Werbung für Schulen
: Erste Schülerfirma „Take up“ am Carl Bechstein Gymnasium Erkner

Start up Fünf Schüler üben sich am Carl Bechstein Gymnaisum im Unternehmertum. Mit ihrer Firma haben sie sich viel vorgenommen
Von
Mara Kaemmel
Erkner
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Mit Spaß dabei: Julien Gorek, Paul Lankers, Paul Sühring sowie Maurice Heilmann und Constantin Koldewey (rechts) präsentieren das Logo ihrer Firma "Take up".

Mara Kaemmel

Schülerfirmen gibt es an vielen deutschen Schulen, bei manchen gehören sie bereits seit Jahrzehnten zum Unterrichtskonzept. Doch am Carl–Bechstein–Gymnasium sind die fünf Jungs die ersten, die den ernsthaften Versuch wagen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Und sie meinen es ernst, verdammt ernst damit. Sie haben eine Power–Point–Präsentation vorbereitet, auf dem ihr Logo prangt: ein blauer Kreis mit einem weißen „Take Up“ mittendrin. Constantin Koldewey, Klasse 10d,  betont dazu: „All unsere Produkte werden ein gutes Design und eine tolle Qualität haben, zertifiziert und nachhaltig sein.“

Mit Produkten Identität stiften

Merchandising heißt, Werbung machen – für ihre Schule mit und auf Produkten — und damit Identität stiften, ein Zugehörigkeitsgefühl schaffen, so wie es in den USA üblich ist: auf T–Shirts und Kapuzen–Pullovern, auf Trinkflaschen und Brotboxen. Und dem Take–Up–Team fallen noch weit mehr Produkte ein: Lineale, Radiergummis und Regenschirme, die mit Logos von Schulen und Vereinen sowie flotten Sprüchen versehen und im besten Fall gewinnbringend verkauft werden könnten.

Paul Lankers und Julien Gorek aus der 10c sind für das Design zuständig, Maurice Heilmann aus der 11a und Hannes Sühring aus der 10b kümmern sich um den Vertrieb. Muster ihrer Produkte wollen sie auf der Social–Media–Plattform Instagram präsentieren und die Ware später auch übers Internet anbieten. Digitalisierung ist heute wichtig.

Der Bedarf ist da, das haben sie bei Umfragen unter Mitschülern herausgefunden. Das Gymnasium hat seit kurzem ein dreifarbiges Logo. Die letzten T–Shirts mit dem alten Logo sind  unverkäuflich, also werden neue gebraucht — und eben auch gewollt. Jetzt bietet sich die Chance, etwas richtig Gutes anzubieten.

Zertifizierte Shirts, die ökologisch einwandfrei sind; Brotboxen und Trinkflaschen, die nicht aus Plastik und Glas gefertigt sind, weil die kaputt gehen und schnell wieder in den Müll wandern könnten. Die Jungunternehmer setzten als Alternative auf Metall. Auch Kugelschreiber aus Metall wollen sie anbieten und gegen Pfand zurücknehmen, wenn sie leer geschrieben sind  — oder Ersatzminen anbieten. „Wir decken die gesamte Nachhaltigkeitskette ab.“

Mit eigenem Konto

Begleitet wird das Unternehmen von Mario Sejnowsky, Lehrer für Latein, Politik und Geschichte. "Ich finde die Idee gut“, sagt er. Und dass er selbst etwas dabei lerne. Die Firma habe keine Rechtsform, denn sie sei ein Schulprojekt. Aber anders als eine Arbeitsgemeinschaft hat die Schülerfirma ein eigenes Konto — die juristische Verantwortung trägt der Schulförderverein.

Wie es jetzt weitergeht? Maurice Heilmann sagt: „Wir wollen im Februar die ersten Produkte als Muster vorstellen und dann Bestellungen aufnehmen.“ Wenn die Schüler wissen, wie viel geordert wird, lassen sie die Produkte bei ihren Partnern in der gewünschten Stückzahl produzieren. Wer das ist, das bleibt ihr Betriebsgeheimnis. Nur so viel lassen sie sich entlocken: Die meisten Produkte sind „Made in Germany“.Die Kleidung werde in Bangladesch unter fairen Bedingungen produziert, versichert Constantin Koldewey. Ein Problem müssen sie aber noch lösen: Ein Verkaufsraum fehlt. Maurice Heilmann sagt: „Wir denken uns halt was Mobiles aus.“