Volleyball
: Ganz bitteres Saisonende für den VSV Grün-Weiß Erkner

Da im Land keine Relegationsspiele ausgetragen werden, müssen die Randberlinerinnen aus der Brandenburgliga absteigen. Die Mannschaft bleibt aber zusammen und will wieder angreifen.
Von
Kai Beißer
Erkner
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"Die Stimmung ist sehr, sehr gut, der Zusammenhalt einfach großartig." Die Volleyballerinnen des VSV Grün-Weiß Erkner um Trainer Michel Küchler (vorn links) gehen trotz des Abstiegs optimistisch in die neue Saison.

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„Für uns ist das Ganze maximal bitter“, schwingt bei Michel Küchler noch immer hörbare Enttäuschung mit. „Wir hätten mit einem kompletten Kader nach Bad Saarow fahren können – erst zum zweiten Mal überhaupt in der Saison –, waren hochmotiviert und durchaus optimistisch, die nötigen Punkte einzufahren. Und dann das ...“, blickt der junge VSV-Trainer zurück.

Es wurde also nichts mit einem möglichen Happy End für die Erkneranerinnen, die als Landesmeister 2018 in die Regionalliga Nordost auf-, aber sofort wieder abgestiegen waren. Mit einem Mix aus ganz jungen Spielerinnen und der gestandenen Garde ging es in der Brandenburgliga von Beginn an nur um den Klassenerhalt. „Aber da hat sich einiges gegen uns verschworen“, resümiert Küchler. „Es gab ein paar unglückliche Niederlagen gegen Kontrahenten, die in Bestbesetzung antreten könnten, während bei uns einige etablierte Spielerinnen ausfielen. Berufsbedingt, schwanger, schwer verletzt“, zählt der 31-Jährige auf, der im IT-Management beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit arbeitet. Derzeit pendelt er mit dem Auto in sein Büro in der Berliner Mauerstraße. „Der Regionalexpress ist zwar gähnend leer, aber eben nicht leer genug. Und da ich mich regelmäßig um meinen Opa kümmere, will ich kein Ansteckungsrisiko eingehen.“

Lob für den Verband

So sehr die Randberlinerinnen die Auf- und Abstiegsregelung samt abgesagter Relegation auch getroffen hat – „wenn ich die Vereinsbrille abnehme, muss ich den Verantwortlichen beim Verband zugestehen, dass sie es sich nicht leicht gemacht und eine nachvollziehbare Entscheidung getroffen haben“, betont Küchler. „Es konnte keine Lösung geben, bei der nicht irgendjemand benachteiligt worden wäre. Und wir müssen eben selbstkritisch feststellen: Wenn wir zuvor nicht genügend Punkte haben sammeln können, müssen wir mit der jetzigen Regelung leben – und in der Landesliga neu angreifen.“

Mit Prognosen hält sich der Trainer, der auch Vereinsvorsitzender des VSV Grün-Weiß ist, wohlweislich zurück. „Ich mache ungern Zielvorgaben, zumal ich die Liga nicht wirklich kenne.“ Wenn er allerdings auf die Entwicklung seiner jungen Spielerinnen zu sprechen kommt – zwei 18-Jährige, die anderen gerade 16 geworden –, gerät der Erkneraner regelrecht ins Schwärmen. „Sie mussten aufgrund der Ausfälle ja gleich eine viel größere Rolle einnehmen als ursprünglich geplant, und das bei einem Sprung aus der Landesklasse zwei Ligen höher. Die Stimmung innerhalb der Truppe ist sehr, sehr gut, der Zusammenhalt einfach großartig. Wenn wir die Saison noch einmal spielen könnten, würde vieles bestimmt anders, besser laufen.“

Nach Lage der Dinge wird die Mannschaft zusammenbleiben. Die Älteren haben das bereits signalisiert, ohne dass der Trainer gefragt hätte. Und von den Jüngeren gehört nur eine Spielerin zum Abi-Jahrgang, wird aber in Berlin studieren und so den Grün-Weißen wohl erhalten bleiben.

Saisonstart völlig offen

Völlig offen ist derzeit, wann die neue Saison beginnt. Und so weiß Michel Küchler nicht, wann er seine Damen wohl wieder zum Training bitten kann und wird. „Momentan jedenfalls machen wir wirklich Pause. Aber sowie es ein konkretes terminliches Zeichen, eine zuverlässige Aussage seitens der Verantwortlichen gibt, werden wir natürlich zeitnah zunächst mit einer isolierten Vorbereitung beginnen, bevor wir uns dann auch wieder in derHalle treffen.“