an jenem Tag vor der Kita im Zentrum von Storkow noch nicht viel zu ahnen gewesen. Es sei schon schwierig gewesen, an den Hund heranzukommen. Zumal die Amstaff-Hündin ihren Knochen bis auf Blut verteidigen wollte. „Ihr da noch so einen Knochen mit hinzupacken“, meint die Tierpflegerin zornig. Als ob sie beschäftigt werden soll, bis sie jemand findet.

Der Hund hatte Angst, sei sehr unsicher gewesen. Das sei keine gute Situation gewesen. Bis sie und Maria Schwarz einen Plan hatten, dem Hund seinen Knochen abzunehmen und sicherzustellen, seien Stunden vergangen. Irgendwie hätten sie es dann aber doch geschafft, Mila den Knochen wegzuziehen und sie in eine Transportkiste zu locken. Während der ganzen Zeit sei niemand gekommen, der da gesagt hätte: Moment, das ist meiner!

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● Am Tierheim 1, 15757 Halbe, Tel. 033765 80689, E-Mail: tierheim@tierschutzverein-kw.de

Es hätte einige Hinweise gegeben, wo der Hund hingehören könnte, berichtet Manuela Budich. Das Ordnungsamt Storkow sei hingefahren, um sie zu überprüfen. Aber die infrage kommenden Hunde seien bei ihren Besitzern gewesen. Hinzu käme, dass bei Mila trotz Test mit verschiedenen Leseräten kein Chip gefunden worden sei. Interessant sei ihr Ursprung schon, schon wegen der Gefährdung der Kinder vor der Kita, aber auch aus Sicht des Tierschutzes.

Sehr alt sei Mila noch nicht, bestätigt Manuela Budich. Auf höchstens zwei Jahre liefe die Schätzung hinaus. An der Leine „läuft sie schon ganz gut“, meint die Tierpflegerin und verweist auf bekannte andere „Kandidaten“, die eindeutig mehr ziehen. Ausbaufähig ist ihr abschließendes Urteil und empfiehlt eine Hundeschule, da Mila Kommandos wie Sitz und Platz gar nicht bekannt seien.

Vermittlungs-Stopp über Feiertage – Mila gibt es erst ab 2. Januar

Anderen Hunden zu begegnen, könne ebenfalls abenteuerlich werden. Alles, was kleiner sei als sie, möge Mila nicht so besonders. Hündinnen gegenüber sei sie auch nicht sicher. Da müsse man gucken. Und Katzen? „Das geht so partout nicht“, ist weiß die Tierpflegerin. „Katzen hat Mila wirklich zum Fressen gern.“ Es sei im Tierheim natürlich noch nicht so weit gekommen, aber testen würde man es auch nicht.

Für Interessierte gilt nur zu beachten, dass Mila nicht als Weihnachtspräsent zur Verfügung steht. Ab dem 16. Dezember gilt nach Auskunft von Manuela Budich ein Vermittlungs-Stopp im Tierheim Märkisch Buchholz.

Eine Reservierung ist jedoch möglich und ab dem 2. Januar können die Tiere abgeholt werden. Wenn Mila dann von ihren neuen Lieblingsmenschen nachträglich mit einer roten Schleife um den Hals geschmückt wird, hat die Amstaff-Hündin sicherlich nichts dagegen einzuwenden.