Wasserverband Strausberg-Erkner: WSE-Chef André Bähler bleibt im Amt – Abwahl gescheitert

André Bähler, Verbandsvorsteher des Wasserverbands Strausberg-Erkner (WSE): Über seine berufliche Zukunft wurde bei der WSE-Verbandsversammlung in Hoppegarten abgestimmt.
Patrick Pleul/dpaDer Chef des Wasserverbands Strausberg-Erkner (WSE), André Bähler, wird trotz der zuletzt vielfach geäußerten Kritik an seiner Person im Amt bleiben. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung in der WSE-Verbandsversammlung, die am Mittwochabend in Hoppegarten stattgefunden hat.
Bei der Wahl hatten die 16 Mitgliedskommunen des WSE jeweils eine Stimme. Für eine Abwahl von Bähler wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig gewesen, also mindestens 11 Stimmen. Letztlich votierten aber nur 4 Verbandsmitglieder für die Abwahl des WSE-Chefs, 10 stimmten dagegen, 2 enthielten sich.
Bählers Stellvertreter Windisch bleibt auch im Amt
Ebenfalls im Amt bleiben wird Bählers Stellvertreter Gerd Windisch. Auch in seinem Fall wurde die für eine Abwahl nötige Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt. 2 Kommunen stimmten für Windischs Abwahl, 10 Verbandsmitglieder entschieden sich jedoch dagegen, 4 enthielten sich. Damit ist die Abwahl der gesamten WSE-Führung abgewendet.
WSE-Chef Bähler äußerte sich direkt nach den zwei gescheiterten Abwahlversuchen. „Ich entschuldige mich im Namen der Verbandsversammlung bei Herrn Windisch. Ich schäme mich ein bisschen dafür, dass das so passiert ist. Das hat niemand verdient“, so Bähler. Windisch sei maßgeblich für den wirtschaftlichen Erfolg des WSE verantwortlich. Die Vorgänge der vergangenen Wochen hätten viel Schaden angerichtet. Außerdem bedankte sich Bähler bei der Belegschaft des WSE für die Unterstützung.
Sieben Bürgermeister unterzeichnen Abwahlanträge
Im Vorfeld der WSE-Verbandsversammlung in Hoppegarten hatte es über Wochen teils hitzige Debatten über die Spitze des Wasserverbands, gegeben. Nötig wurde die Abstimmung, weil Mitte August sieben Bürgermeister Abwahlanträge gegen Bähler und Windisch unterzeichnet und eingereicht hatten. Zu den Unterstützern der Abwahl gehörten: Altlandsberg, Strausberg, Neuenhagen, Schöneiche, Fredersdorf-Vogelsdorf, Grünheide sowie das Amt Spreenhagen für die Gemeinde Gosen-Neu Zittau.
Für die Abwahl von WSE-Chef Bähler in Hoppegarten stimmten letztlich vier Bürgermeister: Elke Stadeler (Strausberg), Arne Christiani (Grünheide), Ansgar Scharnke (Neuenhagen) und Sven Siebert (Hoppegarten). Einer der Initiatoren des Antrags, Schöneiches Bürgermeister Ralf Steinbrück, musste sich hingegen der Weisung, die ihm am Abend zuvor die Gemeindevertretung erteilt hatte, beugen und gegen die Abwahl votieren.
Kritik an Bähler – WSE fehlt Wasser
Die Befürworter der Abwahl verwiesen immer wieder auf ein gestörtes Verhältnis zwischen der WSE-Spitze, den Kommunen und dem Land. Vertrauen in die Verbandsführung sei verloren gegangen, da es zu viele Konflikte und Konfrontationen gegeben habe. Außerdem würde die WSE-Führung immer wieder ihre Kompetenzen überschreiten und Entscheidungen treffen, ohne diese vorher mit dem Vorstand oder der Versammlung abzusprechen, hieß es. Als Beispiel wurde eine Klage gegen den Landkreis Märkisch-Oderland angeführt. Bähler mache gleichzeitig zu wenig, um die Probleme rund um die zahlreichen Bauvorhaben zu lösen, die aufgrund von Wassermangel nicht umgesetzt werden können. Es fehle an einer langfristigen Strategie. Deshalb brauche es einen personellen Neuanfang.
Bähler selbst hatte sich zuletzt mit öffentlichen Statements zurückgehalten. Doch schon in der Vergangenheit hatte er mehrfach auf die Vorwürfe, die nicht neu sind, reagiert. Dabei betonte er immer wieder, dass der WSE, der auch den US-Autobauer Tesla in Grünheide mit Wasser beliefert, seinen Versorgungsauftrag erfüllen wolle. Er wolle die Menschen mit Wasser versorgen, so Bähler damals – doch es gebe schlichtweg nicht genug für weitere Bauvorhaben. Das Land sei hier in der Verantwortung und müsse weitere Genehmigungen ermöglichen, damit mehr Grundwasser gefördert werden könne. Die gegen ihn und seinen Stellvertreter gerichteten Vorwürfe entbehrten deshalb jeder Grundlage.
Ob WSE jetzt zur Ruhe kommt, ist fraglich
Nun können Bähler und Windisch an der Spitze des WSE erstmal weitermachen. Inwieweit der Wasserverband jetzt zur Ruhe kommt und tatsächlich Lösungen für den Wassermangel in der Region findet, scheint aber mehr als offen. Nach den gescheiterten Abwahlversuchen wird die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und der WSE-Führung sicher nicht automatisch leichter.

