Umwelt-Projekt: Ersatzquartier für Eidechsen von Tesla-Gelände in Freienbrink
Auf einer etwa 13 Hektar großen Ausgleichsfläche, die die Gemeinde Grünheide für 70.000 Euro vom Land Brandenburg erworben hat, hat die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) begonnen, Ersatzhabitate für Zauneidechsen zu schaffen. Diese Naturschutzmaßnahme gleicht sowohl Auflagen für das bestehende Gewerbegebiet „Güterverkehrszentrum Berlin-Ost“ als auch für das neue für den US-amerikanischen Elektroautomobilbauer aus.
Das Gebiet liegt direkt an der Autobahn, nördlich der gerade neu hergerichteten Kreisstraße, die Freienbrink mit Jägerbude verbindet. Ebenfalls nördlich der Trasse gibt es einen fast gleich großen Streifen, den Tesla gemäß dem Bericht zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die Umsiedlung der Reptilien vorbereitet. Diese jeweiligen Flächen umfassen beim LEG- und beim Tesla-Projekt jeweils rund fünf Hektar.
Um die Eidechsen einzufangen, wurden von der Firma Natur und Text Brandenburg auf verschiedenen Flächen beider Gebiete Bleche ausgelegt, unter die sich die Reptilien zurückziehen sollen. Auf einem Informationszettel wird darum gebeten, die Lage der mit einem Metallstab im Boden festgesteckten Quadrate nicht zu verändern. So an wärmende Plätze gelockt, sollen die Eidechsen von dort in ihr Ersatzhabitat gebracht werden. Zudem sind an verschiedenen Stellen so genannte Krötenzäune zu sehen, die ebenfalls die Bewegung der Eidechsen kanalisieren sollen. Dabei wurden jene Areale berücksichtigt, wo laut UVP das Vorkommen der Reptilien wahrscheinlich ist.
Hecken und Gräser für Insekten
Für das neue Quartier wurden auf besagten Gemeindeflächen Teile des Kiefernwaldes gefällt. Zwar wurden Stämme herausgenommen, Bruchholz aber blieb liegen, um das Gelände für die Reptilien annehmbar zu machen. Um Nahrungsvorräte für die Eidechsen anzulegen, also reichlich Insekten anzulocken, wurde die Garten- und Landschaftsbaufirma von Thomas Pfeil mit dem Anpflanzen mehrere Heckenreihen beauftragt.
Auf einer Gesamtlänge von 285 Metern sind 570 Brombeer- und Wildrosenpflanzen in die Erde gekommen. Im Herbst soll dort, wo die Vegetation nicht eingesetzt hat, nachgepflanzt werden. Als ergänzende Maßnahme wurde zudem eine spezielle Rasenmischung ausgesät, die ebenfalls als Nahrungsquelle für Insekten dienen soll. „Dafür wurde stellenweise das liegen gebliebene Astwerk-Moosgemisch weggenommen“, erklärt Pfeil.
Die gleiche Vorgehensweise, unter anderem insgesamt 465 Meter Hecke, gibt die UVP für den Tesla-Ausgleich vor. Wann das Vorhaben realisiert wird, war nicht in Erfahrung zu bringen. Anfragen an die Pressestelle von Tesla blieben abermals unbeantwortet.

