Und nach wie vor scheint der erfahrene Feuerwehrmann und Ortswehrführer etwas erschrocken über das, was er in seinem Ort sieht. "Für uns als Einsatzkräfte war es nicht ungefährlich, beim Gewitter zu arbeiten, während von oben noch die Blitze herunter gingen", sagt Wiese.

Tanne trifft Hausdach

Joachim Brunner und Horst Grützke im Fliederweg sind in ihren Grundstücken am Räumen. Ein Tannenbaum von Grützkes Grundstück hat das Dach von Brunners Haus getroffen. Böen bis zur Windstärke neun haben den Riesen mitsamt der Wurzel aus dem Boden gerissen. Der gewaltige Ballen klafft nun über der Erde. Dafür hat sich wiederum einer von Brunners Bäumen beim Sturm in den Garten des anderen Nachbarn verirrt. Alle haben nun gut zu tun, das Durcheinander zu beseitigen.
Bei Brunner waren am Montag schon die Dachdecker da. Sie schätzen die Reparaturkosten auf rund 1500 Euro. Grützke hat seine Gebäudehaftpflichtversicherung informiert: "Die zahlen das", ist er beruhigt, "wenn der Schaden nicht 3000 Euro übersteigt, muss ich nur noch die Fotos samt Rechnung schicken", erklärt er Ortsvorsteher Wiese. Für den Schaden auf seinem eigenen Grundstück müsste die Hausratversicherung einspringen, sind die Männer sich einig.
Ein Stück weiter, im Bruchweg, ist ein Stamm der Länge nach durchgebrochen. Ein Baumteil steht noch, ein derartiger Baum-Längsschnitt ist ein seltener Anblick. Der abgeknickte Teil hat die Telefon-Oberleitung durchtrennt. Auch weiter vorne, am Uferweg, bietet sich ein ungewöhnliches Bild. Auf einem Privatgrundstück konnte die Feuerwehr mit einer verankerten Winde einen Baum sichern, der sich ebenfalls Richtung Oberleitung neigt.
Wieder zurück an der Hauptstraße zeigt Wiese auf frisch gepflanzte Bäumchen und wundert sich: "Sie bieten ja noch gar keine Angriffsfläche, trotzdem hat sie der Sturm umgefegt."

Pkw mit Totalschaden

13 Einsätze in drei Stunden – von 18 bis 21 Uhr – fuhren die 32 Feuerwehrleute aus Gosen und Neu Zittau. Drei Bäume fielen auf Haus-, zwei auf Autodächer. Ein Pkw hat Totalschaden, da ist sich Wiese sicher. Der Friedhof sah wüst aus. "Als wir  am Schluss die Kettensägen warteten und unser Material säuberten, waren wir alle klitschnass." Wiese ist froh, dass der Sonnabend trotz des enormen Baumbruchs noch glimpflich ausging. "Es ist ein großes Glück, dass niemand verletzt wurde", resümiert er auf dem Weg zurück ins Feuerwehrhaus. Ihm ist es wichtig, dass der Einsatz seiner Kollegen und die Risiken, die sie auf sich nehmen, gesehen werden.
"Wir werden noch mindestens eine Woche mit den Sturmschäden zu tun haben, erzählt Cornelia Hennicke, die mit einer Motorsäge in den Händen auf dem Gosener Friedhof steht. Zusammen mit ihrem Kollegen Mario Parlow beräumt sie öffentliches Gemeindegebiet von Stämmen und Ästen. Neben dem Friedhof hat es auch den Kirschpark heftig erwischt.