Auslaufplätze
: Bahn frei für Frankfurts Hunde

Das Rathaus hat die sechs Plätze für seine knapp 3100 Hunde auf Vordermann gebracht, die Bürger sind fast rundum zufrieden.
Von
Christopher Braemer
Frankfurt
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  • Der Markendorfer Dieter Noack kann gar nicht so schnell schauen, wie Schlappohr Carlo über die Wippe tappelt. Im April wurde der Hundeplatz in der Wimpinastraße saniert, Geräte repariert und Mülleimer aufgestellt.

    Der Markendorfer Dieter Noack kann gar nicht so schnell schauen, wie Schlappohr Carlo über die Wippe tappelt. Im April wurde der Hundeplatz in der Wimpinastraße saniert, Geräte repariert und Mülleimer aufgestellt.

    Christopher Braemer
  • Matti Roeck aus der August-Bebel-Straße kommt wie viele Bürger am liebsten mit seinem Hund zum großen Platz am Messegelände.

    Matti Roeck aus der August-Bebel-Straße kommt wie viele Bürger am liebsten mit seinem Hund zum großen Platz am Messegelände.

    Christopher Braemer
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Carlo tapst über die Wippe, springt über Reifen und legt noch einen kleinen Slalom hin – der zwei Jahre alte Mischling hat einen ordentlichen Zahn drauf. Auf dem Hundeplatz in Neuberesinchen gibt es dafür ein Leckerli, Dieter Noack aus Markendorf ist mit dem Hund zufrieden. Es gibt noch einen Grund zur Freude für das Herrchen: „Die Auslauffläche wurde komplett erneuert“, freut sich der Mann im Jogginganzug mit Schnauzer. Die Hundeauslauffläche in der Wimpinastraße strahlt in neuem Glanz: Löcher wurden aufgefüllt, Geräte sauber gemacht und Bänke gestrichen. „Sie haben jeden Ast aufgegabelt“, lobt der Mann aus Markendorf die Stadtverwaltung.

Genug Platz für die Vierbeiner

Knapp 3100 Frankfurter Hunde gibt es in Frankfurt, informiert Kora Kutschbach, Pressereferentin im Rathaus. Sie haben genug Platz, es gibt sechs Hundeauslaufflächen in Frankfurt. Sie liegen verteilt im Stadtgebiet:  Am Winterhafen/Mittelweg (Nord), in der Luisenstraße (Mitte), in der Wimpinastraße (Neuberesinchen), am Messegelände (West), im Dubrower Weg und am Pappelweg (beide Süd). Um die kümmert sich die Stadt. Der neu angelegte Hundeplatz im Dubrower Weg, nahe dem Südringcenter, entstand im Dezember 2018 statt der geschlossenen Auslauffläche am Sande, einst hinter dem Lidl-Einkaufsmarkt.

Die Plätze bieten Auslauf für Hunde, die in der Wohnung gehalten und außerhalb der Flächen an der Leine geführt werden müssen. Für ihre Hunde zahlen die Besitzer jährlich insgesamt einen zweistelligen Betrag Steuern, über 215 000 Euro waren es 2018, bestätigt das Rathaus. Die Flächen sind gut besucht, es kommen auch Bürger aus dem Umland, deren Gemeinden keine Auslaufflächen bieten. „Der Stadtverwaltung liegen keine Beschwerden vor, wonach die Zahl der Hundeplätze nicht ausreichend sei“, teilt Pressereferentin Kora Kutschbach mit. Zu viel Kot, kaputte Spielgeräte und ausgegrabene Reifen wurden im letzten Jahr von Nutzern kritisiert. Aber für den Sommer hat die Stadt seine sechs Hundeauslaufflächen seit dem Winter ordentlich auf Vordermann gebracht, Spielgeräte erneuert, Mülleimer für Hundekot aufgestellt und Zäune verstärkt. Die Bürger sind zufrieden, wie sich auf diversen Hundeplätzen zeigte, die der Stadtbote in den letzten Wochen besuchte.

Auf dem großen Hundeplatz am Messering herrscht mehr Betrieb als auf dem kleinen in Neuberesinchen, bestätigt Matti Roeck. Der junge Mann wohnt in der sanierten Kaserne in der August-Bebel-Straße, kommt gerne mit seinem schwarzen Mops-Mischling her. Auch die neue Auslauffläche am Südringcenter sieht ordentlich aus. „Sie haben den Platz gemacht, aber das ganze Gestrüpp stehen lassen“, sagt Monika Albrecht am Haus im Dubrower Weg. Am Sonnabend und Sonntag sei viel Betrieb, unter der Woche weniger. Schlange steht keiner, aber viele Autos parken vor ihrem schicken Haus.

Nur wenig Kritik von Bürgern

In der Sophienstraße gibt es nicht ganz so viele Parkplätze. Rentner Bernd Schulz führt den Hund seiner arbeitenden Tochter aus. „Also hier haben sie es ordentlich hergerichtet und das Gestrüpp weggemacht, ich bin zufrieden“, sagt der Mann. Nur manche entsorgten ihren Kot nicht. Sie sind der Meinung, auf einem Hundeplatz gehört das dazu. Doch es gibt Behälter. Am Pappelweg und am Westkreuz liegen öfter mal Scherben herum, da besteht Verletzungsgefahr für die Hunde. Ja, Ordnung muss sein.

Zurück in Neuberesinchen. Dieter Noack trifft sich regelmäßig mit einer Freundin aus der Nachbarschaft, heute hat er keine Zeit. Früher lebte er hier in Neuberesinchen, musste aufgrund des Zwangsabrisses seit 1989 zweimal umziehen, erzählt er. Den Abriss im Viertel, das mittlerweile durch große Wiesen geprägt ist, hat er miterlebt. Jetzt lebt er im Eigenheim mit seinem Sohn. Trotzdem kommt er noch gern ins alte Quartier zurück. Auch Carlo gefällt es hier, er springt durch den Reifen und bekommt ein weiteres Leckerli.

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Hier beginnt der Infotext fett und danach wieder normal⇥Autor XXX