Es ist wahrlich kein schöner Anblick in der Stadtmitte von Falkensee. Mit Graffiti besprüht und verbarrikadierten Fenstern liegt die alte Stadthalle in der Bahnhofstraße verlassen da. Eigentlich wollte hier längst ein Investor ein neues Wohn- und Geschäftshaus bauen - eigentlich.
Mit diversen Meinungsverschiedenheiten und Bedenken in der Stadtverordnetenversammlung und von Anliegern, wie der dortigen Grundschule, zog sich das Projekt in die Länge und das so sehr, dass der Denkmalschutz auf das in den 1970ern von den Falkenseern in Handarbeit errichtete Gebäude aufmerksam wurde.

Verwaltung stellt Abrissanzeige beim Denkmalschutz

Seit Herbst 2020 steht die Halle nun vorsorglich unter Denkmalschutz - aufgrund ihrer „baugeschichtlichen Bedeutung“. Für das geplante Bauprojekt könnte das das Aus bedeuten.
Alles hängt nun davon ab, wie die Denkmalschutzbehörde über einen Antrag der Stadt Falkensee entscheidet. Als Eigentümerin - der Kaufvertrag mit dem Investor ist noch nicht zustande gekommen - hat die Stadtverwaltung eine sogenannte Abrissanzeige an die Behörde getätigt.

Ohne Abriss keine Entwicklung der Innenstadt in Falkensee

Wie Bürgermeister Heiko Müller (SPD) am Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung sagte, gebe es noch keinen Verwaltungsakt zur endgültigen Aufnahme in die Denkmalschutzliste. Die Verwaltung sieht in der Aufnahme der Halle eine Unzumutbarkeit.
Wenn die Halle nicht abgerissen werden kann, würde das die Entwicklung der Innenstadt für viele Jahr zum Stillstand bringen. Denn die Halle könnte auf Jahre nicht saniert werden - es ist schlicht kein Geld da. Zumal die früheren Funktionen der alten Stadthalle die neue Stadthalle als Sport- und Veranstaltungsort übernommen hat.

Über die gestellte Abrissanzeige ist noch nicht entschieden worden, so Müller. Im Vorfeld gab es mündliche Erörterungen mit der Behörde. Er wirft die Frage in den Raum, was der Denkmalschutz eigentlich für die Halle bedeutet. Wenn beispielsweise nur eine Dokumentationspflicht aufgerufen würde, dann könnte das geplante Bauprojekt mit Verzögerung noch umgesetzt werden. Um den Abriss würde sich der Investor kümmern. Dies sei im städtebaulichen Vertrag so vorgesehen. Wird keine Abrissgenehmigung erteilt, bleibt der Schandfleck wohl lange erhalten.