Immobilie bei KW
: Paar aus Schulzendorf bangt nach Wasserschaden um Wiedereinzug

Nach einem Wasserschaden ist das Haus von Olaf und Jürgen Meinke in Schulzendorf bei KW Monate später noch immer nicht bewohnbar. Anfangs waren sie noch guter Dinge, doch dann das.
Von
Jana Scholz
Schulzendorf
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Das Holzblockhaus von Olaf und Jürgen Meincke ist in der Vorweihnachtszeit ein Lichterfest – normalerweise. Dieses Jahr bleiben die unzähligen Lämpchen aus. Weihnachten fällt buchstäblich ins Wasser.

Das Holzblockhaus von Olaf und Jürgen Meinke in Schulzendorf bei KW (Dahme-Spreewald) ist in der Vorweihnachtszeit ein Lichterfest – normalerweise. 2024 bleiben die unzähligen Lämpchen aus. Weihnachten fällt buchstäblich ins Wasser.

Jürgen Meincke
  • Olaf und Jürgen Meinke können nach Wasserschaden ihr Haus in Schulzendorf seit Monaten nicht bewohnen.
  • Die Versicherung stellte eine Ferienwohnung, doch die Frist läuft bald ab.
  • Sanierungsarbeiten wurden unsachgemäß ausgeführt; neuer Boden muss erneut verlegt werden.
  • Ein Adventsmarkt im Garten soll trotz der Umstände für Weihnachtsstimmung sorgen.
  • Hoffnung auf baldige Rückkehr ins Haus bleibt ungewiss.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Für die 10.000-Einwohner-Gemeinde Schulzendorf ist das Holzhaus von Olaf und Jürgen Meinke in der Vorweihnachtszeit eine Institution. Das Ehepaar beginnt normalerweise Mitte November mit dem Aufbau seiner liebevollen Weihnachtsdekoration. Tausende Lichter sorgten bisher immer für leuchtende Augen. Dieses Jahr fällt Weihnachten für das Ehepaar buchstäblich ins Wasser.

Im Juni 2024 entdeckten sie eine Pfütze im Badezimmer. Das vor 20 Jahren gebaute Blockhaus ist auch ein halbes Jahr nach der Entdeckung der Pfütze im Bad noch nicht wieder bewohnbar. Die Meinkes sind eigentlich gut versichert und hofften, das Problem würde schnell behoben. Die Versicherung beauftragte ein Unternehmen, das auf Wasserschäden spezialisiert ist. Jürgen Meinke erinnert sich: „Am Anfang ging alles schnell und sah gut aus. Doch der Boden im ganzen Haus musste erneuert werden.“

Wasserschaden in Schulzendorf – Paar muss in Ferienwohnung

Die beiden Männer mussten das Haus räumen. Die Versicherung stellte Umzugshelfer und einen Container für das Hab und Gut zur Verfügung. Die Meinkes zogen um und die Versicherung gab den Männern eine Kostenübernahme für eine Ferienwohnung – für maximal 200 Tage. Die Frist ist bald um.

Die Männer leben seit mehr als fünf Monaten in der Ferienwohnung. Olaf Meinke erzählt: „Draußen wird es kalt. Wer hätte gedacht, dass wir nach so langer Zeit immer noch nicht zurückkönnen?“ Und Ehemann Jürgen ergänzt: „Als wir 2002 unser Haus gebaut haben, dauerte es vom Baubeginn bis zur Schlüsselübergabe nur einen Monat. Was wir hier erleben, ist ein wahr gewordener Albtraum.“ Was dann folgte, ist für jeden Hausbesitzer eine Katastrophe.

Restlos alle Habseligkeiten des Paares wurden im Frühsommer dieses Jahres eingelagert. Auch wenn ein Umzugsunternehmen dabei half, sind jetzt auch Winterkleidung und warme Schuhe nicht greifbar.

Wasserschaden in Schulzendorf bei KW: Restlos alle Habseligkeiten des Paares wurden im Frühsommer dieses Jahres eingelagert. Auch wenn ein Umzugsunternehmen dabei half, sind jetzt Winterkleidung und warme Schuhe nicht greifbar.

Jürgen Meinke

Gravierende Mängel und viele schlaflose Nächte

In den vergangenen Monaten hat sich bei den Meinkes nicht viel getan. Der beschädigte Fußboden wurde herausgerissen und ein neuer gelegt. Allerdings nicht fachmännisch. Das unabhängige Gutachten, das nach langem Hin und Her schlussendlich durch den Bauträger beauftragt wurde, sagt aus, dass die bisherigen geleisteten Arbeiten falsch ausgeführt wurden. Es heißt: „Die Art und Weise der Verlegung stellt nach der Fehlerdefinition einen gravierenden Mangel dar, da das Ist zum Soll nicht erreicht wurde.“ Also noch mal alles von vorn. Der bereits verlegte Fußboden muss wieder raus. „Aber, das geht natürlich nicht von jetzt auf gleich“, erklären die Meinkes.

Die Sanierungsfirma beauftragte einen Fußbodenleger, der die Arbeiten jedoch nicht fachgerecht ausgeführt hat.

Wasserschaden in Schulzendorf bei KW: Die Sanierungsfirma beauftragte einen Fußbodenleger, der die Arbeiten jedoch nicht fachgerecht ausgeführt hat. Zwischen den neu verlegten Fermacell-Bodenplatten und dem Ursprungsboden kann keine gerade Fläche mehr entstehen.

Jürgen Meinke

„Es gibt Fristen, die dem bisherigen Bodenleger die Möglichkeit geben sollen, seine Fehler zu korrigieren. Die erste ließ er im September verstreichen, nachdem die Mängel durch die Hausbesitzer an die zuständigen Projektleiter herangetragen wurden. Die zweite Frist ist jetzt abgelaufen. Passiert ist in der gesamten Zeit nichts“, erzählt Jürgen Meinke kopfschüttelnd. Am Freitag, 22. November, soll nun ein anderes durch die Sanierungsfirma beauftragtes Unternehmen kommen und den Fußboden erneut herausreißen.

„Wir sind genervt, Jürgen kann nachts nicht schlafen. Die Bürokratie und gesetzlichen Fristen erschweren es, positiv zu denken und Vertrauen in die verantwortlichen Firmen zu haben“, berichtet Olaf Meinke. Die ausführende Baufirma und die Versicherung äußern sich auf Nachfrage nicht zu dem Vorgang.

Trist sieht es dieses Jahr bei den Meinkes in der Schulzendorfer Karl-Marx-Straße aus. Ob der Adventsmarkt im Garten am 23. und 24. November wohl für Weihnachtsstimmung sorgen kann?

Trist sieht es dieses Jahr bei den Meinkes in der Schulzendorfer Karl-Marx-Straße bei KW aus. Ob der Adventsmarkt im Garten am 23. und 24. November wohl für Weihnachtsstimmung sorgen kann?

Jürgen Meinke

Weihnachtsmarkt in Schulzendorf soll Stimmung aufhellen

Die Eheleute sind weiterhin angespannt. Sie hatten noch Hoffnung, Weihnachten gemeinsam in ihrem Zuhause feiern zu können. Dieses Jahr wird ihr Weihnachtswunsch nicht in Erfüllung gehen. Doch um wenigstens etwas in Stimmung für die Vorweihnachtszeit zu kommen, veranstalten sie am kommenden Wochenende (23./24. November) im Garten in der Karl-Marx-Straße einen Adventsmarkt. Die langen Baupausen hatten sie nämlich genutzt und zahlreiche Adventsgestecke gebastelt. Denn trotz Baufrust und ohne romantische Weihnachtsbeleuchtung wollen sie wenigstens ihren Weihnachtsbazar stattfinden lassen und die kreativen Basteleien verkaufen. Und vielleicht hilft auch ein Gespräch bei einem Glühwein, die Ereignisse der letzten Monate zu verarbeiten.