Umweltschutz: Krauten in Müggelspree gestoppt
Unter Einsatz eines Schwimmbaggers und von Mähbooten wurden in den vergangenen Tagen bereits rund 3000 Sandsäcke entfernt, ebenso das Nadelwehr, die 170 Holzpfähle sowie Spundwände mit denen der Fluss mittig geteilt war. Thorsten Weidner vom zuständigen Wasser– und Landschaftspflegeverband „Untere Spree“ erklärt: „Aufgrund des niedrigen Wasserstandes kommen wir mit dem Rückbau gut voran.“
Mit der Anlage hatte das IBG unter Freilandbedingungen Antworten auf mehrere Fragen gesucht. So wollten die Forscher wissen: Wie strömen Flüsse? Was lebt wo im Fluss? Wie können Flüsse nachhaltig bewirtschaftet werden und wie funktioniert ein Flussökosystem? Dafür wurde mit Hilfe der Anlage eine Flusshälfte abgesperrt, um die Strömungsgeschwindigkeit zu verändern.
Das Projekt hatte Widerspruch provoziert: Vertreter der Bürgerinitiative Müggelspree vertraten die Ansicht, es handle sich dabei wegen eines fehlenden Planfeststellungsverfahren um ein illegales Staubauwerk. Doch René Carouge, Sachgebietsleiter bei der Unteren Wasserbehörde, erklärt: „Es ist ordnungsgemäß genehmigt worden und Rückstaueffekte hat es nicht gegeben.“
Die Rückbauarbeiten dauern jetzt noch eine Weile an — das Eisenträgersystem muss aus dem Wasser geholt werden. Im Spätherbst werden auch die Widerlager aus Beton abgebaut. Thorsten Weidner versichert: „Der Fluss und das Flussufer werden in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt.“
Krauten wurde gestoppt
Eine andere wichtige Aufgabe des WLV „Untere Spree“ wurde dagegen in Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde wegen des Niedrigwassers vorerst gestoppt — das Krauten. In der Regel werden von Juli bis August Wasserpflanzen, insbesondere das Pfeilkraut, an 13 Abschnitten zwischen Erkner und Großer Tränke aus dem Flusslauf entfernt, damit sich das Wasser nicht staut und zügig abfließen kann.
Doch in diesem Jahr führt die Müggelspree aufgrund der anhaltenden Trockenheit sehr wenig Wasser. Steht der Wasserpegel durchschnittlich bei 72 Zentimetern sind es in diesem Jahr gerade mal rund 35 Zentimeter. „Wir haben deshalb bislang nur an wenigen Stellen Kraut entfernt, damit das Wasser nicht noch schneller abfließt, das wäre ökologisch nicht zu verantworten“, sagt Thorsten Weidner. Sobald die Pegel wieder steigen, wird das Krauten nachgeholt.

