Wasserverband WSE: Missverständnis beim Gartenwasserzähler – BWB klärt auf

Die Regeln beim Einbau des Gartenwasserzählers in Berlin und beim WSE sind sich sehr ähnlich.
dpa/Bernd Weißbrod/MOZ-Montage- Der Wechsel von Gartenwasserzählern beim Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) ist seit Januar teurer, da er von freien Installateuren durchgeführt wird.
- Auch in Berlin müssen Gartenwasserzähler von Fachfirmen eingebaut werden, eine private Installation ist nicht erlaubt.
- WSE-Kunden müssen ihre Zähler alle sechs Jahre wechseln, sonst entfällt der Rabatt auf die Schmutzwassergebühr.
- Ein Moratorium erlaubt die Anerkennung abgelaufener Zähler bis 31. Dezember 2025.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Für den Austausch der Gartenwasserzähler beim Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) gibt es seit Januar dieses Jahres eine neue Regelung. Die Zähler werden nicht mehr durch Mitarbeitende des WSE ausgetauscht, sondern durch Installateure aus der freien Wirtschaft.
Im Zuge dessen ist der Wechsel des Zählers auch teurer geworden. Kunden berichten gegenüber der MOZ von Preisangeboten von 300 bis zu 800 Euro. Auch wegen der erhöhten Kosten suchen Bürgermeister aus dem Verbandsgebiet derzeit nach Alternativen für die Bürger beim Zählerwechsel. Dabei schauen sie auch in die benachbarten Verbandsgebiete – darunter Berlin.
Auf der vergangenen Verbandsversammlung Mitte Juni hatte Verbandsvorsteher André Bähler darauf hingewiesen, dass der Blick nach Berlin allerdings keine alternative Lösung biete. Denn die Berliner Wasserbetriebe (BWB) ließen keinen großen Unterschied zum Vorgehen beim WSE erkennen.
Gartenwasserzähler in Berlin selbst tauschen? Nicht möglich!
Wer die bisherige Berichterstattung zum Gartenwasserzähler aufmerksam verfolgt hat, dürfte bei der Einschätzung des WSE-Chefs womöglich stutzig werden: Stimmt das? Ist es in Berlin nicht so, dass Gartenwasserzähler dort auch von privat getauscht werden können, der Tausch also nicht zwingend durch eine Fachfirma erfolgen muss? Auch die MOZ hatte darüber unter Berufung auf die BWB berichtet.
Doch die Berliner Wasserbetriebe haben ihre Angabe auf nochmalige Nachfrage nun zum Teil angepasst. Der Grund: Es habe ein Missverständnis vorgelegen, heißt es. Ein privater Einbau des Gartenwasserzählers sei demnach nicht möglich.
„Richtig ist, was auf unserer Webseite steht“, erklärt BWB-Sprecher Stephan Natz. „Der Einbau bzw. Austausch von Spreng-/Privat-/Gartenwasserzählern muss von einem eingetragenen Installationsfachbetrieb vorgenommen und bestätigt werden.“ Der einzige Unterschied zwischen den BWB und dem WSE beim Wechsel des Gartenwasserzählers ist, dass in Berlin eine abschließende Kontrolle durch einen Mitarbeiter des Verbandes nicht erfolge. Laut Natz vertraue man dem Zeugnis des Installationsbetriebes und prüfe vor Ort nicht noch einmal die Korrektheit.
Gartenwasserzähler beim WSE – so wird er getauscht
Für Kunden des WSE steht ein Wechsel des Gartenwasserzählers grundsätzlich nach spätestens sechs Jahren an. Dann ist die gesetzlich festgelegte Eichfrist abgelaufen. Im Gegensatz zum Hauptwasserzähler kann die Eichfrist des Gartenzählers auch nicht verlängert werden, wie der WSE erklärt. Kunden, deren Zähler aus der Eichfrist fallen, werden vom WSE angeschrieben und darauf aufmerksam gemacht. Denn: Fällt der Gartenwasserzähler aus der Eichfrist, kann er nicht mehr in der Abrechnung der Schmutzwassergebühr berücksichtigt werden. So steht es in der Satzung des Wasserverbandes. Aber auch der Gesetzgeber verlangt das Einhalten der Eichfrist von sich im Umlauf befindlichen Zählern.
Sollte die Eichfrist abgelaufen sein, der Kunde aber auf einen Wechsel verzichten, gibt es entsprechend keinen Rabatt mehr beim Schmutzwasser. Dennoch appelliert der WSE stetig an die Sorgfaltspflicht an der Kundenanlage. Denn Gartenwasser sei am Ende immer noch Trinkwasser und damit ein Lebensmittel.
Möchten Kunden ihren Zähler wechseln lassen, können sie sich aus dem Verzeichnis des WSE einen Installationsbetrieb aussuchen. Dieses ist unter anderem online abrufbar. Dabei lohnt sich, wie Recherchen zeigen, mehrere Angebote einzuholen, da die Preise zum Teil stark variieren. Der gefundene Installateur holt dann einen Zähler beim WSE in Strausberg ab und verbaut diesen beim Kunden. Im Anschluss muss der Kunde einen Termin mit einem Mitarbeiter des WSE zur Abnahme der Anlage vereinbaren. Dieser kommt dann und verplombt den Zähler.
Gartenwasserzähler – wie geht es weiter im WSE Gebiet?
Durch ein Moratorium auf der jüngsten Verbandsversammlung der WSE wurde zunächst Folgendes beschlossen: Alle Zähler, deren Eichfrist bis zum Dezember des vergangenen Jahres abgelaufen waren, sollen dennoch bis zum 31. Dezember 2025 anerkannt und bei der Abrechnung der Schmutzwassergebühr berücksichtigt werden.
Ob dieser Beschluss rechtlich Bestand haben wird, ist allerdings offen. Genauso offen ist auch, ob die Regelungen des WSE beim Gartenwasserzähler noch einmal geändert werden. Auf der kommenden Verbandsversammlung im September soll dazu ein endgültiger Beschluss gefasst werden.

