Aktion: Zwei Millionen Kraniche bis Prenzlau

Basteln für den Frieden: Am Dienstag faltete die gesamte Rathausspitze unter Anleitung von Jacqueline Eckardt (3.v.l.) Kraniche als Friedenssymbol.
Rene MatschkowiakEs ist ein Herzensprojekt für die ehrenamtliche Kinderbeauftragte der Stadt, Jacqueline Eckardt. Und es soll zu einer Frankfurter Friedensbewegung werden. „Im Rahmen eines Fachkräfteaustauschs übernachtete eine japanische Kollegin in unserem Haus“, erzählt sie. Die bastelte mit den Kindern der Eckardts Kraniche und erzählte ihnen die traurige Geschichte von Sadoka Sasaki.
In Japan bastelt man schon lange Kraniche als Symbol des Glücks der Langlebigkeit. Auch das kleine japanische Mädchen versuchte, den Wunsch der Gesundheit mit Tausend gebastelten Kranichen von den Göttern erfüllt zu bekommen — nach dem Atombombenabwurf auf ihre Heimatstadt Hiroshima 1945 war sie sieben Jahre später an Leukämie erkrankt. Wie viele Kraniche die zehnjährige Sadoka bis zu ihrem Tod wirklich bastelte, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. Ihr Bruder Masahiro spricht von etwa 1600. Die Töchter von Jacqueline Eckardt jedenfalls waren erschüttert und fragten — mit Tränen in den Augen – wie so etwas möglich ist.
Die Kinderbeauftragte will nun mit dem von ihr erdachten und von Anja Kreisel unterstützten „Frankfurt macht Frieden“ ein Projekt starten, das weit über die Oderstadt hinaus strahlt. Im August 2020 jährt sich der Atombombenabwurf zum 75. Mal. Dann soll es ausgehend von der Stadtbrücke die längste Kette an Menschen und Kranichen geben, die die Welt je gesehen hat. Möglichst alle Frankfurter sollen vorher mit basteln, egal ob Kinder oder Erwachsene. Schließlich ist der Kranich seit Sadoka Sasakis Tod auch ein Symbol der Friedensbewegung. „Um mit der Kranich–Menschen–Kette bis nach Prenzlau zu kommen, brauchen wir zwei Millionen Kraniche“, umreißt Jacqueline Eckardt das Ziel.
Die Spitze der Stadtverwaltung hat sie bereits im Boot. Alle bastelten bei der Präsentation des Projekts am Dienstag mit. Und beim Basteln der Papiervögel allein soll es nicht bleiben. Weiter geplant bei der Aktion „Frankfurt macht Frieden“ sind bis ins Jahr 2020 Kunstaktionen, Ausstellungen, Kino und Friedenskonzerte. OB René Wilke unterstützt die Aktion als Schirmherr. Auf Facebook kann man der Aktion unter „Frankfurt macht Frieden“ folgen. „Vielleicht gelingt es am 6. August 2020 auch einen Gast aus Hiroshima in Frankfurt (Oder) zu begrüßen“, hofft Jacqueline Eckardt.