Alarm in Słubice
: Warum in Polen die Sirenen heulen

In ganz Polen heulen die Sirenen von Einsatzfahrzeugen. Dieses Mal handelt es sich allerdings nicht um einen Test für den Ernstfall.
Von
Marlena Dumin
Słubice
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Feuerwehr

In Polen heulen am 12.6. die Sirenen von Einsatzfahrzeugen – was dahinter steckt.

Philipp von Ditfurth/dpa

Am Mittwoch (12.6.) um 12 Uhr werden in ganz Polen die Sirenen von Einsatzfahrzeugen der Sicherheitskräfte heulen. Hintergrund ist, dass ein junger Soldat vor wenigen Tagen an der Grenze zwischen Polen und Belarus mit einem Messer angegriffen und tödlich verletzt wurde. Mateusz Sitek, der 21 Jahre alt war, soll mit dieser Aktionen nun geehrt werden.

Laut Polnischer Presseagentur wurde der Soldat am 28. Mai an der polnisch-weißrussischen Grenze angegriffen. Er sei von einem Mann mit einem Messer verletzt worden. Zusammen mit einer Gruppe hatte dieser versucht, eine Stahlbarriere zu überwinden.

Als Mateusz Sitek mit einem Schutzschild den Durchbruch im Grenzzaun blockiert habe, habe der Mann – nachdem er seine Hand durch den Zaun gesteckt hatte – ihn in die Brust gestochen. In Richtung des Verletzten und der ihm Hilfe leistenden Grenzschutzbeamtin seien Äste und Steine geworfen worden, wie die Kameras des Grenzschutzes festhielten. Sitek starb einige Tage später, am 6. Juni.

Angreifer floh nach Belarus – Regierung in Polen plant Pufferzone

Wie die polnische Zeitung Rzeczpospolita berichtet, sei der Angreifer ins Innere von Belarus geflüchtet. „Die polnischen Behörden hoffen, dass die Migranten, die sich in den Einrichtungen des Grenzschutzes aufhalten, bei der Identifizierung des Täters helfen. Das polnische Außenministerium fordert von der weißrussischen Seite die Identifizierung und Auslieferung des Mordverdächtigen.“
Laut dem operativen Zentrum des Verteidigungsministers wurden seit Jahresbeginn 48 Soldaten in direkten Auseinandersetzungen mit Migranten verletzt, davon allein 28 im Mai.

Nach dem Angriff auf die Soldaten kündigte Premierminister Donald Tusk die Einrichtung einer zusätzlichen Pufferzone an der Grenze zu Weißrussland an. Das Innenministerium arbeitet an der endgültigen Version der Verordnung, die diese Angelegenheit regeln soll.

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