Im kommenden Jahr feiert die Heinz-Sielmann-Oberschule im Wustermarker Ortsteil Elstal 100. Geburtstag. Das Geschenk der Gemeinde wird die neue Sporthalle sein. Ein architektonischer Hingucker, der moderne Ansprüche und die charakteristische Bauweise im Ort verbindet. Knapp 10 Millionen Euro wurden hier verbaut, mehr als die Hälfte davon, rund 5,5 Millionen Euro, konnte durch Fördermittel finanziert werden.

Sporthalle erster Bauabschnitt des Schulzentrums

Von der Tribüne können rund 200 Gäste Spiele und Sport in der Halle verfolgen. Es gibt einen Raum für die sportliche Theorie, Vereine haben einen eigenen Geräteraum, sogar eine Küche steht in der neuen Halle zur Verfügung. Auch vor der Tür verändert sich einiges. Zukünftig werden die Busse direkt vor der Sporthalle halten, die Schüler können dann ohne die Straße überqueren zu müssen direkt die Schule erreichen. Das sei sicherer, sagt Bürgermeister Holger Schreiber (parteilos) und auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer entspannter.
Die Sporthalle war nicht nur lange gewünscht, sie ist auch Teil des neuen Schulzentrums. Denn am Standort plant die Gemeinde weiterhin Großes. In dieser Woche wurden dazu weitere Weichen in der Sitzung der Gemeindevertreter gestellt. Bauabschnitt eins ist die fast fertiggestellte Halle, die Bezeichnung legt nahe, dass hier noch einiges folgt.

Gemeindevertreter vergeben Planungsleistung

Die Heinz-Sielmann-Oberschule wird Schulzentrum, 25 Millionen Euro sollen am Standort weiter investiert werden. Denn auf das Gelände der Oberschule soll eine Grundschule dazukommen. Dies geht nun in „die heiße Phase“, wie Schreiber mitteilte. denn die Gemeindevertreter haben einstimmig der Vergabe der Generalplanung an die Berliner Architekturgesellschaft Numrich, Albrecht & Klumpp beschlossen. Noch in diesem Jahr soll der Vertrag zwischen Gemeinde und Generalplaner unterschrieben werden.
„Den Bedarf für Fördermittel haben wir bereits angemeldet“, ergänzt Bürgermeister Schreiber. Knapp 10.000 Einwohner hat die Gemeinde Wustermark. Die vorhandene Grundschule steht gegenüber dem Rathaus, sie wurde gerade erst erweitert, da die Kapazitäten nicht reichen. Elstal ist der bevölkerungsstärkste Ortsteil, rund die Hälfte der Einwohner der Gemeinde leben in der Eisenbahnersiedlung. Mit den Bauprojekten in der Heidesiedlung und dem Olympischen Dorf ist der Wachstum im Ort auf Sichtweite.

Dreizügige Grundschule mit Lernhäusern

Bürgermeister Schreiber sieht ganz klar den Bedarf für eine weitere Grundschule. Diese soll sogar dreizügig werden. Gebaut werden soll die Grundschule nach dem Konzept der „Münchener Lernhäuser“. Statt eines großen Schulgebäudes entstehen mehrere kleinere Gebäude, in denen die Schüler mit den Pädagogen als Team die Schultage verbringen. Kleinere Gruppen und die Nutzung der Gebäude soll dabei auch durchgängig sein.
Uwe Schollän, Fachbereichsleiter Standortförderung und Infrastruktur, erklärt: „In der Schule werden die Räume vormittags genutzt und stehen am Nachmittag leer. Im Hort ist es genau andersherum.“ Die Idee: vormittags lernen im Lernhaus, nachmittags Hortbetreuung am gleichen Standort. „Wir bauen die Schule der Zukunft. Und schaffen damit ganz neue Möglichkeiten für den Unterricht“, sagt Schollän.
Geplant sind dazu auch Außensportanlagen, Aula und eine Mensa. Letztere soll auch für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden können. Schreiber rechnet damit, die neue Schule im Sommer 2024 in Betrieb nehmen zu können. Schon zum Schuljahr 2022/23 sollen Kinder auf die neue Schule eingeschult, aber noch im alten Gebäude unterrichtet werden. Sobald die neue Schule dann steht, gehen diese Kinder dort hin.

Gesamtschule ist weiter Thema

Holger Schreiber hat Elstal schon lange als Standort für eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe im Blick. Im Rennen um einen solchen Schulstandort im Landkreis hat vor einigen Jahren Brieselang gewonnen, doch für den Wustermarker Verwaltungschef ist das Thema deshalb nicht vom Tisch. Das Osthavelland ist beliebt, die Gemeinden Wustermark, Falkensee, Nauen, Dallgow-Döberitz, Schönwalde- Glien und Ketzin/Havel liegen in der Gunst der Zuzügler. Hier sieht Schreiber den Bedarf, ganz unabhängig ob und wann in Brieselang nun die ersten Bagger rollen.
„Wir bewerben uns weiter, neben Brieselang, als Gesamtschulstandort“, sagt Holger Schreiber. Platz genug wäre auf dem vier Hektar großen Areal. „Das Planungsrecht wäre da. Wir stehen bereit“, fügt Schreiber hinzu. Und sagt noch einmal, dass er den Bedarf für beide Standorte, Brieselang und Elstal, sieht. Elstal wäre nicht nur für die Wustermarker Schüler ein vorteilhafter Standort, auch für Schüler aus Dallgow-Döberitz und Ketzin/Havel wäre Elstal attraktiv.