„Wunderbar, dass wir etwas an den ASB zurückgeben können“, sagt Kathleen Kunath und die Freude darüber steht ihr ins Gesicht geschrieben. Kunath ist Sprecherin der Willkommensinitiative Falkensee (WiF), ein Verein, der sich um die Bedürfnisse vom Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, kümmert. Sie hat vier Tablett-PCs nebst Ausstattung dabei. Die Geräte überreicht sie Robert Bolze, Geschäftsführer der ASB Kinder-, Jugend- und Familienhilfe im Havelland.

Verbindung zur Familie wichtig für Kinder und Flüchtlinge

Die Einrichtungen des Wohlfahrtsverbandes Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sind in Falkensee kaum wegzudenken. Kunath blickt zurück, die Willkommensinitiative wurde mit Beginn ihrer Entstehung vom ASB unterstützt. Bis heute arbeite man viel zusammen. „Die Bedürfnisse von geflüchteten Menschen und der Kinder im Heim decken sich oftmals“, sagt Kunath weiter und fügt hinzu, dass es um Teilhabe, dem Wunsch dabei zu sein, gehe. Denn für die Kinder im Heim ist die Verbindung zur Familie genauso wichtig, wie für die Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten.

Jedes Tablet mit Kopfhörer und Tastatur

Kunath betont an der Stelle, dass alle Angebote der Willkommensinitiative allen Falkenseern offen stehen. Es gehe nicht um die Frage, woher jemand kommt, sondern darum, was gebraucht wird. Eine weitere Gemeinsamkeit: Für das Lernen ist ein geeigneter Computer unerlässlich, gerade in Pandemie-Zeiten, in denen der Unterricht auf einem Bildschirm verfolgt wird. Damit dies an den Tabletts auch wirklich gut geht, gibt es für jedes Gerät eine Tastatur und Kopfhörer dazu.
Rund 300 Euro kostet einer der PCs samt dem Zubehör. Spendiert hat die Geräte der Berliner Verein „Pro Humanitate et Arte“, zu dem Kunath gute Verbindungen unterhält. Nachdem der ASB Bedarf gemeldet hatte, hatte Kunath den Verein um Unterstützung gebeten und binnen einer Woche die vier Endgeräte erhalten.

Mehr als 100 Kinder werden derzeit betreut

Die vier Tabletts würden allen Kindern im Kinderheim zu Gute kommen, sagt Bolze. Mehr als 100 Kinder werden hier im Rahmen der Stationären Hilfen betreut. Er plant ein Ausleih-Verfahren, die Kinder in den einzelnen Gruppen können den Wunsch der Ausleihe über die Erzieher anmelden. Vorher werden die Geräte von den Fachleuten beim ASB Kinder- und Jugendgerecht hergerichtet. Außerdem müssen sie dem Datenschutz entsprechen. So dürfen zum Beispiel Messanger-Dienste, die Zugriff auf Daten nehmen können, nicht installiert werden. Bolze sagt, die Geräte werden ausschließlich für die Kommunikation mit Familie und Freunden und zu Bildungszwecken genutzt.

Tablets ergänzen vorhandenes Angebot

Beide, Bolze und Kunath, haben in der Pandemie erlebt, wie Kinder versuchen, den Schulunterricht am Handy zu verfolgen. Das ist natürlich keine gute Lösung, deshalb sollte jedes Kind über ein vernünftiges Endgerät verfügen, sind sie sich einig. Neben der Bildung stehen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen im Fokus. „Man merkt jetzt, nach einem Jahr Corona, deutlich, wie sich die sozialen Bereiche verändern“, sagt Bolze. Die vier Tabletts werden das bereits vorhandene Angebot zum Treffen im Netz mit den Lieblingsmenschen ergänzen. Was ungemein wichtig sei, denn viele der Kinder und Jugendlichen sorgen sich in dieser Zeit um die Gesundheit ihrer Familien, ergänzt er.