Als Reaktion auf die Berichterstattung in den Medien zur Barrierefreiheit an den neu entstandenen Kreisverkehren im Falkenseer Stadtzentrum führten Vertreter der Stadtverwaltung, gemeinsam mit Vertretern des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes Brandenburg und des Beirates für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung der Stadt Falkensee, kürzlich eine Ortsbegehung durch. Auch BRAWO hatte über die vom Teilhaberat hervorgebrachten Kritikpunkte berichtet.

Blindenleitsystem optimierungsbedürftig

Angelika Falkner-Musial vom Teilhabe-Beirat hatte ein kritisches Statement zur Barrierefreiheit an den neuen Kreisverkehren gegeben. Besonders das Blindenleitsystem empfand sie als optimierungsbedürftig. Nun gab die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung bekannt, dass im Rahmen dieser Besichtigung festgestellt wurde, „dass die Leitsysteme den einschlägigen Normen entsprechen und eine sichere Führung gewährleistet ist.“ Eine Prüfung von Verbesserungsmöglichkeiten in Detailfragen wird unabhängig davon in Aussicht gestellt.
Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass bei allen Bauvorhaben die Barrierefreiheit berücksichtigt werde: „Zur Unterstützung wird dabei regelmäßig auf das Fachwissen der Verbände und Beiräte im Rahmen einer Beteiligung in frühen Planungsphasen zurückgegriffen. So auch beim Kreisverkehr Bahnhofstraße/Poststraße, wo eine erste Beteiligung bereits im Jahr 2015 erfolgte.“ Das hatte Falkner-Musial auch so bestätigt.

„DIN-Norm ist Minimalvorschrift“

„Die DIN-Norm“, so Falkner-Musial auf Nachfrage, „wurde größtenteils eingehalten. Nur handelt es sich hierbei um eine Minimalvorschrift.“. Sie ist überzeugt: „Das geht auch besser. Die Norm reicht nicht für die praktische Nutzung“. Sie hofft, man möge bei künftigen Bauvorhaben aus den Erfahrungen lernen: „Ich würde mir wünschen, dass man sich bei zukünftigen Bauvorhaben mehr an die Bedürfnisse der Menschen, als an DIN-Normen orientiert“.