Wenn der Keller bei Starkregen vollläuft, Bäume bei Sturm umknicken, wenn es brennt oder Unfallopfer aus Autos geborgen werden müssen, leisten sie professionelle Arbeit. Wenn es ganz dicke kommt, sind die Frauen und Männer der Feuerwehren zur Stelle. In Kienberg (Nauen) steht die Feuerwache nun vor dem Aus. Denn eine Besetzung von zwölf Leuten wäre nötig, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Doch gegenwärtig sind es nur vier Kameraden und eine Kameradin, die im Notfall ausrücken könnten. Sogar ein Wehrführer fehlt in Kienberg. Die Funktion übt derzeit Christian Liepe von der Börnicker Feuerwehr aus. Wenn sich nicht noch ein paar Freiwillige finden, droht der Feuerwehr im 500 Einwohner-Ortsteil von Nauen die Schließung. „Sind einmal die Tore geschlossen, bleiben sie es auch“, befürchtet Bürgermeister Manuel Meger (LWN).

Werbeaktion der Feuerwehren: mit Blaulicht und Sirenen durch Kienberg

Um auf den akuten Mangel hinzuweisen, fuhren die Nauener Feuerwehren am Dienstag im Konvoi durch Kienberg, mit Blaulicht und Sirenen. Nur das Kienberger Einsatzfahrzeug blieb demonstrativ in der Garage stehen. Im Anschluss wurden Flyer verteilt: Werbung um neue Mitglieder.
Im eher dünn besiedelten und ländlich geprägten Brandenburg sind es überwiegend Freiwillige Feuerwehren, die im Bedarfsfall ausrücken. Nur Potsdam, Cottbus, Brandenburg/Havel, Frankfurt (Oder) und Eberswalde unterhalten Berufsfeuerwehren. Von den 39.392 märkischen Feuerwehrleuten (Stand: Ende 2021) sind 38.610 ehrenamtlich tätig - fünf sind es noch in Kienberg.