Alltagsbericht
: Von Schleierpflicht und Schulverbot

Frauen aus dem Iran und Kamerun berichten am 8. März über ihre Rechte in ihren Heimatländern.
Von
René Matschkowiak
Frankfurt
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Zum Islam konvertiert: die Frankfurterin Katrin Rautenberg (Mitte). Zusammen mit der Iranerin Zohreh Vojoudi Jarrah und Charlotte Tsangueu aus dem Kamerun diskutiert sie am 8. März in Frankfurt über Frauenrechte.

René Matschkowiak

„Im Iran werden die Frauen eigentlich geschätzt“, weiß Zohreh Vojoudi Jarrah. Repressalien gibt es von den Machthabern im Land. Die islamische Verfassung macht es möglich. So dürfen Frauen nicht unverschleiert auf die Straße gehen, sonst droht ihnen das Gefängnis. Und im Falle der Scheidung bekommt der Mann immer das Sorgerecht für gemeinsame Kinder.

Charlotte Tsangueu sollte in ihrem Heimatland als Kind erst nicht zur Schule gehen dürfen. Dann hat sie sich dann aber doch durchgesetzt. Sie ist aus Kamerun nach Frankfurt gekommen. Für sie ist die Diskussionsrunde nach dem 8. März lange nicht erledigt. „Es soll in jedem Fall weitergehen“, findet sie. „Frauen sollen sich ihr Recht nehmen, Gleichheit und Freiheit bekommt man nicht geschenkt“. Außerdem gebe es in Kamerun große Probleme mit der Versorgung der Frauen in Krankenhäusern.

„Wenn man schwanger ist, kann man nicht einfach in die Gynäkologie ins Klinikum gehen“, berichtet Charlotte Tsangueu. Das führt immer wieder zu Todesfällen und fürchterlichen Szenen vor den Krankenhäusern. „In Kamerun gibt es zwei Frauentypen. Die Emanzipierten die meist in großen Städten leben und die Frauen vom Land. Besonders der Norden und der Westen des afrikanischen Landes sind zurückgeblieben“, erklärt sie. „Hier dürfen Frauen oftmals nicht arbeiten gehen. Auch Polygamie ist ein Problem“, so Charlotte Tsangueu.

Katrin Rautenberg hingegen ist nicht geflüchtet, sondern hat sich vor einigen Jahren aus freien Stücken dem Islam zugewandt. Mehrmals hat sie den Koran gelesen und keine Hinweise auf die Unterdrückung der Frau gefunden. „Es ist eher ein Leitfaden für das Leben“, findet sie. Für Charlotte Tsangueu ist klar, dass es in der Religion auch immer um Macht über die Frau geht.  „Haben Sie schon mal einen weiblichen Papst gesehen?“, fragt sie.

Im Café „Bla Bla“, das von der muslimischen Gemeinde in Frankfurt zum Beten genutzt wurde, wird jeden Freitag diskutiert.

Die persönlichen Eindrücke der Frauen und ihre Meinung über die Frauenrechte, kann man sich am 8. März um 17 Uhr in den Räumen des Brückenplatzes anhören.