Ausflug nach Polen
: Krzysztof Kuchnio baut Dinosaurier – wie kam er dazu?

Krzysztof Kuchnio stellt in Nowiny Wielkie bei Kostrzyn Dinosaurier aus Kunststoff her. Daneben betreibt er einen Dino-Park. Wie ist er dazu gekommen?
Von
Karl Baptist
Nowiny Wielkie
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Krzysztof Kuchnio im Dino-Park

Krzysztof Kuchnio ist der Betreiber des Park Dinozaurów Nowiny Wielkie bei Kostrzyn. Er baut die Figuren wie diesen Spinosaurus selbst. Wer ist der Mann hinter den Dinos?

Karl Baptist
  • Krzysztof Kuchnio baut seit 2000 Dinosaurierfiguren und betreibt den Dino-Park bei Kostrzyn.
  • Der Park zieht jährlich etwa 30.000 Besucher an und bietet Kletter- und Spielmöglichkeiten.
  • Kuchnio fertigt auch Tiere, Comic- und Fantasy-Figuren für Freizeitparks in Europa.
  • Der Park informiert seit 2007 Kinder über Dinosaurier und zeigt Fossilien im Museum.
  • Kuchnio sieht seine Arbeit als Hobby und kombiniert Kunst und Handwerk.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Auf einem kleinen Firmengelände, etwa 30 Autominuten von Kostrzyn entfernt, stehen unzählige Plastikfiguren auf dem Hof. Viele stellen meterhohe Dinosaurier dar. Manchmal sind es nur der Kopf, der Hals oder andere Körperteile der Urzeittiere, die auf dem sandigen Waldboden mitten in der Natur des Dorfes Nowiny Wielkie liegen.

Der Ort mit seinen rund 1200 Einwohnern ist in der Region bekannt als Produktionsstätte für Dinosaurier-Figuren und für den Dino-Park. Das ist vor allem der Arbeit von Krzysztof Kuchnio zu verdanken, dem Leiter dieser gleichnamigen Pracownia Plastyczna (zu Deutsch etwa Kunstwerkstatt).

Dinosaurierpark bei Kostrzyn: Betreiber fertigt seit 2000 Figuren

In der kleinen Werkstatt, die sich auf dem Hof befindet, wird geschliffen, geklebt und lackiert. Es riecht nach Leim und Farbe. Im Hintergrund surren verschiedene Maschinen und Werkzeuge. Die Mitarbeiter basteln gleichzeitig an verschiedenen Figuren, die sich langsam von grauen Gestalten in farbenfrohe Wesen verwandeln. Ihr Chef, Krzysztof Kuchnio, ist Herr über die prähistorischen Echsen aus Fiberglas und Lackfarben und Betreiber des nur wenige hundert Meter entfernten Park Dinozaurów.

Seit dem Jahr 2000 fertigt der 58-jährige Kuchnio aus Lubuskie mit seinen sieben Mitarbeitern an diesem Standort seine detailgetreuen Figuren. Zuvor arbeitete er bei einem deutschen Hersteller, der eine ähnliche Produktion betreibt. Doch nicht nur Dinosaurier gehören zu Kuchnios Sortiment. Auch Tiere, Comic- und Fantasy-Figuren, etwa aus dem Warhammer-Universum, werden von ihm produziert und verkauft.

Dinosaurierpark bei Kostrzyn: Heute ist der Park ein Ausflugsziel

Als sich nach einiger Zeit herumgesprochen hatte, dass es in der Region eine Firma gibt, die solche Figuren herstellt, seien Leute auf das Firmengelände gekommen, um sich die Plastikfiguren anzuschauen, sagt der Dino-Bauer. „Da war es Zeit für den Park“, erinnert sich Kuchnio. Er habe erkannt, dass das Konzept eines Dino-Parks in Polen funktionieren könnte.

„Heute bieten wir damit eine Art Tagestourismus an“, sagt Kuchnio über seinen Park, der seit 2007 Kinder über die Welt der Dinosaurier informiert. Für ihn sei der Park mit den riesigen Dino-Figuren ein Konzept gewesen, das es in dieser Region Polens noch nicht gegeben habe, so Kuchnio.

In der Betriebshalle von Krzysztof Kuchnio in Nowiny Wielkie werden nicht nur Dinosaurierfiguren hergestellt. Es ist auch die Geburtsstätte von Comic- und Fantasy-Figuren.

In der Betriebshalle von Krzysztof Kuchnio in Nowiny Wielkie werden nicht nur Dinosaurierfiguren hergestellt. Es ist auch die Geburtsstätte von Comic- und Fantasy-Figuren.

Karl Baptist

Was der Dinosaurierpark bei Kostrzyn so alles bietet

Im Park finden sich heutzutage zahlreiche Kletter- und Spielmöglichkeiten für kleine Dino-Entdecker. Außerdem gibt es auf dem Parkgelände ein Café und ein Souvenirgeschäft, in dem sich auch ein Museum befindet, das nach den Angaben auf der Website des Parks rund 500 Exponate ausstellt. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Steine und Fossilien aus prähistorischen Epochen. Der Parkbetreiber schätzt, dass durchschnittlich etwa 30.000 Menschen jährlich den rund vier Hektar großen Dino-Park besuchen. „Unser Rekord liegt bei 60.000 pro Jahr“. Das heutige Parkgelände inmitten eines Waldstücks gehört ihm nicht, sondern wurde ihm unter Auflagen von der örtlichen Forstbehörde zur Verfügung gestellt.

Die Dinosaurier und anderen Figuren baut er meist auf Bestellung für Freizeitparks und Einrichtungen in Polen, Deutschland und anderen europäischen Ländern. Von der Entwurfszeichnung über ein erstes Styropormodell bis hin zur Herstellung eines ersten Modells aus Polyesterharz, aus dem später die fertige Figur zusammengesetzt wird, werden alle Arbeitsschritte in dem kleinen Unternehmen selbst durchgeführt.

Der Betriebshof von Krzysztof Kuchnio in Nowiny Wielkie wird von zahllosen Dinosauriermodellen bewohnt

Der Betriebshof von Krzysztof Kuchnio in Nowiny Wielkie wird von zahllosen Dinosauriermodellen bewohnt.

Karl Baptist

Zeugen davon sind die Modellvorlagen, die auf dem Hinterhof des Betriebsgeländes liegen. Diese könne man bei Aufträgen jederzeit heranziehen, um eine neue Figur zu bauen. Die fertigen Modelle kosten je nach Aufwand und Größe zwischen einigen hundert und mehreren zehntausend Euro, sagt Kuchnio. Das höchste Modell, das er bisher fertigstellen konnte, war ein etwa 15 Meter hoher Brachiosaurus mit dem charakteristischen langen Hals - ein Auftrag eines deutschen Parks.

Betriebshof von Krzysztof Kuchnio

Auf dem Betriebshof von Krzysztof Kuchnio liegen zahllose Vorlagen für neue Dinosaurierfiguren. Aber auch andere Modelle lassen sich dort finden.

Karl Baptist

Dinosaurierpark bei Kostrzyn: Betreiber sammelt auch Fossilien

„Ich sage immer, das ist mein Hobby“, erklärt der ehemalige Bautechniker über seinen jetzigen Beruf. Für ihn seien seine Figuren etwas zwischen Kunst und Handwerk. „Wenn die Leute die Figuren sehen, denken sie an die Millionen Jahre alte Geschichte. Und ich glaube, das ist das Faszinierende an ihnen“, sagt Kuchnio.

Auch privat liest und beschäftigt sich Kuchnio mit der Vor- und Frühgeschichte. Davon zeugt auch seine Sammlung von Steinen und Fossilien, die er auf Messen und bei Fachhändlern kauft und im kleinen Museum des Dinosaurierparks ausstellt. Für ihn sei der Park ein Ort zum Lernen und Spielen für Familien. Immer orientieren sich die Modelle seiner Figuren an den Erkenntnissen und Funden der Wissenschaft, um die Dinosaurier so genau wie möglich zu bauen und auszustellen, ist Kuchnio stolz. Die präzise und detailgetreue Wiedergabe der ehemaligen Gestalt der riesigen Urzeitechsen sei ihm wichtig. Das solle beim Betrachter Interesse wecken und spannend informieren.

Kuchnio vor der Halle

Krzysztof Kuchnio mit einer fertigen Büffelfigur vor seiner Werkshalle in Nowiny Wielkie.

Karl Baptist

„Mein Hintergrund als Bautechniker hilft mir“, erklärt Kuchnio. Gerade bei den großen Figuren müsse er viel rechnen und austüfteln, um Gewicht und Größe der Modelle in Einklang zu bringen und stabil umzusetzen. Er geht davon aus, dass seine Figuren eine gewisse Handschrift tragen. „Jedes Kunstwerk hat einen anderen Stil“, sagt er mit einem Lächeln. Das solle man auch beim Betrachten seiner Figuren erkennen. „Wenn jemand weiß, was ich mache und wie wir es hier machen, kann er sofort sagen: Ah, das ist von Krzysztof“, erklärt er.