Stell dir vor, es gibt Stadtteilgespräche und keiner geht hin. Die erste Gesprächsrunde der Reihe Stadtteilgespräche in Falkensee, die in Wohnzimmeratmosphäre stattfinden sollen, musste fast ohne Besucher auskommen. Dabei hatten sich Stefan Settels und Christian König vom Büro für Vielfalt einiges für das neue Format einfallen lassen.
Der Auftakt fand im Kulturhaus Johannes R. Becher statt. Ins Gespräch kommen, wollte man mit Einwohnern der Ortsteile Falkenhain und Waldheim. Wie lebt es sich hier, was ist schön, was kann verbessert werden? Bei einem Stadtteilspaziergang mit anschließender Diskussionsrunde wollte man ins Gespräch kommen. Doch dann blieben die Teilnehmer aus.

Kulturhaus wurde einst an Falkensee vererbt

Ein junger Mann kam, zeigte Interesse und ging alsbald wieder. Kurz darauf erschien eine weitere Besucherin. Die blieb, wohnt allerdings in keinem der beiden Ortsteile. Statt Spaziergang wurde improvisiert und etwas zum Ort des Treffens, zur Geschichte des Johannes R. Becher-Hauses, erzählt. Dessen illustre letzte Bewohnerin, Erna Offeney, war eine sehr vielseitige Künstlerin. Tänzerin, die es sogar in den Palast des letzten Zaren schaffte, Kunstschützin, Vogelstimmenimitatorin und so manches mehr. Sie vermachte das Haus der Stadt mit der Auflage, es kulturell zu nutzen.
Ingrid Kaufmann leitet den Förderverein des Kulturhauses Johannes R. Becher. Sie und die Mitarbeiter im Kulturhaus hatten sich mit der Ausstattung der Veranstaltung sichtbar viel Mühe gegeben. Doch die Bänke blieben ungenutzt, die frischen, weißen Tischtücher können wieder in den Schränken verschwinden.

Zeitpunkt der Veranstaltung vielleicht ungünstig gewählt

Erwartet hatte Settels, dass in der Begegnungsstätte über Orte der Begegnung im Kiez gesprochen wird. „Es wird viel über die Zentrumsentwicklung gesprochen. Aber was ist mit den Stadtteilen“, fragt er. Straßenfeste, Öffentlicher Nahverkehr, Radwege, Einkaufen - welcher Bedarf besteht und wird er gedeckt, hätte zu den Fragen gehören können. Vielleicht war ein Donnerstagnachmittag auch nicht der günstigste Zeitpunkt für eine solche Veranstaltung? War diese Möglichkeit der Bürgerbeteiligung ausreichend bekannt? Anregungen dazu nimmt man im Büro für Vielfalt entgegen unter stefan.settels@asb-falkensee.de

Noch drei weitere Gesprächsrunden geplant

Drei weitere Veranstaltungen sind geplant, am 25. September in Finkenkrug, 4. Oktober für Seegefeld und Falkenhagen und am 13. Oktober für Falkenhagen und Falkenhöh. Settels sagt, man habe sich hier bewusst für andere Uhrzeiten und Wochentage entschieden. Die Ergebnisse der Diskussionsrunden wollen Settels und König an die Politik weitergeben. Weitere Infos sind auf der Webseite der Partnerschaft für Demokratie zu finden.