Samstagvormittag, schönes Wetter, Stau vor dem Kreisverkehr in der Spandauer Straße, alle wollen zum Baumarkt. Während die Karawane nur langsam vorankommt, schweift der Blick durch die Landschaft.
Auf der Wiese zwischen Tankstelle und Kreisverkehr flattern kleine Plastiktüten und Verpackungen im Wind. So einige wurden während der Fahrt ihrem Besitzer zur Last, Fenster runter, raus damit. Kaugummi- und Bonbonpapier, Getränkeflaschen, leere Zigarettenschachteln, alles bunt durcheinander. Ein paar Tage später ist die Wiese sauber. Oh wie schön, gesehen und weitergefahren. Welcher dienstbare Geist hier seine Freizeit opferte, bleibt ein Geheimnis.

Mehr Aufmerksamkeit für Müllsammel-Aktionen in Falkensee

Oder auch nicht, zumindest wenn es nach Sille Boll, engagierte Falkenseer Einwohnerin, geht. Boll möchte mehr Aufmerksamkeit auf die aufgeräumten Schluderecken lenken. Schilder sollen auf das Werk ehrenamtlicher Müllsammler aufmerksam machen. Diese Schilder sollten möglichst gut sichtbar, kreativ und originell gestaltet sein – ein Blickfang. Zusammen mit der AG Umwelt der Lokalen Agenda 21 hat sie einen Ideenwettbewerb ausgerufen.
Bis vor der Pandemie hat die Stadt einmal im Jahr zu einer Müllsammelaktion aufgerufen. Das fällt nun, wie so viele Aktivitäten, aus. Doch auch ohne Aufruf aus dem Rathaus treffen sich verschiedene Gruppen zum Müllsammeln. Das sollte doch gesehen werden, findet Boll. Sie selbst sammelt regelmäßig mit Nachbarn in ihrer Umgebung. „Das macht Spaß, bringt die Leute zusammen und am Ende können sich alle über ein schönes, sauberes Umfeld freuen“, sagt sie. Schade nur, wenn ein paar Tage später wieder Müll an den gerade aufgeräumten Stellen liegt. „Da habe ich eine einfache Lösung“, sagt Boll. „Nicht meckern, machen.“

Müll kann für Tiere gefährlich werden

Mit den Müllsammelaktionen tut man also sich selbst, der Umgebung und der Umwelt etwas Gutes. Für Tiere kann der Müll gefährlich werden. Zersetzt sich Plastikmüll, geht es als Mikroplastik ins Wasser oder landet über Umwege, wie eine Komposttieranlage, im eignen Gemüsebeet. Also Hand anlegen, weil sonst der Müll liegenbleibt. Denn die Stadt verfüge über keine Stadtreinigung, erklären die Initiatoren.
Für die Finanzierung der Schilder hat die Lokale Agenda Fördermittel beantragt und bewilligt bekommen. Die Schilder sollen nach Müllsammel-Aktionen auf dem beräumten Gelände aufgestellt werden und so auf das bürgerliche Engagement aufmerksam machen. Sollten sich Freiwillige inspiriert fühlen, selbst zu Müllsack und Zange greifen wollen, umso besser.

Müllsammler bekommen Unterstützung der Stadt Falkensee

Stefan Settels, Koordinator der Partnerschaft für Demokratie, sieht mit dem Schild auch die Chance, Kräfte zu bündeln. Denn wer Müll sammeln geht, muss das nicht zwingend allein. Über die sozialen Medien kann zur Mithilfe eingeladen werden.
Die Schilder, wenn sie dann da sind, können über die Lokale Agenda 21 ausgeliehen werden. Wer im öffentlichen Raum Müll sammeln geht, kann sich vom Grünflächenamt der Stadt unterstützen lassen, erklärt Yvonne Scherzer, von der AG Umwelt der Lokalen Agenda. Sie blickt auf sehr gute Erfahrungen mit dem Grünflächenamt zurück. Wer freundlich anfragt, bekommt Greifer ausgehändigt und kann die Mitarbeiter der Verwaltung benachrichtigen, wo der gesammelte Müll abgeholt werden kann. Die beste Jahreszeit für das Müllsammeln sei übrigens jetzt, sagt Boll. Bis April, Mai, auf jedem Fall bevor im wahrsten Sinn Gras über die Dinge gewachsen ist.
Die Ideen für ein Logo können bis zum 15. März 2022 abgegeben werden. Per Post an Lokale Agenda 21, Am Gutspark 4 in 14612 Falkensee oder auf dem elektronischen Weg an info@agenda21-falkensee.de.