Vernissage: Bahnhofsiedlung wird vielfältig gefeiert

Privatausstellung im Zelt: Joachim Okon (2. von links) öffnet seinen Garten. Seine Mitstreiter sind Heinz-Harald Ammon (links), Astrid Ristau und Gottfried Walther.
Joachim EggersDabei werden mehrere Ansätze verfolgt. Unter dem Motto „Eine Gartenstadt vor den Toren Berlins“ wird im IRS eine Ausstellung gezeigt, die Horst Miethe vom Verein 425 Kultur Erkner schon vor drei Jahren in der Woltersdorfer Kirche gezeigt hat; es handelt sich aber um eine aktualisierte Fassung. Bei der Vernissage im IRS–Pavillon an der Flakenstraße (Beginn: 18 Uhr) wird es unter anderem einen 20–minütigen Vortrag des Wissenschaftsjournalisten Friedrich Wolff über „Gartenstädte in und um Berlin“ geben. Die Ausstellung selbst beleuchtet die städtebaulichen Überlegungen der Entstehungszeit, die architektonische Gestaltung des Straßennetzes und das Leben der Bewohner in sehr verschiedenen politischen Systemen. Sie bleibt bis 27. April im IRS und wird vom 6. Mai bis 26. Juni im Foyer des Rathauses gezeigt.
Einen ganz anderen Zugriff hat die Ausstellung, die vom 9. bis 14. April auf dem Grundstück von Joachim und Renate Okon im Semnonenring 43 zu sehen sein wird; daran ist auch die Interessengemeinschaft Bahnhofsiedlung beteiligt. Gezeigt wird sie in einem etwa 25 Quadratmeter großen Zelt. „Ich habe begonnen, die Geschichte meines Hauses aufzuarbeiten“, sagt der 67–jährige Okon, der seit Ende der 1970er–Jahre in Erkner wohnt. Gezeigt werden Fotos und Dokumente von Bewohnern der Siedlung, vieles stammt aus dem Fundus von Rudi Leikies, dem ersten Chronisten der Siedlung.
Okon hat Fotos digitalisiert und zum Teil großformatig ausgedruckt, außerdem laufen Filme über die Siedlung. Zu den erstaunlichen Funden, die er und seine Mitstreiter zutage gefördert haben, gehören Fotos von einer kleinen Bahn, mit der Baumaterial vom Springeberg, also vom Seeufer, bis zum Rund transportiert wurde. „Vielleicht erkennt jemand seinen Onkel“, sagt er mit Blick auf Familienfotos. Den Ausstellungsbetrieb stellt sich Joachim Okon wie offene Gärten vor. Anmeldung unter Tel. 0177 2223060 erbeten.
Der eigentliche Gründungstag der Siedlung ist der 8. April. An diesem Tag soll im Beisein des Bürgermeisters am Siedlerplatz ein Maulbeerbaum gepflanzt werden. Am selben Abend wird es im Saal der Gesellschaft für Arbeit und Soziales (Gefas) eine Veranstaltung mit Festvorträgen von Miethe und Stadthistoriker Frank Retzlaff geben. Für den 3. Mai ist eine Festveranstaltung im Rathaus geplant. Auch beim Heimatfest (17. bis 19. Mai) soll das Jubiläum eine Rolle spielen; am 22. Juni ist noch ein Siedlerfest geplant.
