Am 21. Mai wurde es bunt vor dem Rathaus in Falkensee. Etwa 80 Menschen waren dabei, als die Regenbogenflagge gehisst wurde. Die Flagge erinnert an den Christopher Street Day, der im Juni begangen, aber auch an den 17. Mai 1990. Denn an diesen Tag strich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität als Krankheit aus dem Diagnose-Katalog. Erst 2018 wurde auch die Transsexualität gestrichen. Seit 2005 wird dem Tag gedacht, an dem die sexuelle Orientierung als nicht therapiebedürftig erklärt wurde. Der IDAHOBIT ist der Internationale Tag (Day) gegen Homo- Bi, Inter- und Transsexuellenphobie.

Zuletzt Flagge vor Jugendclub gehisst

Im vergangenen Jahr hatten die Initiatoren des Regenbogencafés und Mitglieder des Jugendforums die Fahne vor dem Jugendclub Alte Post gehisst. In diesem Jahr flatterte sie offiziell vor dem Rathaus, nachdem eine Mehrheit der Stadtverordneten sich dafür ausgesprochen hatte. Vertreter fast aller politischen Parteien waren anwesend, ebenso Vertreter der Beiräte und verschiedene Initiativen der Stadt. Für die Stadt nahm Dezernent Dr. Harald Sempf teil.

Mehr Aufmerksamkeit für das Thema

Falkensee war diesmal nicht die erste Stadt im Landkreis, die den Regenbogen hisste. Bereits am Montag zuvor hatte man in Wustermark termingerecht die Regenbogenflagge gehisst. In Falkensee habe man sich für den Freitag entscheiden, um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu ziehen, erklärte die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Julia Concu (B’90/Die Grünen) und bekräftigt: „Es ist die Aufgabe der Stadt Farbe zu bekennen.“

Situation von Regenbogen-Familien oft schwer

Der IDAHOBIT 2021 stand unter dem Motto Regenbogenfamilien. Familien, die nach nicht nach traditionellem Rollenverständnis, Vater, Mutter, Kind, leben, sondern Familien, die mit zwei Müttern oder zwei Vätern oder noch mehr Elternteilen leben. Familien mit biologischen und liebenden Eltern oder liebenden und nichtbiologischen Eltern. Rechtlich stehen Regenbogenfamilien noch oft im Abseits, wie die Lebensrealitäten dieser Familien immer wieder zeigen.

Liedermacherin Suli Puschban unterhielt die Anwesenden

Für den musikalisch bunten Teil, sorgte die Liedermacherin Suli Puschban. Die 2019 von der GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) mit dem Musikautorenpreis ausgezeichnete Puschban hatte ihr Publikum schnell im Griff und ließ die Falkenseer vor dem Rathaus, auf der Verkehrsinsel und auf der gegenüberliegenden Wiese fröhlich mittanzen.
Fortsetzung folgt: Am 22. Juni werde vor dem Rathaus wieder die Regenbogenflagge gehisst, kündigt Julia Concu an. Dann zum Christopher Street Day.