Der Politiker Tobias Bank (Die Linke) zeigt sich mit der Ausstellung „Alltäglich Plakatiert“ von seiner künstlerischen Seite. Ein Plakat auf einem Flohmarkt weckte sein Interesse und die Begeisterung für die kreativen Plakate, die nun, dem Wortsinn folgend, niemand wirklich vor Arbeit schützen, sondern auf vielfältige Weise an die Arbeitssicherheit erinnern. Er erwarb das Plakat und es folgten viele weitere mehr. Aus der Sammelei wurde eine reichhaltige Sammlung, die Bank nicht weiter für sich behalten, sondern teilen wollte.
Über Kunst und Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten und so mag jeder hier seinem eigenen Geschmack folgen. Zweifellos hat Bank eine einzigartige Sammlung von kulturgeschichtlichen Wert geschaffen. Denn hinter den Bildern stehen Geschichten.
Gleich im Eingang hat Bank einen Tribut an jene zollen wollen, deren Sicherheit hier im Fokus steht. Zwei Plakate aus den 60er Jahren, sie zeigen einen Bauarbeiter und eine Schweißerin. Eine Frau in Arbeitskluft mit schwerem Gerät in der Hand, das dürfte zu jener Zeit im Westen eher ungewöhnlich gewesen sein. „In der DDR normaler Alltag“, sagt Bank, der inzwischen über 50 solcher Plakate gesammelt hat. Dazu Piktogramme und Handbücher zum Thema Arbeitsschutz.
Offenbar nahm man die Arbeitssicherheit in der DDR sehr ernst. „Ja“, bestätigt Bank. „In der DDR wurde im besonderen Maße auf die Gesundheit und Sicherheit geachtet. Es wurde jeder an seinem Arbeitsplatz gebraucht. Arbeitsunfälle und Ausfall von Arbeitskraft waren schädlich für die Volkswirtschaft.“
Historische Zeugnisse mit aktuellen Botschaften
Plakate, die über richtiges Heben aufklären, vor defekten Kabeln warnen oder zur Rücksichtnahme im Verkehr auffordern - ihr Design mag etwas von Gestern sein, die Botschaften sind brandaktuell. Man könnte sie gut erweitern und auf unsere heutige Arbeitsrealität anpassen. Denn die farbenfrohen Plakate sind Hingucker und die teils lustigen Sprüche bleiben im Kopf, anders als die einmal im Jahr stattfindende Sicherheitsbelehrung.
Rund dreißig Plakate der Sammlung sind derzeit in Priort zu sehen. Dazu Handbücher und, ganz neu in der Ausstellung, Piktogramme. Banks Sammlung wurde bereits an mehreren Ausstellungsorten in Berlin und Brandenburg gezeigt. Auch in der technischen Universität Dresden war sie zu Gast. Besucht werden kann die Ausstellung von Dienstag bis Freitag von 10 bis 17Uhr in der Bürgerbegegnungsstätte Priort, Chaussee 26F Bitte beim im Haus ansässigen Friseur nach dem Schlüssel fragen. Der Eintritt ist kostenlos. Ausliegendes Informationsmaterial erläutert die Exponate. Wer Plakate, Abzeichen oder Medaillen zum Thema besitzt, Tobias Bank ist mit seiner Sammlung noch lange nicht fertig und freut sich über die historischen Stücke, die dann Teil dieser kulturhistorischen Sammlung werden können. Kontakt zu Bank kann man per E-Mail an DDRExposition@gmail.com aufnehmen.