Tierheim Spreenhagen
: Hunde aus der Ukraine suchen liebevolles, sicheres Zuhause

In einer Rettungsaktion sind 53 Hunde aus der Ukraine nach Deutschland gebracht worden, unter anderem nach Spreenhagen. Was die Tiere erlebt haben.
Von
Marlene Wetzel
Spreenhagen
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Hasan Tatari mit einem von acht Welpen, die einer dramatischen Evakuierung aus der Ukraine gerettet werden konnte.

Hasan Tatari mit einem von acht Welpen, die in einer dramatischen Evakuierung aus der Ukraine gerettet werden konnten.

Marlene Wetzel
  • 53 Hunde aus der Ukraine nach Deutschland gerettet, 14 leben nun in Spreenhagen.
  • Hündin Mina: an der Front verletzt, querschnittsgelähmt, bewegt sich mit Rollwagen.
  • Pro Animale nahm seit Kriegsbeginn über 470 Hunde, 65 Katzen, 2 Pferde auf.
  • Viele Tiere traumatisiert, lärmsensibel; ängstliche bleiben auf dem Hof, keine Vermittlung.
  • Hündin Sofia: 8 Welpen im Luftschutzbunker; 2 vermittelt, 6 und Sofia suchen Zuhause.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Erst angeschossen, dann von einem Auto erfasst, als sie versuchte zu fliehen: Was die kleine Hündin Mina an der ukrainischen Front in Cherson erlebt hat, ist hochdramatisch. Zwar konnte sie gerettet werden. Doch ihre Wirbelsäule ist so beschädigt worden, dass sie seitdem querschnittsgelähmt ist.

Mit ganzer Kraft, hoppelt sie – endlich in Sicherheit in der Vermittlungsstation für Hunde und Katzen im Spreenhagener Ortsteil Markgrafpieske angekommen – auf nur mehr zwei Beinen in die Arme von Tierpflegerin Amber. Mit einem eigens für sie angefertigten Rollwagen könne sie sich jetzt einigermaßen gut bewegen, erklärt Hasan Tatari, Tierarzt und Leiter der Vermittlungsstation „Rendez-vous mit Tieren“ des Vereins „Pro Animale für Tiere in Not e. V.“

Auch Tierheime werden an der Front bombardiert

Durch die Kämpfe würden auch viele Tiere ihr Zuhause verlieren, weiß Tatari. Andere würden von ihren Besitzern, die fliehen müssen, zurückgelassen. Deshalb gebe es Sammelstellen für Tiere in Not an der Front. Doch auch diese würden bombardiert.

Unter Einsatz ihres Lebens würden Menschen aus der Ukraine, aber auch aus Deutschland, versuchen, die Tiere zu retten. Dann bringen sie die Vierbeiner erst mal nach Polen, wo sie für ein paar Wochen in Quarantäne kämen, geimpft und gechipt werden, so Tatari. Seit Kriegsbeginn hat Pro Animale nach eigenen Angaben über 470 Hunde, 65 Katzen und 2 Pferde aus der Ukraine in Obhut genommen.

Mina ist eine von insgesamt 53 Hunden, die aus der Ukraine gerettet wurden und nach wochenlangen Strapazen im Februar in Deutschland angekommen sind. In Spreenhagen leben nun 14 von ihnen. „Die meisten sind traumatisiert und reagieren wegen der Bomben besonders empfindlich auf Geräusche“, fährt Tatari fort.

In Markgrafpieske dürfen sie endlich zur Ruhe kommen und lernen, Menschen wieder zu vertrauen. Doch das benötige Zeit, gibt Tatari zu Bedenken. Und nicht alle würden es schaffen, ihre Traumata zu überwinden. Tiere, die zu ängstlich blieben, würden nicht mehr vermittelt werden, sondern auf dem Hof weiterleben.

Sofia brachte Welpe in Luftschutzbunker zur Welt

Hündin Sofia und ihre acht Welpen haben zwar auch ein schweres Schicksal, tollen aber trotzdem im Hof des „Rendez-vous mit Tieren“ herum. Unmittelbar vor der Evakuierung brachte Sofia ihre Jungen in einem Luftschutzbunker in Cherson zur Welt, wo sie zufällig entdeckt und geborgen wurden. Unter schwierigsten Bedingungen wurden sie noch im Dezember in Sicherheit gebracht.

Die Mischlingswelpen sind ungefähr acht bis zwölf Wochen alt und werden ungefähr 40 Zentimeter Schulterhöhe hoch, schätzt Tatari. Zwei von ihnen, der einzige schwarze Welpe des Wurfs und einer mit süßen Pandaaugen, sind bereits vermittelt. Die anderen sechs, ebenso wie die Mutter selbst, suchen noch nach einem liebevollen Zuhause.

Hündin Sofia mit drei ihrer Kleinen. Von den Strapazen ihres noch so kurzen Lebens ist kaum etwas zu merken.

Hündin Sofia mit drei ihrer Kleinen. Von den Strapazen in ihrem noch so kurzen Leben ist nichts zu merken.

Marlene Wetzel

Da die Jungen noch so klein bei der Rettung waren, sind sie nicht traumatisiert, erklärt der Tierarzt, und können überallhin vermittelt werden. Auch die zirka drei bis vier Jahre alte Sofia zeige keine Auffälligkeiten mehr. Sie sind allesamt grundversorgt, also gechipt und geimpft, allerdings bisher nicht stubenrein.

„Rendez-vous mit Tieren“ hat dienstags, donnerstags, samstags und sonntags von 14 Uhr bis 16 Uhr geöffnet oder nach Absprache. Die Kontaktdaten sind auf der Website zu finden.